Ich möchte gerne einige Dokumente aus meiner Personalakte entfernt wissen. Wie gehe ich da am besten vor?, fragt Ben Gabler.

Sehr geehrter Herr Gabler,

Sie können nicht generell verlangen, dass Dokumente aus Ihrer Personalakte vom Arbeitgeber entfernt werden. Ein Anspruch auf Entfernung besteht nur dann, wenn Dokumente falsch sind, keinen beruflichen Bezug haben, in Ihr Persönlichkeitsrecht eingreifen oder länger zurückliegen. Auch die falsche Schilderung eines Sachverhalts führt dazu, dass einem Entfernungsverlangen stattzugeben ist. Ein solcher Entfernungsanspruch folgt aus §§ 1004, 823 Absatz 1 Bürgerliches Gesetzbuch.

So sind zum Beispiel Abmahnungen, die Jahre zurückliegen, vom Arbeitgeber aus der Personalakte zu entfernen. Als "länger zurückliegend" gilt, wenn eine Abmahnung aufgrund des Zeitablaufs gegenstandslos ist. Das heißt, wenn der Abmahnungsgrund so weit zurückliegt, dass er für die Durchführung des Arbeitsverhältnisses unter keinem rechtlichen Aspekt mehr eine Rolle spielen kann.

Das durch die Abmahnung gerügte Verhalten muss für das Arbeitsverhältnis in jeder Hinsicht rechtlich bedeutungslos geworden sein. Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main sieht zum Beispiel bei nicht schwerwiegenden Vertragsverletzungen einen Zeitraum von 2,5 Jahren (Az.: 6 Ca 7219/98).

Möchten Sie also Dokumente aus Ihrer Personalakte entfernen, muss Ihr Arbeitgeber Ihrem Wunsch nur nachkommen, wenn die Dokumente nicht (mehr) aus vorgenannten Gründen in Ihre Personalakte gehören.