Roboter als Chefs? Nach einer Studie des Massachusetts Institute of Technology zeigen sie mehr Verständnis für ihre Mitarbeiter als menschliche Vorgesetzte. In einigen Teams durfte ein Mensch, in den anderen ein Roboter Aufgaben an die Teammitglieder delegieren, also Chef sein. Nach dem Test antworteten viele Teilnehmer, beim Roboter-Boss hätten sie sich besser verstanden gefühlt.

Müssen sich also auch Manager auf das Aussterben ihres Berufsprofils einstellen? Zumindest zeigt sich, dass IT-gestützte Maschinen immer weiter menschliche Arbeitsfelder besetzen. Nach Muskel- kann auch Geisteskraft zunehmend ersetzt werden – und nicht nur da, wo die Hirnwindungen eher nach Routinen und Automatismen funktionieren

Dass Manager wiederum oft Maschinen bevorzugen, weil billiger, ausdauernder und präziser, ist alt bekannt. Bringt die Digitalisierung immer weiterer Arbeitsbereiche letztlich also eine von Maschinen bestimmte Arbeitswelt? Wo Menschen nur noch eine geduldete Rolle spielen?

Ein düsteres Dystopia, also das Gegenteil jeglicher Utopie, für Science-Fiction-Fans ließe sich schnell entwerfen. Nur eine Szene: Googles Auto ohne Lenkrad, der Fahrzeugführer wird zum Fahrgast. Taxi-Gefühl. Werden diese neuen Ferngelenkten auf Dauer noch eigene Wagen kaufen oder nur noch mieten?  Und auch der Brummi-Fahrer wird den Fahrerbock verlassen. Wenn Autos sich selbst steuern, warum nicht auch Flugzeuge und Schiffe ganz ohne Piloten und Kapitäne? U-Bahnen sind hier und da schon heute solo unterwegs.  

Digitalisierung führt nicht zwangsläufig immer und überall zu Maschine statt Mensch. Sie führt aber zu Veränderungen. Der feste Arbeitsort verliert an Bedeutung durch Virtualisierung der Arbeitsinhalte. Denn auf die Cloud kann man von fast überall zugreifen. Zusammen mit  Bürogemeinschaften auf Zeit und der Flexibilisierung der Arbeitsmittel etwa in Form von Smartphones oder Tablets werden gewohnte Strukturen aufgebrochen. Der Anteil an Freiberuflern wird sich erhöhen. Grenzübergreifende Cloud-/Crowd-Working Arbeitsmodelle entstehen. Konzerne organisieren bereits Arbeit über alle Zeitzonen rund um die Uhr. Und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billig-Hochtechnologie-Zentren wie Bangalore oder auch Nairobi wird anhalten. 

Aber Digitalisierung und damit verbundenes zusätzliches Wachstum schafft hierzulande auch Stellen. Der Jobkiller Computer geht nicht um. Laut einer aktuellen Prognos-Studie für Bitkom sorgte die Digitalisierung 2012 in Deutschland für  1,46 Millionen Arbeitsplätze, immerhin 4 Prozent aller Erwerbstätigen. Wie zu erwarten ist der Effekt mit fast einer Million neuer Stellen besonders stark in den Dienstleistungsbranchen, aber auch in der Industrie brachte die Digitalisierung bisher schon 300.000 Stellen. Dabei entstehen neue Berufsbilder, besonders mit Schwerpunkt Medien-/IT Kompetenz, gestaltende, planende und steuernde Tätigkeiten.

Und Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom machen die Digitalisierung erst möglich. Ohne immer schnellere, immer leistungsfähigere Netze können sich digital Tätige, gleich ob Menschen oder Maschinen, nicht austauschen, bleiben auf Inseln. Sie stellen zunehmende Anforderungen an Bandbreiten und Geschwindigkeiten für den Datentransport. Bereits heute, so Schätzungen, arbeiten rund 17 Millionen Erwerbstätige an digitalen Arbeitsplätzen, haben Internetzugang und sind zum Großteil mit Smartphones und Tabletts ausgestattet.