Cover von "Fehler erlaubt" © PR: Linde Verlag

Darum geht es: Wer Fehler negativ bewertet, nimmt sich die Chance, daraus zu lernen. Denn jeder Fehler birgt Entwicklungspotenzial, zeigen Gabriele Cerwinka und Gabriele Schranz in ihrem Ratgeber Fehler erlaubt.

Die beiden Trainerinnen sind davon überzeugt, dass der konstruktive Umgang mit Fehlern Voraussetzung für den Unternehmenserfolg ist. Chefs sollten keinen Schuldigen suchen, sondern lösungsorientiert damit umgehen, wenn etwas schiefgeht. Die Autorinnen zeigen, wie so eine aktive Fehlerkultur funktioniert und welche Vorteile das für ein Unternehmen hat.

Die besten Tipps: Bis zu 70 Prozent aller großen Katastrophen haben ihre Ursache im menschlichen Versagen, schreiben Cerwinka und Schranz. Oft stehen uns Gefühle wie Bestürzung, Angst, Scham, Wut oder auch Schuld im Weg, um konstruktiv mit Fehlern umzugehen. Dabei macht gerade das Eingestehen menschlich, bringt Sympathiepunkte, macht glaubwürdig und nachvollziehbar.

Für den konstruktiven Umgang mit Fehltritten brauche es daher oft einen neuen Blickwinkel. Man sollte typisches Verhalten auf eigene Fehler verändern. Nicht totschweigen, sich ahnungslos stellen, vertuschen oder Ausreden erfinden. Sondern nach den Ursachen forschen. Allerdings muss ein guter Umgang mit Fehlern vom Chef ausgehen. Gestehen Mitarbeiter Fehler ein und werden damit mit negativen Konsequenzen bestraft, wird dies dazu führen, dass Fehltritte verheimlicht werden. Eine konstruktive Fehlerkultur braucht außerdem Zeit, sich zu entwickeln.

Als Beispiele führen die Autorinnen die Luftfahrt und die Medizin an. Wenn hier Fehler passieren, hat das oft schwerwiegende Folgen. Darum wird in diesen Branchen viel in die Fehlerprävention investiert und der richtige Umgang mit Fehlern in die Überlegungen von Aus- und Weiterbildungen miteinbezogen. Die Beispiele geben dem Leser sehr gute Denkanstöße.

Aufbau und Sprache: Die Autorinnen führen durch den ganzen Prozess einer Fehleranalyse und zeigen, wie wichtig auch die interne und externe Kommunikation bei einem Fehltritt in einem Unternehmen ist. Zehn Praxisfälle und diverse Tipps und Checklisten runden Fehler erlaubt ab. Lesen lässt sich der Ratgeber gut. Cerwinka und Schranz schreiben anschaulich und verständlich.

Bewertung: Das Buch ist ein lesenswerter Ratgeber, der dem Leser die Augen über den eigenen Umgang mit Fehlern öffnet sowie konkrete und umsetzbare Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Veränderung liefert.