Viele Frauen überlegen sich genau, wann der richtige Zeitpunkt für ein Kind ist. Egal, ob das erste oder weiterer Nachwuchs für die Familie – besonders für Frauen bleiben Kinder ein Karriererisiko. Selbst wenn sie nur den Mutterschutz über aussetzen und besondere Leistungen zeigen, erleben Mütter oft, dass sie schlechtere Karrierechancen haben als Männer oder kinderlose Frauen. Viele befürchten außerdem, dass sie ihren Job verlieren, wenn sie ihrem Arbeitgeber eine Schwangerschaft mitteilen. Daher warten viele Frauen besonders mit einem befristeten Vertrag erst einmal bis zur nächsten Verlängerung oder Entfristung ab, ehe sie den Arbeitgeber informieren.

Tatsächlich besteht kein Zwang, eine Schwangerschaft mitzuteilen. Aber es ist ratsam, den Arbeitgeber frühzeitig zu informieren. Denn werdende Mütter stehen unter einem besonderen arbeitsrechtlichen Schutz. Dieser greift erst, sobald dem Arbeitgeber die Schwangerschaft angezeigt wurde. Dazu zählt vor allem der besondere Kündigungsschutz, der vom Beginn der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung gilt. Frauen sollten wissen, dass selbst wenn die Kündigung bereits ausgesprochen wurde, die Arbeitnehmerin aber schwanger ist, das Kündigungsverbot greift: Die Kündigung wird dann einfach rückwirkend unwirksam. Allerdings muss die Schwangere binnen von zwei Wochen dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft mitteilen.

Und wer ein Kind erwartet und ein attraktiveres Angebot von einem anderen Unternehmen bekommt, profitiert vom Sonderkündigungsrecht, das im Mutterschutzgesetz vorgesehen ist. Dieses gilt nur für die Frauen (und natürlich nicht für den Arbeitgeber) und sieht vor, dass die Schwangere ohne Einhaltung einer Frist das Beschäftigungsverhältnis beenden kann.

Auch wer noch in der Probezeit ist, muss sich keine Sorgen machen. Denn der Kündigungsschutz in der Schwangerschaft gilt auch in der Probezeit, obwohl  in dieser Zeit sonst in der Regel auch ohne Angabe von Gründen gekündigt werden darf. Wer diese rechtlichen Rahmenbedingungen kennt, kann da schon fast verstehen, wenn Unternehmen Verträge für Frauen im gebärfähigen Alter und auf Positionen, in denen man sich Fluktuation zu einem gewissen Grad leisten kann, zunächst mit einer sachgrundlosen Befristung für maximal zwei Jahre einstellen.

Denn bei Befristungen oder Probearbeitsverhältnissen läuft der Vertrag einfach aus. Die Arbeitnehmerin kann sich dann nicht auf ihre Schwangerschaft und den Kündigungsschutz berufen, um eine Verlängerung oder Entfristung zu verlangen. Einziger Vorteil: Bei einer Befristung kann der Arbeitgeber der Schwangeren nicht vorzeitig kündigen.

Werden andere entfristet, kann Diskriminierung vorliegen

Jedoch gibt es eine wichtige Einschränkung bei Befristungen ohne Sachgrund: Gibt es neben einer Schwangeren mit befristetem Vertrag weitere Beschäftigte, die ebenfalls befristet angestellt waren und im Gegensatz zur schwangeren Mitarbeiterin entfristet wurden, dann verstößt dies möglicherweise gegen das Recht auf Gleichbehandlung. Das Arbeitsgericht Bochum (AZ: 2 Ca 2552 / 90) entschied in einem solchen Fall, dass das Beschäftigungsverhältnis mit der Schwangeren nicht beendet werden durfte. Sie erhielt Schadensersatz und blieb bis zum Beginn der Mutterschutzfrist weiter angestellt. Eine Weiterbeschäftigung über die Mutterschutzfrist hinaus oder gar ein unbefristeter Arbeitsvertrag wurden allerdings nicht erreicht.

Spätestens drei Monate vor Ablauf des Vertrages sollten sich Schwangere beim Chef erkundigen, ob mit einer Verlängerung oder einer Entfristung zu rechnen ist, und sich im Zweifelsfall bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend melden. Denn nur so werden Ansprüche auf Arbeitslosengeld gesichert. Versäumt man die Frist, ist mitunter mit einer Kürzung des Arbeitslosengelds zu rechnen. Die allermeisten Arbeitgeber betonen in befristeten Verträgen ausdrücklich, dass die Beschäftigten verpflichtet sind, sich rechtzeitig arbeitssuchend zu melden. Eine Schwangere bekommt in so einem Fall Arbeitslosengeld bis zum Beginn der Mutterschutzfrist, sofern sie einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I erworben hat. Im Mutterschutz bezahlt dann die (gesetzliche) Krankenkasse diese Leistung.