Einer meiner Mitarbeiter ist sehr schwierig. Er eckt mit seiner schlechten Laune stets an und bekommt hin und wieder cholerische Anfälle, dass seine Kollegen Angst vor ihm haben. Was kann ich tun?, fragt Philipp Flemming.

Sehr geehrter Herr Flemming,

schwierige Mitarbeiter sollten grundsätzlich eingefangen werden, denn sie können für ein Unternehmen ein Pulverfass sein: Kunden und auch Kollegen vergraulen, den Betriebsfrieden stören, den Chef demontieren.

Auf keinen Fall sollten Sie sich von Ihrem Mitarbeiter dazu hinreißen lassen, laut zu werden. Das wirkt am Ende nur unsouverän und inkompetent. Besser ist, ruhig und gelassen den querschießenden Mitarbeiter sofort einzufangen und ihm deutlich seine Grenzen aufzeigen. Reagieren Sie als Führungskraft nicht sofort, verlieren Sie gegebenenfalls die Akzeptanz bei Ihrer Belegschaft.

War Ihr Mitarbeiter nicht immer so, sondern hat sich erst zu solch einem schwierigen Kollegen entwickelt, sollten Sie in einem persönlichen Vier-Augen-Gespräch versuchen herauszufinden, was Auslöser seines Verhaltens sein könnte. Manchmal sind ganz banal nur private Probleme der Auslöser.

Ist Ihr Mitarbeiter aus beruflichen Gründen demotiviert, sollten Sie mit ihm gemeinsam herausfinden, was ihn wieder zu einem motivierten Kollegen macht. Manchmal kann ein Wechsel des Aufgabengebiets oder eine Fortbildung hilfreich sein.

Wichtig ist, dass Sie klar und deutlich sein Fehlverhalten und mögliche Konsequenzen ankündigen und kommunizieren, bevor Sie arbeitsrechtliche Maßnahmen ergreifen. Halten Sie dieses Gespräch schriftlich fest und reichen Sie es ihm anschließend zur Kenntnis. Geht es nicht um nicht können, sondern um nicht wollen, bleiben Ihnen am Ende nur arbeitsrechtliche Sanktionen wie eine Abmahnung und im Wiederholungsfall die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, um andere Mitarbeiter und sich selbst zu schützen.

Ihr Ulf Weigelt.