Unsere Arbeitsplätze sind jetzt zur dunklen Jahreszeit viel zu düster zum Arbeiten. Unser Chef aber ignoriert unsere Beschwerden. Zu was ist er verpflichtet?, fragt Manuel Schumann.

Sehr geehrter Herr Schumann,

wird es draußen dunkel, ist eine gute Beleuchtung am Arbeitsplatz sehr wichtig. Denn Licht trägt nicht nur zu einer positiven Stimmung bei, es ist auch gesundheitlich nicht zu unterschätzen: So nämlich werden Arbeitsunfälle verhindert sowie das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeiten von Mitarbeitern gefördert. Daher müssen laut Arbeitsstättenverordnung Arbeitsplätze auch ausreichend beleuchtet sein – durch Tageslicht und künstliches Licht.

Wörtlich heißt es in Ziffer 3.4, Abs. 1: Der Arbeitgeber darf als Arbeitsräume nur solche Räume betreiben, die möglichst ausreichend Tageslicht erhalten und die eine Sichtverbindung nach außen haben.

Dies gilt nicht für

  • Räume, bei denen betriebs-, produktions- oder bautechnische Gründe Tageslicht oder einer Sichtverbindung nach außen entgegenstehen,
  • Räume, in denen sich Beschäftigte zur Verrichtung ihrer Tätigkeit regelmäßig nicht über einen längeren Zeitraum oder im Verlauf der täglichen Arbeitszeit nur kurzzeitig aufhalten müssen, insbesondere Archive, Lager-, Maschinen- und Nebenräume, Teeküchen,
  • Räume, die vollständig unter Erdgleiche liegen, soweit es sich dabei um Tiefgaragen oder ähnliche Einrichtungen, um kulturelle Einrichtungen, um Verkaufsräume oder um Schank- und Speiseräume handelt,
  • Räume in Bahnhofs- oder Flughafenhallen, Passagen oder innerhalb von Kaufhäusern und Einkaufszentren,
  • Räume mit einer Grundfläche von mindestens 2.000 Quadratmetern, sofern Oberlichter oder andere bauliche Vorrichtungen vorhanden sind, die Tageslicht in den Arbeitsraum lenken.

Damit Mitarbeiter nicht unter dem sogenannten Bunkereffekt leiden, verlangt der Gesetzgeber Verglasungen mit ausreichend Tageslicht. Das heißt, Fenster müssen sowohl verzerrungsfrei sein als auch auf farbliche Verfälschungen verzichten. Oberlichter, Glasbausteine sowie Strukturglas reichen dementsprechend nicht aus.

Arbeitgeber sollten daher grundsätzlich darauf achten, dass Arbeitsräume weder zu dunkel noch zu hell sind. Stellt Letzteres ein Problem dar, sind Rollos, Jalousien, Lamellenvorhänge oder Markisen eine Möglichkeit, die gesetzlichen Sonnenschutzvorrichtungen einzuhalten.

Sind Räume in der sogenannten kalten Jahreszeit zu dunkel, müssen Arbeitgeber mit ausreichend künstlichem Licht für Abhilfe sorgen. Dazu zählen sowohl eine ausreichende Deckenbeleuchtung als auch eine direkte Beleuchtung am Arbeitsplatz. Sinnvoll ist, wenn Arbeitgeber ihre Mitarbeiter fragen, was sie genau benötigen. Denn die müssen am Ende an ihren Arbeitsplätzen die vom Unternehmen gewünschte Arbeitsleistung erfüllen. 

Ihr Ulf Weigelt