Ich bin arbeitslos und bewerbe mich seit geraumer Zeit auf diverse offene Stellen und fahre zu vielen Vorstellungsgesprächen. Muss die Agentur für Arbeit mir meine Bewerbungskosten erstatten?

fragt Gabriel Castner.

Sehr geehrter Herr Castner,

die Kosten, die Arbeitslosen durch die Bewerbung und Einladung zum Vorstellungsgespräch entstehen, müssen teilweise von Ihnen selbst, der Agentur für Arbeit und dem einladenden Arbeitgeber übernommen werden.

Für Kosten, die durch die Erstellung von Bewerbungsunterlagen entstehen, kann der Arbeitslose von der Agentur für Arbeit eine Pauschale erhalten. Wie hoch die im konkreten Fall ist, erfährt jeder Arbeitslose von seinem Berater direkt. Generell erstattet die Agentur die Kosten für die Erstellung und das Verschicken von Bewerbungsunterlagen bis zu einer Höhe von 260 Euro pro Jahr (§ 45 SGB III) – entweder nach tatsächlichen Kosten (Belege, Quittungen) oder pauschal mit je fünf Euro pro Bewerbung (§ 3 UBV-An, Anordnung zur Unterstützung der Beratung und Vermittlung). Alles, was über die Pauschale hinausgeht, müssen arbeitslose Bewerber selbst bezahlen.

Kosten, die wegen eines Vorstellungsgespräches entstehen, werden meist vom einladenden Arbeitgeber übernommen. Allerdings sind die Unternehmen nicht grundsätzlich dazu verpflichtet. Der Anspruch erlischt beispielsweise, wenn ein Unternehmen den Bewerber nicht ausdrücklich einlädt. Es ist also immer ratsam, die Kostenfrage im Vorfeld abzuklären.

Zahlt ein Unternehmen die Reisekosten zum Vorstellungsgespräch nicht, können Arbeitslose bei der Agentur für Arbeit nachfragen, ob diese die Kosten übernehmen kann.