Was muss eine Abmahnung enthalten, um nicht unwirksam zu sein, fragt Bettina Wagner.

Sehr geehrte Frau Wagner,

damit eine ausgesprochene Abmahnung wirksam und vor allem auch nachweisbar ist, ist es ratsam, sie grundsätzlich schriftlich zu verfassen, obwohl Abmahnungen nicht formgebunden sind. Dabei sollte die konkrete Pflichtverletzung des Mitarbeiters (der Vorwurf) benannt sein sowie der Sachverhalt präzise geschildert werden. Bei der Pflichtverletzung sollten Sie neben der Art der Pflichtverletzung auch Datum, Ort sowie Uhrzeit angeben.

Und damit es nicht zu Missverständnissen kommt, sollte die Abmahnung auch die einzuhaltende Pflicht für die Zukunft deutlich benennen. Dazu gehört, unmissverständlich auf die Hinweis- und Warnfunktion der Abmahnung hinzuweisen. Der Arbeitgeber müsse in einer für den Arbeitnehmer hinreichend deutlich erkennbaren Art und Weise Vertragspflichtverletzungen beanstanden und damit den Hinweis verbinden, dass im Wiederholungsfalle der Inhalt oder der Bestand des Arbeitsverhältnisses gefährdet seien, befand das Bundesarbeitsgericht in einer Entscheidung von 1996.

Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie die schriftliche Abmahnung auch mit der Überschrift  "Abmahnung" versehen. So wird dem Mitarbeiter deutlich, um was es tatsächlich geht. Ratsam ist auch, die Abmahnung kurz und knapp zu halten, damit Mitarbeiter diese auch als Warnfunktion verstehen.

Ihr Ulf Weigelt