Was muss ich als Arbeitgeber beachten, wenn ich Jugendliche beschäftigen möchte?, fragt Gerald Bauer.

Sehr geehrter Herr Bauer,

unser Jugendarbeitsschutzrecht ist gekennzeichnet durch eine Kombination absoluter Arbeitsverbote für Kinder und besonderer Schutzvorschriften für Jugendliche. Wer jugendliche Arbeitnehmer beschäftigt, muss das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) beachten. Dieses Gesetz schützt Personen, die noch keine 18 Jahre alt sind, davor, keine zu schweren, gefährlichen und ungeeigneten Arbeitsaufgaben zu erfüllen. Ferner dient es dazu, dass sie nicht zu früh und zu lange arbeiten.

Das Gesetz differenziert zwischen Kinder und Jugendlichen. Kind ist, wer noch nicht 15 Jahre alt ist. Ein Jugendlicher ist mindestens 15, aber noch keine 18 Jahre alt. Kinder zu beschäftigen ist vom Grundsatz her verboten.

Arbeitgeber müssen diese gesetzlichen Vorgaben einhalten und können sie nicht durch anders gestaltete Verträge außer Kraft setzen. Und um sicherzustellen, dass das JArbSchG auch eingehalten wird, überprüft der Gesetzgeber in regelmäßigen Abständen Betriebe, die Jugendliche beschäftigen.

Möchten Sie Jugendliche beschäftigen, müssen die also mindestens 15 Jahre alt sein. Allerdings dürfen Kinder über 13 Jahre mit Einwilligung des Personensorgeberechtigten in der Landwirtschaft und als Zeitungsträger arbeiten, soweit die Beschäftigung leicht und für Kinder geeignet ist (§ 5 Absatz 2 JArbSchG). Jugendliche, die bereits 15 Jahre als sind, dürfen nicht mehr als acht Stunden täglich (ohne Pausen) und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich in der Fünftagewoche arbeiten.

Auch der Urlaub ist besonders geregelt. Jugendliche haben Anspruch auf mindestens 30 Urlaubstage, wenn sie zu Beginn des Kalenderjahres noch nicht 16 Jahre alt sind, auf mindestens 27 Urlaubstage, wenn sie unter 17 sind, und auf mindestens 25 Tage, wenn sie noch keine 18 sind.

Die Nachtarbeitsruhe wird auf die Zeit von acht Uhr abends bis sechs Uhr früh festgelegt. An Berufsschultagen mit einer Unterrichtsdauer von mehr als fünf Stunden sind die Jugendlichen von der Arbeit im Betrieb freizustellen. Akkordarbeit und tempoabhängige Arbeit ist verboten.

Ferner dürfen Arbeitgeber Jugendliche erst beschäftigen, wenn diese innerhalb der letzten 14 Monate ärztlich untersucht worden sind und ihnen darüber eine Bescheinigung vorliegt. Ist das nicht der Fall, müssen Arbeitgeber Jugendliche vor Antritt ärztlich untersuchen lassen. Auch nach dem ersten Arbeitsjahr müssen Jugendliche sich erneut untersuchen lassen und diese Bescheinigung ihrem Arbeitgeber vorlegen.

Zu guter Letzt müssen Arbeitgeber eine Kopie des Jungendarbeitsschutzgesetzes sowie die Anschrift der zuständigen Aufsichtsbehörde im Unternehmen aushängen. Und zwar so, dass die Informationen auch entsprechend auffindbar sind. Wer mehr als drei Jugendliche beschäftigt, muss darüber hinaus auch Informationen über den täglichen Arbeitsbeginn und -ende sowie Pausen aushängen.

Ihr Ulf Weigelt