Dunkles und Helles getrennt, Besonderes nicht zu heiß und Wolle am besten gar nicht in der Maschine waschen – soweit reicht in der Regel das Wissen über die Reinigung von Textilien. Bei Flecken jedoch ist das Know-how von Laien sehr oft begrenzt. Aber kein Problem, das und vieles mehr wissen Textilreiniger.

Für diese stellt sich zunächst die Frage, ob sie in Industriewäschereien oder lokalen Reinigungen tätig sein möchten. Bei beiden wird das Reinigen von Maschinen übernommen, trotzdem gibt es grundlegende Unterschiede. In lokalen Reinigungen stehen Textilreiniger bereits früh morgens im Ladengeschäft, bedienen Kunden und prüfen die Kleidung genauestens nach bereits vorhandenen Schäden. Damit es hinterher nicht zu Auseinandersetzungen mit Kunden kommt, werden Risse im Innenfutter oder fehlende Knöpfe präzise dokumentiert.

Für die Reinigung müssen die Beschäftigten zunächst alle gesammelten Kleidungsstücke nach Farbe und Material sortieren. Wie etwas gewaschen werden darf, steht in der Regel auf den Waschanweisungen in der Kleidung. Weil viele Kunden diese aber rausschneiden, benötigen die Profis umfangreiches Wissen über die verschiedenen Materialien. Und obwohl viele Tätigkeiten von Maschinen übernommen werden, kann die Arbeit durchaus körperlich fordernd sein, insbesondere, weil die Temperaturen beim Bügeln und Mangeln schnell auf über 30 Grad steigen können.

Wer sich für eine Stelle in einer Industriewäscherei entscheidet, benötigt weitere Kenntnisse. Denn Kunden wie Hotels, Krankenhäuser und Pflegeheime haben spezielle Anforderungen an die Ressourceneffizienz und Hygiene. Daher erfordert der Beruf mittlerweile neben dem chemischen Verständnis auch technisches Fachwissen. "Die Anforderungen an die Betriebe werden zunehmend höher und so ist die Ausbildung zum Textilreiniger inzwischen um einiges komplexer und technisch anspruchsvoller als noch vor einigen Jahren", erläutert Daniel Dalkowski vom Deutschen Textilreinigungs-Verband.

Auch in der Textilreinigungsbranche ist die Digitalisierung inzwischen in vollem Gange. Viele Großwäschereien arbeiten heute mit Chipsystemen, bei denen Textilien mit einer elektronischen Kennung versehen sind. Die Chips sind so eingearbeitet, dass Laien sie nicht erkennen können, doch für Textilreiniger sind sie ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Die Wäschestücke werden anhand ihrer Identifikationsnummer durch das System geschleust, sind jederzeit nachzuverfolgen sowie zuzuordnen. Darum beschäftigen sich angehende Meister während ihrer Ausbildung auch mit anspruchsvoller Maschinentechnik, Identifikationssystemen oder RFID-Technik, mit der das Kommissionieren erleichtert wird.

"Die Zukunftsperspektiven für ausgebildete Textilreiniger sind hervorragend", sagt Dalkowski. "Der Bedarf an Fachkräften ist zurzeit höher als die Anzahl der in Ausbildung befindlichen Menschen." Insbesondere mit einem Meistertitel stehen einem als Textilreiniger zahlreiche Karrierewege offen, denn nicht nur Reinigungen und Wäschereien benötigen qualifiziertes Fachpersonal, sondern auch Hersteller von Kleidung, Waschmitteln und Maschinen suchen Textilreiniger. Und weil es sehr viele ungelernte Kräfte in der Branche gibt, haben Fachkräfte gute Chancen, bereits in jungen Jahren zum Abteilungsleiter aufzusteigen.

  • Gehalt: Auszubildende erhalten im ersten Ausbildungsjahr monatlich zwischen 460 bis 580 Euro brutto, im zweiten zwischen 530 bis 650 Euro und im dritten zwischen 610 bis 740 Euro. Nach der Ausbildung liegt das Monatsgehalt für Textilreiniger zwischen 1.600 bis 1.800 Euro brutto, nach der Meisterausbildung bei bis zu 2.300 Euro. Durch die Fortbildung zum Techniker verdienen Textilreiniger bis zu 3.200 Euro.
  • Ausbildung: Für die dreijährige Ausbildung zum Textilreiniger benötigt man mindestens einen Hauptschulabschluss.
  • Arbeitszeit: Die Arbeitszeiten variieren je nach Betrieb. In klassischen Reinigungen orientieren sie sich an den Öffnungszeiten des Einzelhandels. In Industriewäschereien und Reinigungen, die über einen Expressservice verfügen, ist das Arbeiten in Schichten und an Wochenenden üblich.