Viele der Ausbildungsplätze im Handwerk konnten in diesem Jahr nicht besetzt werden. Für immer mehr Betriebe wird es zunehmend schwer, Nachwuchs zu finden. Forscher gehen davon aus, dass gerade seltene Handwerksberufe in den kommenden Jahren aussterben werden, wenn die Tätigkeit nicht ganz von Maschinen ersetzt werden kann.

Einer solcher seltenen Berufe ist das Klöppeln – allerdings stehen die Chancen gut, dass sich die Tätigkeit als Handwerk gegen Maschinen durchsetzen kann. Schon heute üben nur noch sehr wenige Menschen die Handarbeit als Nischenberuf aus.

Klöppeln ist eine Handwerksarbeit, bei der mithilfe von Fäden, die auf sogenannte Klöppelhölzer gewickelt sind, verschiedene Spitzen hergestellt werden. Dass Maschinen diese Arbeit eines Tages übernehmen können, gilt derzeit als unwahrscheinlich. Zum einen ist es schwer, eine Maschine zu entwickeln, die übereck klöppeln kann. Zum anderen ist die Nachfrage nach Spitzen-Textilien zwar vorhanden, aber den Kunden – zumeist Liebhaber – ist echte Handarbeit wichtig. Vielleicht wird sich Klöppeln daher als reiner Handarbeitsberuf erhalten.

Mit Halbschlag und Ganzschlag zum Armband

Generell müssen Anfänger zunächst einmal die verschiedenen Grundschläge lernen. Es gibt einen Halb- und einen Ganzschlag. Mit den Grundtechniken ist es möglich, einfache Armbänder anzufertigen. Profis besticken Kleidung, Bettbezüge, Zierdecken und stellen Schmuck her. Dabei wird der Faden durch ein spindelförmiges Klöppelholz durch kreuzende und drehende Bewegungen miteinander verflochten. Was einfach klingt, ist eine komplizierte Technik, die spezielles Werkzeug erfordert. Fäden, Hölzer, ein Klöppelkissen, Nägel und einen Klöppelbrief. Vor der Arbeit wird eine Vorlage mit Nägeln auf dem Kissen befestigt, erst dann kann durch Drehen und Kreuzen eine Spitze entstehen. 

Der Beruf kann durch die Ausbildung zum Textilgestalter oder zur Textilgestalterin mit Fachrichtung Klöppeln erlangt werden. Sie ist staatlich anerkannt und dauert drei Jahre. Die Azubis lernen in dieser Zeit nicht nur Klöppeln, sondern die Grundlagen der Textilgestaltung generell. Dazu gehören etwa das Planen und Anfertigen von Skizzen, aber auch Fächer wie Sozial- und Wirtschaftskunde. Außerdem werden verschiedene Spitzen-Techniken wie die Pariser Spitze oder die Point-de-Lille-Spitze vermittelt. Diese müssen zur Gesellenprüfung aus dem Effeff beherrscht werden. Die Ausbildung endet mit der Prüfung, bei der die Lehrlinge Kunsthandwerk herstellen und präsentieren müssen.

Interessant machen den Beruf vielfältige Weiterbildungen, die schon während der Ausbildung möglich sind. Dazu gehört etwa Paramentik: Dabei werden liturgische Textilien gestaltet, also Gewänder für einen Gottesdienst angefertigt. Solche zusätzlich erlernten Fähigkeiten werden gesondert zur eigentlichen Ausbildung geprüft. Wem das nicht reicht, der kann im Anschluss ein Studium in Textil- und Modedesign oder Textil- und Bekleidungstechnik anstreben. Außerdem kann man nach der Ausbildung eine Meisterausbildung anschließen.

Wer Klöppler werden möchte, sollte kreativ sein und handwerkliches Geschick mitbringen. Wunde Finger und Hornhaut an den Händen gehören allerdings zum Joballtag. Dafür ist der Verdienst für einen Handwerksberuf recht gut. Schon ohne Zusatzqualifikationen verdienen Klöppler bis zu 2.900 Euro brutto im Monat – schlicht, weil es nur noch so wenige gibt.

  • Gehalt: Ohne Zusatzqualifikationen kommt ein ausgelernter Klöppler je nach Bundesland und Betrieb auf 2.000 bis 2.900 Euro brutto im Monat.
  • Arbeitszeit: In der Regel arbeiten Klöppler werktags und haben eine 40-Stunden-Woche.
  • Ausbildung: Die staatlich anerkannte Ausbildung dauert drei Jahre, findet abwechselnd in Betrieb und Berufsschule statt und endet mit der Gesellenprüfung. Voraussetzung dafür ist mindestens der Hauptschulabschluss.