Keime sind Überlebenskünstler, was vor allem Krankenhäuser vor große Herausforderungen stellt, denn sie gehören zu den anfälligsten Orten. Durch mangelnde Hygiene des Personals, der Besucher oder Patienten können sich multiresistente Keime  verbreiten. Laut dem Europäischen Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten infizieren sich jährlich 2,6 Millionen Menschen in Krankenhäusern. Und auch wenn die Welt nie frei sein wird von gefährlichen Keimen, wäre ein Drittel dieser Fälle durch eine bessere Hygiene vermeidbar. Das zeigt, wie wichtig die Fachkräfte für Hygieneüberwachung sind, denn sie ergreifen vorbeugende Maßnahmen, prüfen das Einhalten der Hygieneverordnungen und handeln in Gefahrensituationen.

Die Hygieneüberwacher prüfen aber nicht nur öffentliche, private und gewerbliche Einrichtungen auf das Einhalten der Hygieneverordnungen. Einen großen Teil ihrer Arbeit macht Umwelthygiene aus. So untersuchen sie Umweltbelastungen, indem sie Boden- und Wasserproben entnehmen und im Labor auswerten. Auch für die anschließende Dokumentation der Untersuchungsakten sind sie zuständig. Können Proben nicht im eigenen Labor untersucht werden, müssen sie versandfertig gemacht und an eine staatliche Untersuchungsstelle verschickt werden, die die Ergebnisse ermittelt. All das macht den Beruf zwar anspruchsvoll, abwechslungsreich wird er aber erst durch die aufklärende Funktion, für die die Fachkräfte ebenfalls zuständig sind. Sie informieren über Themen wie Seuchenhygiene, Desinfektion und auch Schädlingsbekämpfung.

In den drei Jahren ihrer Ausbildung müssen Azubis neben der Infektions-, Umwelt-, Lebensmittel- und Ernährungshygiene auch Anatomie und Mikrobiologie lernen. Mitbringen sollten Interessierte gute Rechen- und Kommunikationsfähigkeiten sowie ein gutes Textverständnis. Wichtig ist auch, verantwortlich und präzise zu arbeiten, schließlich ist die Ausbreitung von Keimen sehr gefährlich.

Der Beruf der Fachkraft für Hygieneüberwachung nicht risikolos. Durch den stetigen Kontakt mit Krankheitserregern, bei denen es eine Ansteckungsgefahr gibt, muss der Prüfer vor allem sich selbst schützen. Hierfür trägt er in Gefahrensituationen Handschuhe, eventuell einen Mundschutz und in Extremsituationen gar einen Ganzkörperanzug. Desinfektionsmittel gehören dementsprechend zu ihrer Grundausstattung.

Die Ausbildung wird nur in Thüringen angeboten. In anderen Bundesländern nennt sich der Beruf Gesundheitsaufseher oder Hygienekontrolleur. Die Inhalte der Ausbildungen können abweichen, allerdings nicht die späteren Berufsaufgaben. Arbeiten Fachkräfte überregional oder möchten in einem anderen Bundesland tätig sein, können sie ihren Abschluss beim zuständigen Landesamt anerkennen lassen.

  • Gehalt: Je nach Bundesland verdienen Fachkräfte für Hygieneüberwachung zwischen 1.800 und 2.500 Euro brutto. Im öffentlichen Dienst sind Gehälter von bis zu 2.900 Euro brutto monatlich möglich. Wer mehr verdienen möchte, sollte eine kaufmännische Weiterbildung zum Fachwirt für Umweltschutz absolvieren. Hier ist ein Gehalt von bis zu 3.500 Euro brutto zu erwarten.
  • Arbeitszeit: Weil Fachkräfte für Hygieneüberwachung viel unterwegs sind, haben sie dementsprechend keine geregelten Arbeitszeiten. In vielen Betrieben sind sie im Schichtdienst tätig.
  • Ausbildung: Für die dreijährige Ausbildung ist ein mittlerer Bildungsabschluss notwendig.