Mein Chef hat mir mündlich meinen Urlaub zugesichert. Allerdings müssen wir unseren Urlaub grundsätzlich schriftlich einreichen, damit er diesen genehmigen kann. Nun ist mein Chef im Urlaub. Ich aber möchte meinen Urlaub buchen. Ist seine mündliche Zusage bindend?

fragt Alexander Altmann.

Sehr geehrter Herr Altmann,

hier sollten Sie sehr vorsichtig sein. Wenn in Ihrem Betrieb nämlich üblich ist, die Urlaubsanträge schriftlich einzureichen, damit sie genehmigt werden können, ist eine mündliche Zusage nicht bindend und im Übrigen haben Sie zudem auch ein Beweisproblem.

Um Überschneidungen zu vermeiden, wird in vielen Unternehmen der Urlaub der Mitarbeiter nämlich mit sogenannten Urlaubsplanern organisiert. Die sind aber nicht mit Urlaubslisten zu verwechseln. Üblich ist, dass Mitarbeiter zunächst ihre Urlaubswünsche in eine Liste eintragen und Arbeitgeber schauen, ob auch alle Wünsche zeitlich zu erfüllen sind. Erst wenn der Urlaubswunsch eines Mitarbeiters nicht mit dem eines Kollegen oder mit betrieblichen Abläufen kollidiert, genehmigen Arbeitgeber den Urlaub verbindlich – und tragen diesen in den Urlaubsplaner ein. Erst dann können auch Sie im Vertrauen auf diese Genehmigung Reisen buchen.

Haben alle Mitarbeiter ihren Urlaubswunsch in eine Liste eingetragen und reagiert der Vorgesetzte daraufhin nicht in einer angemessenen Zeit, können Mitarbeiter davon ausgehen, dass ihr Urlaub genehmigt ist. Denn Arbeitgeber müssen dem Urlaubswunsch ihres Mitarbeiters ebenso widersprechen, wie sie ihn genehmigen müssen. Keine Reaktion ihrerseits ist nicht rechtens. Letztendlich entscheidet aber der Einzelfall.