Man nehme eine Schalungsform, fülle Wasser, Kies und Zement im richtigen Verhältnis hinein und lasse alles gut hart werden – fertig ist die selbst hergestellte Betonplatte für den Garten oder die Hofauffahrt. Das klingt einfach. Aber es geht viel aufwändiger und komplizierter, zum Beispiel bei der Herstellung von Terrazzoplatten nach historischem Vorbild.

Wo Hobbyheimwerker an ihre Grenzen stoßen, beginnt die Arbeit von Werksteinherstellern erst. Sie fertigen Bodenbeläge und Dekorationselemente, aber auch Treppenstufen, Fenstersimse, Sockel oder Zäune aus Beton – in Serie oder als individuelles Einzelstück. Abhängig von der Art des zu fertigenden Bauteils vermischen sie unterschiedliche Stoffe wie beispielsweise Keramik, Kunststoffe oder Kunstharze und natürlich Beton miteinander. Es gibt unzählige Rezepturen, nach denen die Bauteile hergestellt werden. Das richtige Mischungsverhältnis ist entscheidend.

Die Betonmasse wird in Formen und Schalungen gefüllt, in denen sie hart wird. Nicht zu flüssig, nicht zu fest darf sie sein, damit sie bestmöglich verarbeitet werden kann und das Ergebnis nach dem Härten befriedigend ist. Meistens fertigen die Werksteinhersteller auch die erforderlichen Schalungen aus Holz, Kunststoff oder Stahl. Ist die Betonmasse ausgehärtet, lösen sie das Teil aus seiner Form und behandeln seine Oberfläche mechanisch, thermisch oder chemisch: Sie fräsen, schleifen und polieren, sie lasieren, ätzen und erhitzen. Soll das Betonelement zum Beispiel einem Naturstein ähneln, rauen sie seine Oberfläche mechanisch auf. Stocken nennt man das Verfahren.

Besonders anspruchsvoll ist die Fertigung von Terrazzoböden. Terrazzo ist eine Mischung aus Zement, Wasser und Gesteinssplittern wie etwa kleinen Marmorstücken. Abhängig vom Kundenwunsch kann der Terrazzoboden auch um einzelne Mosaiksteinchen und komplette Muster ergänzt und veredelt werden. Durch die Zugabe weiterer Stoffe kann man die Farbe der Betonmasse beeinflussen.

Für die Fertigung eines Terrazzobodens bereiten die Werksteinhersteller den Untergrund vor und pumpen die zähflüssige Betonmasse mit den Steinsplittern darauf. Die Masse muss anschließend gewalzt und verdichtet werden, damit keine Lufteinschlüsse vorhanden sind. Nach dem Aushärten, das mehrere Tage andauert, wird die Oberfläche geglättet, geschliffen und poliert. Nicht nur Fußböden, sondern auch komplette Waschbecken und -tische werden aus Terrazzo gefertigt. Dazu wird die Masse in eine entsprechende Form gegeben und nach dem Härten geschliffen und poliert.