Pferdewirtin werden – viele Mädchen und Jungen träumen davon. Den ganzen Tag im Reitstall sein und Pferde für die verschiedenen Disziplinen wie Dressur oder Springen ausbilden und trainieren. Keine Frage: Ohne Reitererfahrungen geht es nicht. Mit zu den Aufgaben gehört auch, die Pferde zu versorgen und zu pflegen – und das Reiterequipment noch dazu. Das ist aber noch lange nicht alles: Einen Großteil der Arbeit von Pferdewirten machen Aufgaben wie Ausmisten und Fegen aus.

Weil der Umgang mit Pferden und Reitern Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein benötigt, sind neben der Reiterfahrung und körperlichen Ausdauer auch pädagogische Fähigkeiten Voraussetzungen für den Beruf. Und auch wenn rechtlich keine bestimmte Schulausbildung vorgeschrieben ist, stellen Reitschulen, Reiterhöfe, Pferdeausbildungsbetriebe und Reitvereine überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife ein.

Die Ausbildung gibt es in den verschiedenen Fachrichtungen: klassische Reitausbildung, Pferdehaltung und Service, Pferderennen, Pferdezucht sowie Spezialreitwesen. Bei der klassischen Reitausbildung geht es hauptsächlich um die Ausbildung von Pferden und Reiter in den verschiedenen Disziplinen. In dem Bereich Pferdehaltung und Service gewährleisten Pferdewirte die artgerechte Haltung, kümmern sich um organisatorische Belange und beraten Kunden bezüglich der Pferdehaltung. Wer sich für die Fachrichtung Pferderennen entscheidet, kümmert sich hauptsächlich um Rennpferde. Im Bereich der Pferdezucht geht es in der Regel um die Zucht von Renn-, Reit- oder Arbeitspferden. Und beim Spezialreitweisen bilden Pferdewirte Pferde und Reiter in Western- oder Gangreiten aus. Auf dem Lehrplan der Berufsschule stehen für alle die richtige Stallpflege, die artgerechte Ernährung sowie die Sicherheitsregeln, die im Umgang mit Pferden eingehalten werden müssen.

Für den Job ist Fitness in jeder Hinsicht gefragt

Rosarot ist der Beruf in der Realität allerdings nicht. Zu den körperlich anstrengenden Tätigkeiten kommt das tägliche Bewegen der Pferde bei Wind und Wetter dazu – auch an Wochenenden. Und weil der Arbeitstag morgens in der Frühe mit der Fütterung startet, müssen Pferdewirte sich ebenfalls auf unregelmäßige Arbeitszeiten einstellen. Ein zusätzliches Risiko birgt die Unfallgefahr. Denn trotz des Einhaltens der Sicherheitsstandards gehören Verletzungen zum Arbeitsalltag dazu.

Wer sich nach einem Beruf mit Pferden sehnt und weder Schmutz und Staub noch Wind und Wetter fürchtet, sollte zunächst ein Praktikum in einem Pferdeausbildungsbetrieb, Reitverein oder Ponyhof machen. So erhält man einen realistischen Eindruck vom harten Arbeitsalltag eines Pferdewirts, denn ob man reitet möchte oder muss, sind zwei vollkommen verschiedene Dinge.

  • Gehalt: Das Auszubildendengehalt liegt im ersten Ausbildungsjahr zwischen 520 bis 630 Euro brutto, im zweiten zwischen 570 bis 675 Euro und im dritten zwischen 640 bis 730 Euro. Nach der Ausbildung verdienen Pferdewirte zwischen 1.400 bis 1.800 Euro brutto im Monat.
  • Arbeitszeit: Der Tag beginnt früh und endet spät, auch an den Wochenenden. Daher sind Pferdewirte in der Regel zwischen 40 bis 48 Stunden wöchentlich tätig.
  • Ausbildung: Die staatlich anerkannte Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit einer Abschlussprüfung, die von der Landwirtschaftskammer abgenommen wird.