Ich bin Bestandteil eines Werbefilms bei bzw. über meinen Ex-Arbeitgeber. Kann ich ihm verbieten, diesen Film für Werbezwecke zu benutzen? Ich bin nämlich seit gut sechs Monaten woanders beschäftigt, fragt Viktor Kesting.

Sehr geehrter Herr Kesting,

ich gehe davon aus, dass Ihr Ex-Arbeitgeber eine ausdrückliche schriftliche Einwilligung von Ihnen hat, die ihn berechtigt, Sie im Werbefilm zu zeigen bzw. den Imagefilm zu Werbezwecken einzusetzen. Ist das der Fall, wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben, als das zu akzeptieren.

In solchen Fällen erhalten Arbeitgeber auch Unterstützung vom Bundesarbeitsgericht (BAG), wie ein Urteil zeigt (Az.: 8 AZR 1011/13). Ein Mitarbeiter wollte ebenfalls nach seinem Ausscheiden aus dem Betrieb seine einst erteilte Erlaubnis zurückziehen. Die Richter des höchsten Arbeitsgerichts erlaubten dem Arbeitgeber aber die Verwendung der Aufnahmen. Zum einen lag eine einst erteilte Zustimmung vor, mit der eine entsprechende unbegrenzte Nutzung des Films verbunden war. Zum anderen argumentierten die Richter, dass ein Ausscheiden aus dem Unternehmen kein plausibler Grund dafür sei, dass das Unternehmen den Werbefilm mit Aufnahmen eines ehemaligen Mitarbeiters nicht mehr verwenden dürfe.

Ausnahmen bestätigen jedoch Regel: Mitarbeiter können unter bestimmten Voraussetzungen eine einmal erteilte Zustimmung zurückziehen. Das aber ist nur sehr schwer durchzusetzen, wenn die entsprechenden Nutzungsrechte vorliegen. Und das Interesse des Arbeitgebers an der weiteren Nutzung des Werbefilms überwiegt in der Regel, schlicht weil Unternehmen ansonsten Fotos und Filme zu vernichten hätten und neu erstellen lassen müssten, was sehr hohe Kosten verursacht.

Ihr Ulf Weigelt