München, Altbau, 5. Stock, enge Treppen, kein Fahrstuhl: Unter solchen Voraussetzungen wird ein Umzug in die neue Traumwohnung schnell zum Albtraum. Wie gut, wenn Möbelpacker diese Aufgaben übernehmen können.

Längst wird der Begriff dem Aufgabenfeld des Berufes jedoch nicht mehr gerecht. "Die Bezeichnung reduziert den Beruf auf das Verpacken und Verladen von Einrichtungsgegenständen. Zu den Aufgaben gehört heute aber weit mehr, es sind viele handwerkliche Aufgaben dazugekommen", sagt Dierk Hochgesang, Geschäftsführer beim Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. Die offizielle Berufsbezeichnung lautet daher Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice (FMKU). 

Fachkräfte für Umzugsservice können Küchen fachgerecht montieren – inklusive dem Anschluss der Elektrogeräte. Und sie können Möbel anpassen. "Hier wird dann nicht mehr unbedingt ein Tischler oder Installateur benötigt", sagt Hochgesang. Auch kaufmännische und jede Menge Organisationsaufgaben wie etwa Halteverbotsschilder beantragen, aufstellen und abbauen erledigen die Möbelpacker von heute.   

Der Arbeitstag der Umzugsspezialisten beginnt oft schon morgens früh um 7 Uhr. Dann wird der Einsatzort bekannt gegeben und je nach Umfang des Auftrags laden die Mitarbeiter Packmaterial und Werkzeug ein. Dann geht es los zum Kunden. Jeder Auftrag beginnt mit einer kurzen Einweisung, was zu tun ist. 

"Das kann lediglich das Einpacken von Inventar und Mobiliar sein, es kann aber auch sein, dass eine komplette Küche abgebaut werden soll", sagt Hochgesang. Ist alles abgebaut, verpackt und transportsicher verladen, wird die Wohnung noch einmal kontrolliert und an den scheidenden Bewohner oder Besitzer übergeben. Sicherheit und Vorsicht ist wichtig – denn die Umzugsspezialisten haften natürlich für alles, was sie beschädigen. Meist geht es unmittelbar zur neuen Wohnung, das Transportfahrzeug wird entladen und der Hausrat in die Wohnung gebracht. "Abhängig von der Größe eines Haushalts kann ein Arbeitstag in Ausnahmefällen schon mal 12 Stunden dauern", sagt Hochgesang.

Ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf

Seit 2006 ist Fachkraft für Umzugsservice ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf und kann in einer dreijährigen, dualen Ausbildung erlernt werden. 

Neben rechtlichem Wissen wird innerhalb der theoretischen Ausbildung unter anderem auch Fachwissen über Elektro- und Wasserinstallationen, Werkstoffkunde, der Umgang mit Werkzeugen sowie Grundlagenkunde über Logistik und Administration vermittelt. Auch Gesundheitsprävention gehört zum Lehrstoff.

"Wer mit 50 den Rücken kaputt hat, der hat etwas falsch gemacht. Denn Kraft allein ist nicht alles. Erst mit der richtigen Hebetechnik kann man so arbeiten, dass der Körper nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Diese Techniken vermitteln wir schon während der Ausbildung", sagt Hochgesang.

Handwerkliches Geschick und eine robuste körperliche Konstitution sind gute Voraussetzungen für den Beginn einer Ausbildung zur Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice. "Ganz ohne Kraft geht es nicht, die Azubis müssen aber keine Muskelberge sein", sagt Hochgesang. Freude am Umgang mit Menschen und Teamfähigkeit runden das Anforderungsprofil ab. Wichtig ist auch Reisebereitschaft. Denn mitunter müssen die Umzugsspezialisten nicht nur regional, sondern auch bundesweit und sogar international für einen Auftrag unterwegs sein.

Auch wenn bei vielen Unternehmen noch Ungelernte arbeiten, so ist der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften groß. Wer eine abgeschlossene Ausbildung vorweisen kann, findet außer bei Umzugsunternehmen Jobs auch im Möbelhandel. Krisensicher ist der Beruf außerdem, denn Umzüge stehen immer an.

Den positiven Berufschancen stehen jedoch ein paar negative Aspekte gegenüber. Denn trotz Hilfsmitteln wie Hebebühnen und Außenaufzügen ist die Arbeit immer noch körperlich anspruchsvoll. Die nicht immer planbaren Arbeitszeiten sowie der eher mittelmäßige Verdienst sind weitere Schattenseiten des Berufes.

Für Hochgesang überwiegen die positiven Seiten jedoch eindeutig. "Wir können anderen Menschen zu einem angenehmen Start in der neuen Wohnung und meist auch in einem neuen Leben verhelfen."

  • Gehalt: 1.500 bis 2.200 Euro brutto monatlich;
  • Arbeitszeit: etwa 40 Stunden in der Woche, Überstunden kommen vor;
  • Ausbildung: dreijährige duale Ausbildung;