Ganz gleich ob Kleinwagen oder 40-Tonner: Ohne funktionstüchtige Reifen ist eine sichere Fahrt kaum möglich. Für die reibungslose Reise von A nach B mit Pkw, Lkw oder Zweirad sorgen Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik. Sie kontrollieren den Luftdruck, ziehen neue Reifen auf, prüfen und optimieren das Fahrwerk und reparieren und runderneuern noch brauchbare Reifen. Außerdem analysieren sie die Rolleigenschaften und wuchten Reifen aus. Dazu bringen sie kleine Gewichte am Reifen an, damit dieser rund und gleichmäßig läuft.

Auch beraten sie Kunden beim Neukauf hinsichtlich des richtigen Reifentyps und beurteilen den Zustand der vorhandenen Reifen. Welche Reifentypen gibt es? Welcher Reifen ist für welches Fahrzeug und für welchen Zeck geeignet? Wie sieht die Lauffläche aus? Hat der Reifen noch genug Profil?

Dabei gilt: Nicht jeder beschädigte oder abgenutzte Reifen muss immer gleich entsorgt werden. Weist ein Reifen, etwa durch spitze oder scharfkantige Gegenstände oder beim Auffahren auf Steinkanten eine starke Beschädigung auf, so lohnt sich mitunter die Reparatur. Insbesondere bei Lkw oder Reifen von Baumaschinen, die locker mit mehreren Hundert oder sogar Tausenden Euro pro Stück zu Buche schlagen können, ist eine Aufarbeitung oftmals kostengünstiger als die Neuanschaffung. Bei Lkw werden sehr oft Beschädigungen am Mantel einfach nur ausgebessert. 

Lkw-Reifen werden oft einfach nur geflickt

Dazu wird die beschädigte Stelle zunächst gesäubert und ausgefräst. Anschließend spritzen die Mechaniker erhitztes Kautschuk in das Loch und füllen es so auf. Anschließend lässt eine Heizplatte den aufgetragenen Kautschuk mit dem Reifen verschmelzen. Die Heizplatte wird, je nach Art und Umfang der Verletzung, mehrere Stunden auf der reparierten Stelle des Reifens belassen. Anschließend wird noch alles glatt und sauber geschliffen, bis lediglich noch eine dunkle Färbung auf eine Ausbesserung hindeutet.

Selbst Reifen, die bereits stark abgefahren und nicht mehr die vorgeschriebene Profiltiefe aufweisen, müssen nicht entsorgt werden, sondern eignen sich oft noch für die Runderneuerung. Die Mechaniker bringen einfach eine neue Lauffläche auf den gebrauchten Reifen auf. Als Vulkanisation wird dieser chemische Prozess bezeichnet, bei dem durch Temperatur und Druck innerhalb einer bestimmten Zeitspanne die unterschiedlichen Gummibestandteile eines Reifens miteinander reagieren und letztlich dauerhaft und dennoch elastisch miteinander verschmelzen.

Für die Arbeit benötigen Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik technisches Verständnis, handwerkliches Geschick, Ausdauer und Geduld. Auch eine gute körperliche Konstitution ist wichtig, denn einige Reifen bringen 150 und mehr Kilogramm auf die Waage. Auch Präzision ist bei der Arbeit gefragt, etwa beim Auswuchten eines Reifens. Schließlich muss der Reifen rund laufen und die Sicherheit im Straßenverkehr gewährleistet sein.

Die duale Ausbildung zum Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik ist staatlich anerkannt und dauert drei Jahre. Der Beruf ist aufgeteilt in die beiden Fachrichtungen Vulkanisationstechnik sowie Reifen- und Fahrwerktechnik.

Wer sich auf erstere Fachrichtung spezialisiert, hat es vor allem mit der Reperatur von Reifen zu tun. Zwar sind Mechaniker, die auf Reifen- und Fahrwerktechnik spezialisiert sind, ebenfalls mit der Instandhaltung der Reifen beschäftigt – darüber hinaus rüsten die Reifenexperten aber auch besondere Fahrzeuge, etwa Baumaschinen, mit Sonderrädern für bestimmte Bodenbeläge aus. Zudem prüfen und optimieren sie Fahrwerke und kontrollieren Auspuff-, Brems- und Klimaanlagen am Fahrzeug.

Auch wenn für die Ausbildung kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben ist, so ist doch ein guter Hauptschulabschluss mit guten Noten in Mathematik, Physik und Chemie sinnvoll. Abgeschlossen wird die Ausbildung mit einer theoretischen praktischen Prüfung. Mit einigen Jahren Berufserfahrung ist der Besuch einer Meisterschule möglich.

Wer sich für eine Ausbildung zum Mechaniker oder zur Mechanikerin für Reifen- und Vulkanisationstechnik entscheidet, der hat bei der Arbeit mit unangenehmen Gerüchen und Hitze zu tun. Ganz ungefährlich ist der Job auch nicht. Schutzkleidung ist daher Pflicht. Und besonders im Frühjahr und im Herbst, wenn die Reifen jahreszeitenbedingt gewechselt werden müssen, fallen oft Überstunden an.

Dafür bieten sich Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik sehr gute Berufsaussichten, denn Fachkräfte werden bundesweit gesucht. Anstellungen finden sich in Unternehmen des Vulkaniseurgewerbes, aber auch in Betrieben mit Reifenservice, Kfz-Reparaturwerkstätten oder Autohandelsunternehmen.

Auch in anderen Branchen, beispielsweise in Betrieben, die sich auf die Reparatur von Transportbändern für Förderanlagen und Gummiwalzen spezialisiert haben, finden die Reifenexperten feste Jobs.

  • Gehalt: Abhängig von der Branche und der Region liegt die monatliche Vergütung zwischen 2.000 und 2.700 Euro Monatsbrutto.
  • Arbeitszeit: In der Regel 40 Stunden pro Woche, zu Stoßzeiten im Frühjahr und Herbst sind Überstunden möglich.
  • Ausbildung: dreijährige, duale und staatlich anerkannte Ausbildung