Wer Poker-Dealer werden will, muss gut mit den Spielkarten umgehen können (Archivbild). © Mychele Daniau/Getty Images

Blind, All In, Royal Flush: Bei diesen Fachbegriffen werden Pokerspieler sofort hellhörig. Jürgen Bachmann geht es genauso. Er sitzt täglich am Pokertisch – ist aber kein Spieler. Seine Aufgabe: Er fungiert als eine Art Spielleiter.

"Als Poker-Dealer bin ich einerseits als Dienstleister für Menschen aktiv, die miteinander Poker spielen wollen und die Aufgabe des Spielleiters, der die Karten ausgibt, jemand anderem übertragen wollen", sagt Bachmann. Gleichzeitig passe ein Poker-Dealer auf, dass die Spieler am Tisch die Regeln einhalten und das Pokerspiel so abläuft, wie es ablaufen soll.

Selbst spielt Bachmann jedoch nicht mit. Das unterscheidet den Poker-Dealer vom Croupier. "Croupiers sind, etwa beim Black Jack, als Spieler für das Casino in das Spiel eingebunden. Poker-Dealer sind das hingegen nicht", erklärt Bachmann. Anleiten und beobachten sind die wichtigsten Funktionen eines Poker-Dealers: In welcher Reihenfolge sind die Spieler an der Reihe? Wann muss der Spieleinsatz erhöht werden? Um wie viel darf er erhöht werden?

Zudem gehört es zu seinen Aufgaben, eventuelle Mogeleien der Spieler zu erkennen und zu unterbinden sowie unerfahrenen Spielern Hilfestellung bei Fragen rund ums Spiel zu geben. "Wir haben eine überwachende und koordinierende Funktion am Pokertisch. Wenn jemand etwas falsch macht, dann verbessern wir den Spieler auch", sagt Bachmann.

Die Schwierigkeit dabei: Der Poker-Dealer muss den Spagat zwischen einer gewissen Strenge und lockerer Atmosphäre am Spieltisch schaffen, damit alles reibungslos vonstatten geht. Denn nur ein reibungsloser Ablauf schaffe eine angenehme Spielatmosphäre, sagt Bachmann. Mitunter seien dazu auch deutliche Worte nötig. "Ein Poker-Dealer muss seine Spieler am Tisch auch ein Stück weit erziehen. Ich muss zeigen, nach welchen Regeln gespielt wird."

Neben kommunikativen Fähigkeiten braucht ein Poker-Dealer Organisationstalent. Außerdem muss er stets den Überblick behalten können, auch in stressigen Situationen, zugleich aber eine gewisse Lässigkeit ausstrahlen. Ein mathematisches Verständnis, gute Menschenkenntnis sowie Talent für den Umgang mit Menschen sind weitere wichtige Fähigkeiten für die Arbeit.

Elementar ist selbstredend der Umgang mit den Spielkarten. Hier ist Geschicklichkeit und Fingerfertigkeit gefragt. "Ich muss mit Karten und Jetons flüssig umgehen können. Das spart Zeit, sieht gut aus und vermittelt eine lockere Spielatmosphäre", sagt Bachmann.

Trotz alleiniger Arbeit am Tisch ist die Tätigkeit als Poker-Dealer immer Teamarbeit. Alle 30 Minuten wird der Platz als Spielleiter geräumt und einem Kollegen oder einer Kollegin übergeben. Dann wird in einer kurzen Übergabe erklärt, was bisher während des Spiels abgelaufen ist und was es zu beachten gilt.