Im Durchschnitt arbeiten die Deutschen 37,6 Stunden pro Woche. Am liebsten würden sie aber nur 31,3 Stunden mit ihrem Job verbringen, zeigt eine Studie im Auftrag der Hamburger Körber Stiftung. Demnach arbeiten die Deutschen einen Tag mehr in der Woche, als sie eigentlich möchten.   

Für die Untersuchung wurden 1.701 Menschen nach ihren Einstellungen zu den Themen Beruf, Familie, Rente und genereller Lebenszufriedenheit befragt. Die wichtigsten Ergebnisse: Bei der Vereinbarkeit zwischen Familie und Arbeit gehen Wunsch und Wirklichkeit auseinander. Vier von zehn Deutschen wünschen sich, dass beide Elternteile weniger arbeiten und sich die Familienaufgaben teilen. Aber nur vier Prozent der Familien mit Kindern unter 16 Jahren lebt tatsächlich so. 

Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich häufig oder sehr häufig gestresst. Nur fünf Prozent gaben an, so gut wie nie gestresst zu sein. Die Bevölkerungsgruppe, die sich am meisten gestresst fühlt: Frauen zwischen 25 und 39 Jahren. Ein Grund für den hohen Stressfaktor legt ein Studienergebnis nahe: 59 von 100 Befragten gaben an, oft Überstunden zu leisten. Allerdings sagten 85 Prozent auch, dass sie mit ihrer aktuellen Stelle zufrieden seien. Und neun von zehn glauben, dass diese Stelle sicher sei.

Trotzdem befürchten viele Deutsche finanzielle Probleme im Alter. Nur wenige vertrauen dem Rentensystem. 92 Prozent glauben, dass das System weiter verändert werden muss, damit künftige Rentner nicht unterversorgt sind. Fast zwei Drittel der Deutschen glaubt, dass die Politik das nicht schafft. Die Befragung fand allerdings statt, bevor Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ihr Rentenkonzept vorstellte. Dazu kommt, dass sich fast ein Viertel der Befragten vor körperlichen Einschränkungen sorgt.

Grundsätzlich blicken die Deutschen laut der Studie pessimistisch in die Zukunft. Nur jeder Zehnte glaubt, dass es der heute jüngeren Generation in etwa 30 Jahren besser gehen wird als ihren Eltern oder Großeltern. Knapp zwei Drittel meint, dass es den Jungen im Alter schlechter gehen wird.

Wenn die Älteren den Jüngeren etwas auf den Weg geben könnten, wären es Ratschläge, zu sparen und Vorsorge zu betreiben sowie auf Bildung und Ausbildung zu achten. Das gab jeweils etwa jeder Fünfte ohne vorgegebene Antwort an. Nur einer von zehn riet den jungen Menschen, das Leben zu genießen und Träume umzusetzen.