Darf ich zur Überwachung von Mitarbeitern einen Privatdetektiv beauftragen?, fragt Bernd Lohmann.

Sehr geehrter Herr Lohmann,

der Einsatz von einem Privatdetektiv zur Überwachung von Mitarbeitern unterliegt sehr strengen Voraussetzungen.

Vorsicht ist also geboten, weil eine heimliche Observation immer in das allgemeine Persönlichkeitsrecht des betroffenen Mitarbeiters eingreift.

Eine heimliche Überwachung ist also nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn ein ganz konkreter Tatverdacht besteht, dass einer Ihrer Mitarbeiter eine Straftat oder eine schwere Verletzung seiner arbeitsvertraglichen Pflichten begangen hat. Eine bloße Verdächtigung reicht hierfür nicht aus, vielmehr müssen ganz konkrete Anhaltspunkte vorliegen.

Gibt es andere betriebliche Überwachungsmaßnahmen, dann ist der Einsatz eines Detektivs nur zu rechtfertigen, wenn diese weder zur Überführung des Mitarbeiters noch zur Entkräftung des Verdachts führten. Dass der Arbeitgeber einen Detektiv einschaltet, muss daher immer das letzte Mittel der Wahl sein.

Außerdem muss der Mitarbeiter zudem nach objektiven Kriterien zu dem eingrenzbaren Kreis der Verdächtigen zählen. Zudem muss die Überwachung durch einen Detektiv "geeignet, erforderlich und angemessen" sein.

Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist so ein Eingriff auch rechtmäßig. Sind diese Bedingungen aber nicht erfüllt und setzen Sie dennoch einen Privatdetektiv ein, kann der betroffene Mitarbeiter eine Geldentschädigung in Form eines Schmerzensgeldanspruches gegen Sie geltend machen.

Setzt ein Unternehmen (z. B. Kaufhaus) generell Detektive ein, um beispielsweise die Ware gegen Diebstahl zu schützen, müssen Mitarbeiter diesen Einsatz dulden. Sie als Arbeitgeber sind aber verpflichtet, Ihre Mitarbeiter über den Einsatz zu informieren. Zu einer parallelen Überwachung der Mitarbeiter darf es dann aber natürlich nicht kommen!

Ihr Ulf Weigelt