Grünpflanzen pflegen, Rollrasen verlegen, Blumen eintopfen, gießen und düngen: Gartenbauwerker haben definitiv zwei grüne Daumen. Die müssen sie auch haben, denn die Berufsinhalte sind größtenteils deckungsgleich mit denen des Berufs des Gärtners bzw. der Gärtnerin und gleichermaßen anspruchsvoll. Doch warum dann die gesonderte Berufsbezeichnung? Worin liegt der Unterscheid zwischen dem Beruf des Gärtners und dem des Gartenbauwerkers? Ganz einfach: Der Beruf und insbesondere die Ausbildung zum Gartenbauwerker sind gezielt auf Menschen ausgerichtet, die aufgrund einer Behinderung den Abschluss einer aufgenommenen Ausbildung in dem inhaltlich ähnlichen Ausbildungsberuf des Gärtners oder einem anderen grünen Beruf nicht erreichen können.

Mit einer abgeschlossenen Ausbildung zum Gartenbauwerker sind Menschen mit Handicap dazu befähigt, als Helfer gärtnerische Tätigkeiten übernehmen zu können. Das Leistungsspektrum ist dabei nicht minder anspruchsvoll. Neben der Aussaat, Züchtung und Pflege von Grünpflanzen aller Art legen Gartenbauwerker Gärten an, pflanzen Bäume, Stauden, Sträucher und Blumen, pflastern Gehwege in Parkanlagen, züchten Setzlinge, pflanzen diese ein und begleiten die Aufzucht bis hin zur Auslieferung an den Endkunden.

Dabei wissen sie mit einer breiten Palette an Geräten und Hilfsmitteln umzugehen. Vom kleinen Pflanzschäufelchen bis hin zu Rüttelplatte, Motorfräse und sogar Bagger kommen bei der Arbeit Werkzeuge und Maschinen unterschiedlicher Art und Größe zum Einsatz.

Ein gesteigertes Interesse an Natur und Pflanzen, eine gute körperliche Konstitution, motorisches und handwerkliches Geschick, Geduld und Sorgfalt sollten dabei vorhanden sein.

Als Voraussetzung für eine Ausbildung zum Gartenbauwerker muss zuvor ein staatlich anerkannter Förderbedarf festgestellt worden sein. Dazu muss der Azubi in spe über den psychologischen Dienst der Arbeitsagentur die Bestätigung zur Aufnahme des Berufes als Gutachten vorweisen können. Auch wenn offiziell kein Schulabschluss für den Beginn einer Ausbildung zum Gartenbauwerker vorgeschrieben ist, so ist doch ein vorhandener Hauptschulabschluss empfehlenswert.

Die duale Ausbildung ist aufgegliedert in die Fachrichtungen Zierpflanzenbau, Garten- und Landschaftsbau, Baumschule sowie Gemüsebau. Die Lehre dauert drei Jahre und wird nach Kammerregelungen gemäß §66 Berufsbildungsgesetz (BBiG)/§42m Handwerksordnung (HwO) geregelt. Die Ausbildung wird in der Regel bei freien Bildungsträgern absolviert, nicht selten jedoch auch in Betrieben, die auf Gartenbau spezialisiert sind. Dabei muss die Eignung als Ausbildungsstätte für Gartenbauwerker zuvor gesondert festgestellt worden sein. Begleitet werden die Azubis in den drei Jahren der Ausbildung von einem pädagogisch speziell geschulten Ausbilder, der die Lehrinhalte vermittelt.

Innerhalb der Ausbildung lernen die zukünftigen Gartenexperten den Umgang mit Maschinen und Werkzeugen und sie lernen die unterschiedlichen Pflanzen kennen und wie sie gepflegt werden. Sie säen aus, düngen und gießen die Pflanzen und topfen sie um. Auch in Verkauf und Beratung werden die Azubis mitunter geschult.

Für die Theorie sind Kenntnisse in Mathematik, etwa zur Berechnung der nötigen Saatgutmenge, und Biologie wichtig. Besonders wichtig sind Kenntnisse über die Eigenschaften und Anforderungen der unterschiedlichen Pflanzen. Bei welchen Temperaturen fühlen sich die Pflanzen wohl, wo wachsen sie am Besten? Welche Nährstoffe benötigt eine Pflanze? Welche Schädlinge gibt es? Wie geht man mit den Werkzeugen und Maschinen um?

Nach der Abschlussprüfung zum Gartenbauwerker oder zur Gartenbauwerkerin kann eine verkürzte Lehre zum Gärtner absolviert werden, die letztlich auch für den Besuch einer Meisterschule berechtigt.

Wer sich für eine Ausbildung zum Gartenbauwerker entscheidet, sollte keine körperlich anspruchsvolle Arbeit scheuen und wind- und wetterfest sein. Wer mit diesen Schattenseiten zurechtkommt, dem bietet sich neben guten Aussichten auf eine feste Anstellung ein Beruf, in dem man viel in der freien Natur und an der frischen Luft unterwegs ist. Darüber hinaus bietet der Berufsalltag in puncto Gestaltung von Gärten und Auswahl der Pflanzen sogar einen gewissen kreativen Spielraum.

  • Gehalt: Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 1.600 und 2.000 Euro/Brutto monatlich
  • Arbeitszeit: Etwa 40 Stunden pro Woche
  • Ausbildung: Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre, Voraussetzung ist ein Gutachten zur Aufnahme des Berufes vom psychologischen Dienst der Arbeitsagentur. Ein besonderer Schulabschluss ist nicht vonnöten, ein Hauptschulabschluss ist empfehlenswert