Peter Feldmers volle Aufmerksamkeit gilt einem großen Erdhaufen, aus dem es stetig dampft und qualmt. Immer wieder sticht er kleine Löcher in den Hügel und verschließt andere, um die Hitze im Inneren zu regulieren. Nur ein Fehler, ein einziger Luftzug etwa, könnte die Arbeit mehrere Tage zunichtemachen.

Feldmer ist Köhler in Hasselfelde im Harz. Als einer der letzten in Deutschland stellt er Holzkohle noch so her, wie es die Menschen in der Bronze- und Eisenzeit getan haben. "Das ist schon eine Besonderheit unserer Köhlerei", sagt er.

Sein Kohlemeiler hat die Form eines Kegels. Feldmer muss für jede Ladung Holzkohle einen neuen bauen. Zuerst schichtet er dazu dazu Holzscheite von etwa einem Meter Länge kreisrund auf. In der Mitte lässt er einen Schacht frei, durch den das Holz ganz am Ende entzündet werden kann. Dann deckt er die Holzscheite mit Grasnarben, Heu, Stroh, Laub und Erde luftdicht ab.

"In den Schacht kippen wir einen Eimer mit Glut, um einen Schwelbrand in Gang zu setzen", sagt Feldmer. So könne er im Inneren eine Glutzelle aufbauen, die eine Temperatur von etwa 400 Grad Celsius erreiche. Wenn der Brand entzündet ist, verschließt er auch den Schacht luftdicht. Die hohe Kunst ist, in den folgenden Tagen das Feuer im Inneren lediglich schwelen zu lassen.

"Die Flamme darf nicht erlöschen, aber es darf auch kein großes Feuer entstehen. Dann würde das Holz zu Asche verbrennen", sagt Feldmer. Nur durch die richtige Intensität des Feuers und die richtige Temperatur im Inneren des Erdmeilers kann das Holz verschwelen, im Fachjargon auch "verkohlen" genannt.

An der Farbe des Rauches kann ein erfahrener Köhler erkennen, ob die Temperatur im Inneren des Erdmeilers stimmt. Um Intensität und Temperatur richtig steuern zu können, stößt Feldmer mit dem Stachel, einer langen Stange, die mit einer Spitze versehen ist, in kleinen Abständen Löcher in den Erdmeiler. So kann er die Temperatur regulieren. Feuchtigkeit und Gase entweichen, und das Holz verliert an Gewicht und Masse. Zurück bleibt lediglich der in den Zellen gebundene Kohlenstoff. Zehn bis 14 Tage muss ein Meiler schwelen, bis Holzkohle entsteht.