Ich habe vor kurzer Zeit von meiner Krankenkasse eine Zahlungsaufforderung erhalten. Dabei handelt es sich um Beiträge, die während meines ersten Studiums angefallen sind. Damals war ich über meine Mutter familienversichert.

Zwar habe ich damals neben dem Studium gejobbt und mehr als den Freibetrag verdient. Da ich mein Studium als Hauptbeschäftigung ausgeübt habe, war damals aber doch die Grenze von 20 Wochenstunden relevant und nicht der Höchstbetrag, oder?, fragt Manuela Schneider.

Sehr geehrte Frau Schneider,

Studenten sind generell versicherungspflichtig in der Kranken- und Pflegeversicherung. In der Familienversicherung können sie bis zu ihrem 25. Lebensjahr bleiben. Dann darf ihr regelmäßiges monatliches Gesamteinkommen nicht höher als 395 Euro (2014) beziehungsweise 405 Euro (ab 1.1.2015) sein. Dabei werden als Gesamteinkommen alle Einkünfte aus einer Beschäftigung, einer selbstständigen Tätigkeit, Renten, Vermietung und Verpachtung sowie Kapitalvermögen gezählt. Überschreitet ein familienversicherter Student die Grenze innerhalb eines Jahres für mehr als zwei Monate, fällt er aus der Familienversicherung raus und muss sich in der studentischen Krankenversicherung selbst versichern.

In der studentischen Krankenversicherung können Studenten bis zum 30. Lebensjahr oder bis zum 14. Fachsemester bleiben. Unter Umständen ist eine Verlängerung möglich, etwa wenn der Student länger als drei Monate krank war. Was von der Krankenkasse wie lange angerechnet wird, können Studenten bei ihrer Krankenkasse erfragen. Ab dem 30. Lebensjahr und nach dem 14. Fachsemester sind Studenten dann in der freiwilligen Krankenversicherung.

Arbeitet ein Student weniger als 20 Stunden wöchentlich, gilt seine Tätigkeit als Nebenjob. Das heißt, er ist generell in der Sozialversicherung versicherungsfrei. Arbeitet er außerhalb der Vorlesungszeit, etwa in den Semesterferien, abends oder am Wochenende, kann er mehr als 20 Stunden wöchentlich tätig sein. Doch Vorsicht: Er muss dann anhand von Unterlagen wie dem Vorlesungsverzeichnis oder einem Studentenbuch nachweisen können, dass er ausreichend Zeit für sein Studium hat. Die Praxis zeigt, dass diese Ausnahmeregelung nur in Einzelfällen akzeptiert wird. Denn je häufiger die Tätigkeit die 20-Stunden-Grenze überschreitet, desto schwieriger wird es für Betroffene zu beweisen, dass ihr Studium tatsächlich im Vordergrund steht.

In vorlesungsfreien Zeiten müssen Studenten sich nicht an die 20-Stunden-Grenze halten. Dann dürfen Sie durchaus mehr arbeiten, sind aber wie andere Arbeitnehmer auch versicherungspflichtig in der Sozialversicherung.

Und nun zu Ihrem Fall: Da Sie zu dem Zeitpunkt in der Familienversicherung versichert waren, hätten Sie die Grenze für das monatliche Gesamteinkommen nicht überschreiten dürfen.

Ihr

Ulf Weigelt