Schon die alten Römer wussten um die Bedeutung von Beton. Aus einem Vorläufer des heutigen Betons, einer Mischung aus Zement und Bruchstücken alter Dachziegel, wurden schon im dritten Jahrhundert vor Christus komplette Häuser gebaut. Noch heute zeugen Bauwerke wie Aquädukte oder das Pantheon in Rom von der Haltbarkeit des Baustoffes.

Bis heute hat sich die Herstellung von Beton im Prinzip wenig verändert. Noch immer wird das Bindemittel Zement mit Kies, Sand und Wasser vermengt. Im Laufe der Zeit wurden allerdings viele verschiedene Rezepturen für verschiedene Ansprüche entwickelt. So wird je nach Dichte zwischen Leicht-, Normal- und Schwerbeton unterschieden und die verschiedenen Betonarten werden nach den Bestandteilen und Beimischungen oder nach dem Grad der Verdichtung klassifiziert. Wahre Experten im Umgang mit dem Werkstoff Beton sind Betonfertigteilbauer. Sie fertigen aus der grauen Wundermasse komplette Bauteile für den Haus-, Brücken- oder auch Hoch- und Tiefbau.

Wichtigsten Werkzeug dabei: Schalungen, mit denen die Bauteile – beispielsweise ganze Treppen – hergestellt werden. Die Arbeit der Betonbauer ist ein bisschen wie Kuchen backen, vereinfacht gesagt: Zement, Kies und Sand werden mit Wasser vermischt und dieses Gemisch wird in die Schalung gegossen. Durch das Wasser wird ein chemischer Prozess in Gang gesetzt, die Mischung härtet dabei langsam aus.

Bevor es aber überhaupt soweit ist, muss zunächst einmal eine Schalung angefertigt werden. Dazu benötigen Betonfertigteilbauer eine technische Zeichnung. Die Formen werden, abhängig vom zu fertigendem Bauteil und der Häufigkeit der Wiederverwendung, aus Holz oder Metall gefertigt. Zur Verstärkung werden mitunter noch sogenannte Bewehrungen, das sind beispielsweise Eisengeflechte, in den Beton eingelassen. Sie sorgen für die nötige Stabilität. Ist der Beton in der Form, so muss er verdichtet werden. Dazu muss die Luft herausgerüttelt werden, damit das Bauteil nach dem Trocknen stabil bleibt.

Später werden die Schalungselemente entfernt und die Oberflächen geglättet. Außerdem entfernen die Betonbauer nicht erwünsche Gussgrate. Fertig ist ein Bauteil, das je nach Anspruch widerstandsfähig gegen Zug- oder Druckkräfte ist und auch größten Belastungen standhält. Fertig ist die Arbeit damit aber noch nicht. Bei komplexen Bauteilen sind die Betonexperten auch auf der Baustelle gefragt und helfen bei Installation und Montage. Werden mehrere, standardisierte Bauteile auf Vorrat gefertigt, kümmern sich Betonfertigteilbauer auch um die fachgerechte Lagerung.

Betonfertigteilbauer müssen Präzision und Geduld an den Tag legen, sie benötigen außerdem handwerkliches Geschick, mathematisches Verständnis, Kraft und Ausdauer. Auch Schnelligkeit ist gefragt, denn nach dem Anmischen muss der Beton schnell verarbeitet werden. Wichtig auch: Bauzeichnungen lesen können. Dafür braucht man räumliche Vorstellungskraft, denn jedes Bauteil variiert in seiner dreidimensionalen Form in Höhe und Breite.

Ein Job, der den Körper stark belastet

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre, ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Ein solider Hauptschulabschluss mit guten Kenntnissen in Mathematik ist allerdings empfehlenswert. Innerhalb der Ausbildung lernen die angehenden Betonfertigteilbauer unter anderem alles über Zement, die unterschiedlichen Sand- und Kiesarten sowie über die übrigen Materialien, die zum Einsatz kommen. Zudem bekommen die Azubis alles über die unterschiedlichen Mischungen sowie deren Anwendungsgebiete beigebracht. Darüber hinaus lernen sie den Bau von Schalungsformen, das Anfertigen und Lesen von technischen Zeichnungen sowie das Herstellen und Verarbeiten von Bewehrungen.  Die Ausbildung wird mit einer theoretischen und praktischen Prüfung abgeschlossen. Mit ein paar Jahren Berufserfahrung kann die Meisterschule besucht werden. 

Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind auch in diesem Handwerksberuf ziemlich gut, denn das Know-how von Betonfertigteilbauern ist überall auf dem Bau gefragt. Doch der Beruf bringt auch Schattenseiten mit sich. Die Arbeit ist körperlich anspruchsvoll, die Schalungsteile sind oft aus Metall und je nach zu fertigendem Betonteil sperrig und schwer. Das macht die Arbeit mitunter gefährlich, die Arbeit mit teilweise tonnenschweren Bauteilen erfordert Schutzmaßnahmen, Helm, Sicht- und Gehörschutz und Sicherheitsschuhe sind daher Pflicht am Arbeitsplatz. Hinzu kommt ein eher mageres Einkommen, das den körperlichen Verschleiß kaum kompensiert. Wer einen Meister anschließt, hat daher deutlich bessere Einkommenschancen.

Von diesen negativen Seiten des Berufes einmal abgesehen bietet sich Betonfertigteilbauern ein Berufsalltag, in dem immer wieder unterschiedliche Aufgaben eine Herausforderung darstellen. Kein Arbeitstag gleicht dem anderen, denn jedes gefertigte Betonteil ist anders und viele Individualanfertigungen erfordern Geschick, Geduld und Präzision.

  • Gehalt: Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 1.600 bis 2.400 Euro Monatsbrutto.
  • Arbeitszeit: 40 Stunden pro Woche
  • Ausbildung: dreijährige, duale und staatlich anerkannte Ausbildung