"Ich würde gerne meine Elternzeit verkürzen. Ist das möglich?",  fragt Karin Peter.

Sehr geehrte Frau Peter,

möchten Sie die Elternzeit verkürzen, ist das grundsätzlich nur möglich, wenn Ihr Arbeitgeber dem zustimmt. Denn Arbeitgeber sind nach § 16 Abs. 3 Satz 1 des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) nicht verpflichtet, diesem arbeitnehmerseitigen Wunsch ohne Weiteres nachzukommen. Der Gesetzgeber gibt dem Arbeitgeber diese Möglichkeit, da dieser in der Regel eine Elternzeitvertretung eingestellt hat und dementsprechend keinen zweiten Mitarbeiter auf einer Position benötigt.

Von diesem Grundsatz gibt es jedoch Ausnahmen, die in § 16 Abs. 3 und 4 BEEG geregelt sind. Der Gesetzgeber unterstützt Mitarbeiter in Härtefällen.

Ein solcher Härtefall liegt beispielsweise vor, wenn die wirtschaftliche Existenz der Eltern durch die Elternzeit gefährdet ist. Etwa, weil der Partner verstorben oder so schwer erkrankt ist, dass er nicht mehr arbeiten kann.

Dann dürfen Arbeitgeber die vorzeitige Beendigung der Elternzeit nur wegen dringender betrieblicher Erfordernisse schriftlich innerhalb von vier Wochen ablehnen. In der Regel machen Arbeitgeber davon aber bei einem solchen Härtefall kaum Gebrauch.

Es gibt aber eine weitere, sehr viel schönere Ausnahme: Wenn die Geburt eines weiteren Kindes ansteht, kann die Mutter die Elternzeit abbrechen, um die Mutterschutzfrist in Anspruch zu nehmen. Dann geht die Elternzeit des einen Kindes in den Mutterschutz wegen des anderen Kindes über.

Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Arbeitgeber gesprächsbereit sind. Denn lehnen sie den Wunsch ihrer Mitarbeiter ab, können diese dann alternativ zumindest eine Teilzeittätigkeit während ihrer Elternzeit beantragen um frühzeitiger in das Erwerbsleben zurückzukehren.

Ihr Ulf Weigelt