Wie führe ich ein Kündigungsgespräch korrekt?, fragt Jan Peters.

Sehr geehrter Herr Peters,

ein Kündigungsgespräch ist in der Regel für beide Seiten kein einfaches Gespräch. Deshalb sollten Führungskräfte solche Gespräche gut vorbereiten und immer so führen, dass sie für alle Beteiligten erträglich sind. Dazu gehört vor allem, dass Vorgesetzte die Mitarbeiter weder demütigen noch entwerten.
Und obwohl die Situation schwierig ist, muss es Führungskräften gelingen, sowohl das Selbstbewusstsein als auch die Selbstachtung des Betroffenen zu bewahren. Wer hier Schwierigkeiten hat, sollte sich einen Leitfaden erstellen.

Stellen Sie zum Beispiel sicher, dass Sie das Gespräch in Ruhe führen können. Kommunizieren Sie dabei offen, verständlich, korrekt und mitfühlend. Vermeiden Sie zudem, zu ausschweifend und zu rational zu agieren. Eine Kommunikation, die emotional ist und klare Botschaften vermittelt, ist wertschätzend.
Seien Sie aufmerksam, wie Ihr Mitarbeiter reagiert. Manche Menschen zeigen zunächst keine emotionalen Reaktionen oder fragen auch nicht nach – dann sollten Sie nach seinem Befinden fragen und nachhaken, was der Betroffene verstanden hat und was nicht. Stellen Sie sicher, dass der Mitarbeiter mit allen wichtigen Informationen aus dem Gespräch geht.

Dazu gehört, wann das Beschäftigungsverhältnis endet, ob ein Anspruch auf Resturlaub besteht, ob der Mitarbeiter vorzeitig freigestellt werden soll, ob und in welcher Höhe eine Abfindung gezahlt wird und ob dem Mitarbeiter gegebenenfalls geholfen wird (z.B. durch einen externen Outplacement-Berater).

Und weil viele Gekündigte zunächst geschockt sind und daher nicht mehr in der Lage sind, wichtige Einzelheiten des Kündigungsgespräches reproduzieren zu können, ist es ratsam, dem Mitarbeiter die wesentlichen Informationen anschließend schriftlich auszuhändigen.

Ebenfalls wichtig ist, am Ende des Kündigungsgespräches einen Folgetermin zu vereinbaren. Denn ist der erste Schock überwunden, treten bei Betroffenen schnell Fragen auf. Daher sollte das Folgegespräch ein bis zwei Tage später erfolgen.

Planen Sie die Entlassung von mehreren Mitarbeitern, ist es wichtig, vorab einen guten Zeitplan auszuarbeiten. Denn hat das erste Trennungsgespräch erst einmal stattgefunden, macht es in der Belegschaft schnell die Runde. Deshalb sollten die anderen Gespräche generell zügig folgen. So besteht nicht die Gefahr, dass eine Unsicherheit das Team blockiert.

Ihr Ulf Weigelt