Auf dem Handy, PC oder der Konsole: Seit den ersten Videospielkonsolen in den siebziger Jahren hat sich die Computer- und Videospielbranche rasant entwickelt. Jedes Jahr kommen Hunderte Games hierzulande auf den Markt. Gamedesigner sorgen ständig für neuen virtuellen Nachschub. "Streng genommen ist die Berufsbezeichnung Gamedesigner irreführend", sagt Suzanne Schanda. Die Spieledesignerin arbeitet in einem Hamburger Spielesoftware-Unternehmen und entwickelt Spiele für Handys.

"Game Design wird oft gleichgesetzt mit Programmierung und der grafischen Umsetzung. Das ist in der Regel aber nicht der Fall. Wir sind vielmehr die geistigen Schöpfer eines Computerspiels, weil wir für die Entwicklung, Planung und Ausführung zuständig sind." Für ein neues Spiel wird zunächst ein Exposé angefertigt. Gefällt die Spielidee, verfassen die Entwickler unter Berücksichtigung von Zeit- und Budgetvorgaben das Konzept für die Realisierung. Die Gamedesigner beschreiben die Geschichte, arbeiten den Inhalt und die Charaktere aus und entwickeln das Spielgeschehen sowie die Interaktionsmöglichkeiten. Dabei arbeiten sie eng mit Programmierern, Grafikern, Textern und Illustratoren zusammen.

Dabei sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist jedoch, dass sich das Spiel gut verkauft und zum Trend passt. Daher müssen Gamedesigner genau den Markt beachten und wissen, welche Genres gefragt sind und welche ähnlichen Spiele es bereits gibt. 

Die konkreten Aufgaben hängen oft vom Arbeitgeber ab. In kleineren Spielsoftwareunternehmen können Gamedesigner auch Level Design, Programmiertätigkeiten und gestalterische Aufgaben übernehmen. Auch die Entwicklung der Spiel-Engine, also der Spielintelligenz, das Verfassen der Texte, die innerhalb eines Spiels auftauchen sollen, die Auswertung von Meinungsforschungsanalysen sowie der Kontakt zu Testspielern gehören häufig zu den Aufgaben.

"Genau lässt sich das nicht genau festlegen, das Aufgabengebiet variiert von Unternehmen zu Unternehmen", fasst Schanda zusammen. Wichtig seien daher interdisziplinäre Kompetenzen. Neben Informatikkenntnissen stehen vor allem kommunikative und organisatorische Fähigkeiten im Vordergrund. Erfahrungen aus dem Projektmanagementbereich sind von Vorteil. Gamedesigner sollten außerdem kreativ, flexibel, stressresistent sein. Außerdem ist technisches Wissen ein Muss. Wie funktioniert Grafik, Programmierung und Animation innerhalb eines Spiels? Ebenfalls wichtig: ein breites Allgemeinwissen. "Idealerweise weiß ein Gamedesigner viel über Film, Fernsehen, Geschichte und natürlich über Gameklassiker und Computerspiele allgemein", sagt Schanda.

Der Beruf ist nicht staatlich anerkannt. Entsprechend gibt es keine klassische, staatlich geregelte Ausbildung. An einigen Universitäten und Fachhochschulen gibt es Studiengänge, die das nötige Wissen vermitteln. Zusätzlich gibt es private Schulen, an denen ein meist kostenpflichtiges Studium zum Gamedesigner absolviert werden kann. Die Qualität der Ausbildung ist jedoch für Interessierte nicht immer gleich ersichtlich. "Man sollte die jeweilige Schule schon genau unter die Lupe nehmen und sich darüber informieren, ob die Qualität der gebotenen Inhalte stimmt", sagt Schanda.

Viele Spieleentwickler haben Informatik studiert und sind über ein Praktikum in den Beruf gekommen. "Es gibt viele Quereinsteiger, denn das benötigte Wissen kann man sich heute relativ gut selbst aneignen", sagt die Game Designerin.

Allerdings ist der Einstieg schwer. Obwohl die Computerspielbranche boomt und Gamedesigner gesucht werden, gibt es mehr Bewerber als Stellen. Oft bewerben sich mehr als hundert Interessierte auf eine freie Stelle. Entsprechend schlecht sind die Chancen. Eine weitere Schattenseite ist die manchmal stressige Arbeit, wenn der Launch eines Spiels ansteht. Auch ist nicht jedes Projekt gleich spannend und reizvoll. "Wenn einen Gamedesigner das Spielthema nicht interessiert, muss er sich trotzdem motivieren können", sagt Schanda.

Für Schanda ist ihr Beruf trotzdem eine Erfüllung. "Ich kann persönliche Ideen einfließen lassen und bin im kompletten Prozess von der ersten Idee bis hin zur Umsetzung komplett involviert. Das ist schon einzigartig."

  • Gehalt: variiert, abhängig vom Arbeitgeber sowie dem Erfahrungsschatz;
  • Arbeitszeit: etwa 40 Stunden/Woche, in Hochzeiten mehr;
  • Ausbildung: kein staatlich anerkanntes Berufsbild, daher keine einheitlich geregelte Ausbildung möglich. Möglichkeit eines einschlägigen oder branchenverwandten Studiums, mit Informatikkenntnissen auch Quereinstiege über ein Praktikum möglich.