Das reformierte Mutterschutzgesetz ist ja nun da. Doch was bringt die Reform wirklich für uns Frauen?

fragt Gabriele Schuster.

Sehr geehrte Frau Schuster,

eine der wichtigsten Neuerungen ist, dass der Mutterschutz künftig (das Gesetz tritt am 1. Januar 2018 in Kraft) auch für Schülerinnen, Studentinnen und Praktikantinnen gilt. Das heißt, sie können bei verpflichtenden Veranstaltungen, Prüfungen oder Praktika fehlen, ohne dass ihnen daraus Nachteile entstehen.

Ferner sollte die Reform eine "gute Balance zwischen dem Schutz und der Selbstbestimmung der Frau finden, damit sie selbst mitentscheiden kann, ob sie noch weiterarbeiten kann oder nicht", so die damalige Familienministerin Manuela Schwesig. Daher ist eine weitere wichtige Verbesserung, dass ein Arbeitsverbot nicht mehr gegen den Willen der Frau möglich ist. Vorausgesetzt natürlich, dass die Arbeitssituation nicht gesundheitsgefährdend ist. Außerdem müssen Arbeitgeber bei Bekanntgabe der Schwangerschaft den Arbeitsplatz der Mitarbeiterin entsprechend mit Schutzmaßnahmen gestalten. Und die müssen auch noch weiterbestehen, wenn die Mitarbeiterin beispielsweise stillt.

Auch wurde die freiwillige Sonntagsarbeit, die schwangeren Mitarbeiterinnen bisher nur in einigen wenigen Branchen erlaubt war, auf alle Branchen erweitert, in denen eine Sonntagsarbeit üblich ist. Diese Ausweitung der Arbeit gilt zudem für Arbeitszeiten zwischen 20 und 22 Uhr. Außerdem sieht das reformierte Mutterschutzgesetz zukünftig vor, dass die Schutzfrist für Frauen nach der Geburt eines behinderten Kindes um vier Wochen auf insgesamt zwölf Wochen verlängert wird.