Durch die Digitalisierung verändert sich bei uns im Betrieb vieles. Jetzt sollen allen Mitarbeiter an einer Fortbildung teilnehmen. Kann mein Chef mich zu dieser Weiterbildung zwingen?, fragt Michael Schuster.

Sehr geehrter Herr Schuster,

die Digitalisierung verändert Arbeitsplätze. Dementsprechend sollten und müssen sich Arbeitnehmer ständig weiterbilden. Wer das nicht tut, erfüllt vielleicht die nötigen Arbeitsqualifikationen bald nicht mehr. 

Eine Pflicht zur Weiterbildung haben Mitarbeiter aber nur, wenn sie zur Ausübung ihrer Tätigkeit notwendig und unabdingbar ist sowie in der regulären Arbeitszeit stattfindet. In diesen Fällen sind diese Maßnahmen oft auch Bestandteil des Arbeitsvertrags und werden dort auch mitgeregelt.

Das heißt, der Arbeitsvertrag enthält konkret Vereinbarungen, wozu Mitarbeiter während ihres Arbeitsverhältnisses verpflichtet sind. Schauen Sie also einmal in Ihren Arbeitsvertrag, ob eine Pflicht zur Fortbildung besteht. Soll die Weiterbildung am Wochenende stattfinden, müssen Mitarbeiter nicht teilnehmen, wenn ein wichtiger privater Grund dem entgegensteht. Solche Gründe sind beispielsweise Familienfeiern, Urlaube, Umzüge und ähnliches.

In der Regel stimmen sich Arbeitgeber bei Pflichtweiterbildungen aber rechtzeitig mit dem Mitarbeiter ab. Schließlich soll die Weiterbildung, die mit arbeitgeberseitigen Kosten verbunden ist, auch für beide Seiten effektiv und nachhaltig sein, denn nur somit wird sichergestellt, dass die arbeitsvertraglich geschuldete Tätigkeit erbracht werden kann.

Ihr Ulf Weigelt