Den Plan ambitioniert zu nennen ist noch untertrieben. Bis zum Jahr 2025 soll die Hälfte der Belegschaft des australisch-britischen Rohstoffkonzerns BHP Billiton weiblich sein. Das verkündete der CEO Andrew Mackenzie vergangene Woche im Rahmen der Hauptversammlung. Zur Einordnung: Aktuell liegt der Frauenanteil bei etwa 17 Prozent. Das konkrete Ziel nehme das Unternehmen in die Verantwortung, sagt Mackenzie: "Es zeigt, dass wir es ernst meinen."

Einerseits ist die Bergbauindustrie nicht gerade für übertriebene Frauenförderung bekannt, der Anteil weiblicher Führungskräfte lag im Jahr 2015 branchenweit bei zwölf Prozent. Andererseits geht BHP Billiton mit dem Zeitgeist. Nach Angaben der US-Beratung Catalyst kletterte der Anteil weiblicher Führungskräfte bei den 500 größten US-Konzernen im vergangenen Jahrzehnt von knapp 34 auf 52 Prozent.

Frauen sind auf dem Vormarsch, und das ist auch gut so. Glaubt man einer neuen Studie, birgt das jedoch neues Konfliktpotenzial.

Spielt das Geschlecht des Chefs eine Rolle?

Inzwischen ist bekannt: Das Verhältnis zwischen Vorgesetztem und Untergebenem beeinflusst Motivation, Engagement und Zufriedenheit. Wenn Angestellte ihren Chef schätzen, sinken die Zahl der Fehltage und die Fluktuation, während die Produktivität und Leistung steigen. Aber spielt dabei auch das Geschlecht des Vorgesetzten eine Rolle – und wenn ja, welche? Dieser Frage gingen nun die beiden Ökonomen Benjamin Artz und Sarinda Taengnoi von der Universität von Wisconsin nach.

Für ihre Studie, die demnächst im Fachjournal Labour Economics erscheint, werteten sie zwei US-Langzeitstudien aus. Die National Longitudinal Study of Youth und die National Study of the Changing Workforce verfolgen seit dem Jahr 1979, beziehungsweise seit 2008, das Leben von 12.000 Amerikanern.

Die Teilnehmer machen dafür regelmäßig Angaben zu ihrem Privat- und Berufsleben – in welcher Branche sie arbeiten, wie viel sie verdienen und ob sie insgesamt mit Chef und Job zufrieden sind, von eins (sehr unglücklich) bis vier (sehr glücklich). Die Wissenschaftler beschränkten sich auf all jene Angestellten, die in der Privatwirtschaft arbeiten und an einen Vorgesetzten berichten. Und dabei entdeckten sie einen kuriosen Zusammenhang.