Muss ich es als Mitarbeiter akzeptieren, wenn mein Vorgesetzter mich plötzlich in einer Publikation mit Foto abbilden möchte?, fragt Anton Pohl.


Sehr geehrter Herr Pohl,

bei diesem Thema kommt es immer wieder zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber zu Auseinandersetzungen und erst recht, wenn das Arbeitsverhältnis beendet ist. Denn nicht jeder mag es, wenn Fotos von ihm im Umlauf sind bzw. wenn er für jeden identifizierbar ist.


Grundlage für das Verbreiten und die öffentliche Zurschaustellung von Bildern sind unter anderem §§ 22 und 23 des Kunsturhebergesetzes (KUG). Allerdings ist nicht alles gleich auch ein Zurschaustellen von Mitarbeitern. Das ist zum Beispiel nicht der Fall bei Firmenausweisen mit Fotos. In solchen Fällen müssen Arbeitgeber nicht extra eine Einwilligung der Mitarbeiter einholen, denn bei diesen Bildern geht es lediglich darum, dass der Mitarbeiter bei einer Zugangskontrolle identifizierbar ist.


Anders sieht es in Ihrem Fall aus. Hier nämlich werden Sie durch das Zeigen des Fotos in einer Publikation öffentlich zur Schau gestellt. Das darf Ihr Arbeitgeber nur, wenn er von Ihnen auch eine ausdrückliche, bestenfalls schriftliche Einwilligung hat.

Verweigern Sie ihm diese, darf er Sie auch nicht abbilden – auch wenn andere Mitarbeiter ihre Einwilligung demgegenüber erteilen. Ansonsten drohen Schadenersatzansprüche aus §§ 823 Absatz 2 BGB in Verbindung mit 22 KUG.

Ihr Ulf Weigelt