Maximal 1,5 Grad Erderwärmung – das ist das Ziel des jüngst in Paris geschlossenen Klimaschutzvertrages. Damit die getroffenen Vereinbarungen auch auf regionaler Ebene umgesetzt werden, engagieren immer mehr Städte und Kommunen Klimaschutzmanager, die sich der Vorgaben der Politik annehmen. "Wir sind die Schnittstelle zwischen Politik, Industrie und Handwerk sowie der Bevölkerung", sagt Saskia Schütt, Klimaschutzmanagerin der Stadt Stralsund.

Im Wesentlichen ist Schütt dafür zuständig, dass das Klimaschutzkonzept der Stadt Stralsund umgesetzt wird. Je nach Stadt oder Kommune gibt es ganz verschiedene Maßnahmen. Mal sollen erneuerbare Energien erneuert werden und Windkraftanlagen aufgestellt werden, mal muss eine Stadt Energie sparen und hier auch darauf achten, dass es die angesiedelte Wirtschaft tut. Und oft sollen auch mit Neubauprojekten gezielt klimagerechte Häuser gebaut werden.

Die Klimaschutzmanagerinnen und -manager sollen die Ziele der Bevölkerung und den jeweiligen Zielgruppen näherbringen. Sie entwickeln verschiedene Strategien für Vorgehensweisen und organisieren unterschiedliche Projekte. 

Dies können beispielsweise Informationsveranstaltungen sein, die Unternehmen aus Industrie und Handwerk eine Plattform bieten, um der Bevölkerung etwa Informationen über Energiesparmaßnahmen an die Hand geben zu können. Es können aber auch Werbekampagnen sein. "Letztlich geht es immer darum, die Bürger in Sachen Klimaschutz zum Umdenken zu bewegen", fasst Schütt zusammen.

Auch wenn der Job viel konzeptionelle und organisatorische Arbeit beinhaltet, so ist das Aufgabenfeld nicht ausschließlich darauf beschränkt. Sie und ihre Kollegen seien in erster Linie als Ansprechpartner in allen offenen Fragen zum Thema Klimaschutz gefragt, erzählt Schütt. Das alles geht nicht ohne umfangreiches Fachwissen. "Wir sprechen mit Vertretern aus Industrie und Handwerk ebenso wie mit Politikern und Bürgern. Der Schwerpunkt liegt auf der Öffentlichkeitsarbeit." Und dafür braucht man gute Kommunikationsfähigkeiten – und Fingerspitzengefühl. Denn Vertreter aus der Wirtschaft verfolgen andere Ziele als Bürger, die sich für Umweltschutz interessieren. Jede Zielgruppe habe unterschiedliche Bedürfnisse, sagt Schütt.

Ein naturwissenschaftlicher Background, etwa ein abgeschlossenes Studium in einem naturwissenschaftlichen Bereich, ist eine gute Voraussetzung für die Arbeit als Klimaschutzmanager. Zusätzlich sind bereits vorhandene Kenntnisse der PR- und Öffentlichkeitsarbeit von Vorteil, jedoch keine Bedingung für einen Einstieg in den Beruf. "Es gibt unterschiedliche Wege in den Beruf. Als Naturwissenschaftler erarbeite ich mir PR-Kenntnisse, als PR-Stratege muss ich in Naturwissenschaften und Technik fit werden", sagt Schütt.

Geduld, ausgeprägte Menschenkenntnis, Belastbarkeit, Kreativität in puncto Umsetzung und Herangehensweise an Projekte, sowie Kommunikationsstärke, Eigeninitiative und die Fähigkeit zur Eigenmotivation sind wichtige persönliche Fähigkeiten von Klimaschutzmanagern. Letztlich unabdingbar ist auch ein ausgeprägtes, persönliches Interesse für das Thema. "Man sollte sich schon auch privat für das Thema interessieren, um nicht nur zu informieren, sondern auch motivieren zu können", sagt Schütt.

Anstellungen finden sich zumeist bei Städten und Kommunen. Zudem gehen auch immer mehr Unternehmen dazu über, Positionen zu schaffen, die dem Aufgabenfeld von Klimaschutzmanagern sehr ähnlich sind und dann unternehmensintern als Klimaschutzbeauftragter oder Umweltschutzmanager betitelt werden. "Der Bedarf wächst stetig", sagt Schütt.

Die aktuell noch mittelmäßigen Jobchancen sind ebenso wie die mitunter sehr stressige und anstrengende Arbeit Schattenseiten des Berufes. Die Zusammenarbeit mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Bevölkerung erfordere oft ein Höchstmaß an Geduld und Ausdauer. Zudem sei es oft nicht einfach, den Menschen bessere Wege der Energienutzung zu vermitteln und sie davon zu überzeugen, aus ihren bestehenden Verhaltensweisen auszubrechen. Gleichzeitig stellen diese Aufgaben für Schütt auch immer eine Herausforderung dar. "Wir Klimaschutzmanager können eigene kreative Ideen verwirklichen, um die Menschen für Klimaschutz zu begeistern und zum Mitwirken zu bewegen. Das macht die Arbeit schon zu etwas Besonderem." 

  • Gehalt: Gehalt erfolgt nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes und reicht (TVÖD), abhängig von Qualifikation und Ausschreibungsvoraussetzungen, von Entgeltgruppe 10 bis 13. Das entspricht einem Jahresgehalt zwischen etwa 34.000 und 42.000 Euro brutto.
  • Arbeitszeit: Zwischen 38 und 40 Stunden pro Woche, Überstunden vor Veranstaltungen sind die Regel.
  • Ausbildung: Keine Ausbildung im Speziellen möglich, ein abgeschlossenes naturwissenschaftliches Studium und/oder Studium der Öffentlichkeitsarbeit sind zumeist Einstellungsvoraussetzungen.