Ich wollte meinen Mitarbeitern die Möglichkeit einräumen, teilweise aus dem Homeoffice tätig zu sein. Jetzt bin ich aber unsicher, weil es die Meldung gab, dass das bei Unfällen zu Problemen kommen kann. Wie kann ich mich als Arbeitgeber hier schützen?, fragt Michaela Wolters.

Sehr geehrte Frau Wolters,

viele Mitarbeiter wünschen sich die Möglichkeit, ein paar Tage im Monat vom Homeoffice aus tätig zu sein. Und während Mitarbeiter in den Niederlanden seit 2015 einen rechtlichen Anspruch darauf haben, gibt es diesen in Deutschland nicht.

Möchten Sie Ihren Mitarbeitern diese Möglichkeit bieten, sollten Sie gemeinsam mit dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung verhandeln oder, weil Ihr Betrieb keinen Betriebsrat hat, eine Ergänzung zum Arbeitsvertrag vornehmen, welche Regelungen klar aufstellt.

Folgende Inhalte sind dabei wichtig: Ausgestaltung, Umfang sowie Beendigung der Homeoffice-Tätigkeit.

Und weil auch im Homeoffice der Arbeitsschutz und dementsprechend die Arbeitszeit eingehalten werden muss, dürfen Ihre Mitarbeiter auch zu Hause nicht länger als acht Stunden für Sie tätig sein. Auseinandersetzungen bezüglich der erfüllten Arbeitszeit beugen Sie vor, indem Sie eine klare Regelung für die Dokumentation vereinbaren. So herrscht gleich von Anfang an für alle eine transparente und nachvollziehbare Regelung, Unklarheiten kommen erst gar nicht auf.

Zum Arbeitsschutz gehören auch Büromöbel, die die Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes erfüllen müssen. Das heißt, Sie als Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass auch im Homeoffice das Arbeitsschutzgesetz, die Bildschirmarbeitsplatzverordnung sowie die Arbeitsstättenverordnung eingehalten werden. Dementsprechend müssen auch Sie die benötigen Arbeitsmittel zur Verfügung stellen. Und beschädigt Ihr Mitarbeiter diese, muss er auch nur haften, wenn er vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat.

Und zum Thema Betriebsunfall: Die Arbeit Ihrer Mitarbeiter am Schreibtisch im Homeoffice sowie der Weg vom Homeoffice zum Arbeitgeber sind versichert und fallen dementsprechend unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Hier gibt es allerdings im Gegensatz zum Arbeitsplatz im Betrieb Unterschiede. Fällt Ihr Mitarbeiter beispielsweise auf dem Weg zur Toilette oder zur Küche und verletzt sich, fällt das nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Ihr Ulf Weigelt