Stimmt es, dass ich mich nachts nicht zum Schlafen hinlegen darf, wenn ich im Krankenhaus Nachtdienst habe?, fragt Julia Kaufmann.

Sehr geehrte Frau Kaufmann,

wer im Nachtdienst tätig ist, arbeitet, wenn andere schlafen. Und er muss die ihm gestellten Aufgaben arbeitsvertragsgemäß erledigen. In der Regel gehören dazu das Beobachten bzw. das Bewachen von Patienten oder Objekten, regelmäßige Rundgänge zur Kontrolle sowie die Hilfe im Bedarfsfall.

Im Gegensatz zum Bereitschaftsdienst, der Mitarbeiter lediglich im Notfall auf den Plan ruft, sind Mitarbeiter im Nachtdienst verpflichtet, die gesamte Arbeitszeit zur Verfügung zu stehen. Dementsprechend sind Pausen wie ein Nickerchen für Mitarbeiter im Nachtdienst verboten.

Hält sich ein Mitarbeiter nicht daran, verletzt er seine Pflichten aus dem Arbeitsvertrag. Das heißt, der Arbeitgeber kann ihm bei einem solchen Vertrauensbruch im Wiederholungsfall kündigen. Ob das fristlos möglich ist, entscheidet der Einzelfall. Denn ob es für ein Unternehmen zumutbar ist, einen solchen Mitarbeiter bis zur Kündigungsfrist weiter zu beschäftigen, hängt davon ab, wie schwer die Pflichtverletzung im Einzelfall war.

Wer sich für eine Tätigkeit im Nachtdienst entscheidet, sollte berücksichtigen, dass es eine enorme Herausforderung und Belastung für den Körper ist. Im Klartext: Wer körperlich nicht fit ist, sollte sich keine Tätigkeit suchen, die Nachtdienste beinhaltet.

Ihr Ulf Weigelt