Cover von "Die heimlichen Revolutionäre" © PR: Beltz-Verlag

Darum geht es: Die Generation Y wird derzeit ja sehr gehypt. Wieder beschäftigt sich ein neues Buch mit der Frage, ob die Generation der Berufsanfänger mit ihren konkreten Vorstellungen darüber, wie sie arbeiten möchte, die Arbeitswelt verändern wird. Bekannt ist längst: Die bis zu 30-Jährigen wünschen sich flexible und selbstbestimmte Arbeitszeiten, flache Hierarchien und eine sinnstiftende Tätigkeit. Und die jungen Erwachsenen haben gute Aussichten, ihr Idealbild der Arbeit auch einzufordern, hat diese Generation doch die demographische Macht auf ihrer Seite.

In dem Buch Die heimlichen Revolutionäre – Wie die Generation Y unsere Welt verändert lassen Klaus Hurrelmann, Herausgeber verschiedener Jugendstudien, und der Journalist Erik Albrecht zahlreiche junge Leute zu Wort kommen. Dabei zeigt sich: Die Generation Y trennt nicht kategorisch zwischen Arbeit und Privatleben. Vielmehr geht es ihnen um die Balance zwischen Job und Familie und vor allem darum, in beiden Bereichen Werte und Sinn zu schaffen.

Stellen Unternehmen sich diesem flexiblen Arbeitsbegriff und bieten ihnen dazu das technologische Umfeld, können sie mit hochmotivierten Mitarbeitern rechnen, sind die Autoren überzeugt.

Das war beim Lesen überraschend: Hurrelmann und Albrecht stützen sich in ihrem Buch nicht nur auf Studien und Untersuchungen, sondern lassen diese Generation selbst zu Wort kommen. Und zwar so, dass es nicht nur eingestreute Einzelberichte sind, sondern dass ein authentisches Bild über das Leben, die Hoffnungen und Pläne der Generation Y entsteht.

Verständlichkeit und Sprache: Die heimlichen Revolutionäre ist informativ und gut zu lesen. Mit der Aufteilung des Buches haben es sich die Autoren einfach gemacht. So arbeiten sie sich per Kapitel durch die verschiedenen Aspekte und zeigen, wie und warum sie Bildung und Beruf, Familienleben, Politik sowie Medien und Freizeit verändern.

Minuspunkte: Leider verzichten die Autoren darauf, Unternehmer zu Wort kommen zu lassen. Interessant wäre gewesen, wie Arbeitgeber das Wertesystem und Lebenskonzept dieser Generation mit ihrer Unternehmenskultur vereinbaren (wollen).

Bewertung: Die heimlichen Revolutionäre bietet einen kompakten Blick auf die Generation der heute 15- bis 30-Jährigen. Es räumt auf mit den Klischees, sie seien selbstverliebt und verwöhnt, anspruchsvoll und unbeständig. Und es zeigt, sie suchen stärker als vorherige Generationen nach dem Sinn des Lebens.