Ich fange bald als Außendienstmitarbeiterin an. Sind dann auch die Fahrten vom Wohnort zum ersten Kunden Arbeitszeiten?, fragt Kerstin Hoffmann.

Sehr geehrte Frau Hoffmann,

sind Sie als Mitarbeiterin ohne festen Arbeitsort für Ihren Arbeitgeber unterwegs, gilt das als Arbeitszeit. Das heißt, der Weg zum ersten Kunden und der Weg vom letzten Kunden nach Hause gilt ebenso als Arbeitszeit.

Weil die Fahrten zu den jeweiligen Kunden notwendig sind, damit Außendienstmitarbeiter ihre Arbeitsleistung überhaupt erbringen können, gelten diese Wege als Arbeitszeit. Ferner stehen Mitarbeiter in dieser Zeit für ihre Arbeitgeber zur Verfügung. Das heißt, sie können beispielsweise die Reihenfolge der Termine bestimmen oder auch Termine streichen. Und Mitarbeiter haben sich daran zu halten. Im Übrigen haben die Arbeitnehmer während der erforderlichen Fahrzeit nicht die Möglichkeit, frei über ihre Zeit zu verfügen und eigene Planungen für diese Zeit anzustellen.

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (EuGH) stellte in einem aktuellen Urteil (10.09.2015, C-266/14) im Interesse für den Gesundheitsschutz und für die Sicherheit ausdrücklich fest, dass die Zeit, die die Arbeitnehmer für die Fahrten zu Beginn und am Ende des Tages aufwenden, Arbeitszeit im Sinne der Arbeitszeitrichtlinie (2003/88/EG) ist. Damit ist klar, dass die Arbeitnehmer auch innerhalb dieser Zeiten arbeiten.

Ihr Ulf Weigelt