In Deutschland gibt es keinen allgemeinen Rechtsanspruch auf ein Sabbatical. Betriebsvereinbarungen können dies jedoch für einzelne Unternehmen regeln.

Ich möchte gern ein Sabbatical machen. Kann mein Arbeitgeber mir das verwehren oder steht es mir gesetzlich zu?, fragt Manuela Thiel.

Sehr geehrte Frau Thiel,

einen gesetzlichen Anspruch auf eine Auszeit wie ein Sabbatical haben Sie nicht. Möchten Mitarbeiter diese Art der Auszeit im laufenden, ungekündigten Arbeitsverhältnis nutzen, können sie mit ihren Arbeitgebern darüber eine einvernehmliche Regelung treffen. Oder es gibt tarifvertragliche Vorschriften, die eine Inanspruchnahme eines Sabbaticals vorsehen. Die Arbeitszeitflexibilisierung im öffentlichen Dienst zum Beispiel sieht eine solche Möglichkeit vor.

Vermutet wird häufig auch, dass Mitarbeiter allein schon einen Anspruch auf ein Sabbatical haben, wenn der Arbeitgeber bereits anderen Mitarbeitern diese Auszeit gewährt hat. Als Grund wird dann meist der Anspruch auf Gleichbehandlung angeführt. Das trifft allerdings nur zu, wenn die Mitarbeiter bzw. ihre Tätigkeiten auch vergleichbar sind.   

Die Arbeitsvertragsparteien können ein sogenanntes Langzeitkonto einrichten. Auf diesem Konto können Arbeitszeitguthaben wie etwa Überstunden gesammelt werden, die für einen besonderen Zweck angespart werden – wie eben für ein Sabbatical. In der Regel spart ein Mitarbeiter vor dem Sabbatical seine Arbeitszeit in einer sogenannten Ansparphase an, um in der Freistellungsphase dieses Arbeitszeitguthaben einlösen zu können.

Während dieser Zeit bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen, der Mitarbeiter erhält weiterhin seinen Lohn und bleibt dementsprechend auch in den Sozialversicherungssystemen versichert, allein die Pflicht zur Arbeitsleistung ruht. Wichtig in diesem Zusammenhang: Die Nebenpflichten aus dem Arbeitsvertrag, wie Treue- und Verschwiegenheitspflichten, bleiben weiterhin bestehen. 

Es gibt auch die Möglichkeit, für ein Sabbatical unbezahlten Urlaub zu nehmen. Dann muss der Mitarbeiter sich freiwillig krankenversichern und kann sich von der Rentenversicherung sowie den anderen Sozialabgaben befristet freistellen lassen. Eine andere Möglichkeit ist das Ansparen durch den Arbeitslohn. Der Mitarbeiter geht in Teilzeit, das heißt, er vereinbart eine 30-Stunden-Woche, arbeitet allerdings 40 Stunden pro Woche – um am Ende die zusätzliche Zeit am Stück nehmen zu können.  

Generell ist es wichtig, die Vereinbarung schriftlich festzuhalten. Enthalten sollte sie den Beginn und die Dauer der Auszeit, die konkrete Zeitansparphase und die konkreten Gehaltszahlungen. Außerdem die ausgeschlossene Kündigung während der Auszeit, den Umgang mit Krankheiten während des Sabbaticals sowie die Rückkehr an den Arbeitsplatz, oder aber was passiert, wenn der Arbeitnehmer nicht zurückkehrt – Stichwort Abfindung.

Ihr Ulf Weigelt