Wir sind mit dem Betrieb umgezogen. Weil ich als Teilzeitkraft nicht jeden Tag vor Ort bin, habe ich jetzt ein Einzelzimmer erhalten, allerdings ohne Fenster. Steht Mitarbeitern nicht grundsätzlich ein Büro mit Fenster zu?, fragt Gabriele Schiller.

Sehr geehrte Frau Schiller,

Mitarbeiter haben nicht generell ein Anrecht auf einen Arbeitsplatz mit Fenster – vorausgesetzt, der Raum verfügt über eine ausreichende Licht- und Luftqualität. Das heißt, existiert dort eine Klimaanlage oder wird die Frischluft in einer anderen Art und Weise zugeführt, sind die Arbeitsplatzbedingungen ausreichend. Auch mit künstlichem Licht kann für ausreichende Beleuchtung gesorgt werden.

Wenn Sie partout nicht in diesem Raum arbeiten wollen, sollten Sie unbedingt zeitnah das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten und dem Betriebsrat (sofern vorhanden) führen. Vielleicht ergibt sich eine andere Möglichkeit für einen besseren Arbeitsplatz.

Hilft das nicht, wenden Sie sich an die Fachkraft für Arbeitssicherheit, den Betriebsarzt, die Berufsgenossenschaft oder das Amt für Arbeitsschutz. In Berlin beispielsweise wäre dies das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi). Diese Stellen werden dann prüfen, ob der Raum der Arbeitsstättenverordnung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und -medizin entspricht und ob dementsprechend die Technischen Regeln für Arbeitsstätten eingehalten wurden. Diese nämlich konkretisieren die Anforderungen und dort finden sich insbesondere im Anhang in Ziffer 3.4 (ASR A 3.4), welche Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz vorherrschen sollten.

Dem Arbeitsplatz fernbleiben oder sich zu weigern, dort zu arbeiten, sollten Sie allerdings nicht. Denn das stellt einen Verletzung Ihrer arbeitsvertraglichen Pflichten dar. Und dieses Verhalten kann Ihr Arbeitgeber abmahnen und Ihnen im Wiederholungsfall sogar kündigen.

Ihr Ulf Weigelt