Ich habe neulich einem Kollegen einen freundschaftlichen Klaps auf den Rücken gegeben – er kam wiederholt zu spät aus seiner Pause. Daraufhin fiel er hin und verletzte sich. Jetzt erwartet er von mir einen Schadensersatz. Steht ihm dieser zu?, fragt Dieter Forster.

Sehr geehrter Herr Forster,

verursacht ein Mitarbeiter bei einem Kollegen einen Schaden, kann der Geschädigte für Sach- und/oder Personenschäden von diesem einen Schadensersatz fordern.

Allerdings gibt es für die Mitarbeiter eines Unternehmens eine Haftungsbeschränkung (nach § 105 Abs. 1 SGB VII), die auch Arbeitsunfälle einbezieht. Vorausgesetzt, Schädiger und Geschädigter sind in demselben Betrieb tätig und es handelt sich dabei um eine sogenannte betriebsdienliche Tätigkeit. Das ist, wenn ein Mitarbeiter objektiv betrachtet im Betriebsinteresse handelt und nicht aus persönlichen Gründen. Dann ist auch die zuständige Berufsgenossenschaft zuständig.

In Ihrem Fall kann man jetzt nicht davon ausgehen, dass Sie vorsätzlich gehandelt haben – also nicht die Verletzung Ihres Kollegen beabsichtigt haben. Und weil Sie Ihrem Kollegen aufgrund seiner erneuten Verspätung aus der Pause einen Klaps gaben, ist die Verletzung im Zusammenhang mit Ihrer Berufsausübung anzusehen.

Daher kann davon ausgegangen werden, dass Sie als Mitarbeiter nicht haften müssen, sondern Ihr Arbeitgeber.

Ihr Ulf Weigelt