Ich wurde von meinem Arbeitgeber (Handwerksbetrieb) aufgefordert, einen Erste-Hilfe-Kurs außerhalb des Betriebes zu besuchen. Die Kosten dafür übernimmt mein Arbeitgeber. Ich frage mich jetzt, ob diese Zeit als Arbeitszeit zählt,

fragt Dieter Peters.

Sehr geehrter Herr Peters,

in vielen Branchen, zum Beispiel in der Altenpflege, in der Baubranche und im Handwerk, sind regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse für Arbeitnehmer laut §10 des Arbeitsschutzgesetzes und §24 bis §28 der Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) Vorschrift 1 Pflicht. Der Grund ist simpel: In diesen Branchen kommt es immer wieder zu Situationen, in denen Mitarbeiter schnell und richtig handeln müssen – sei es, weil Patienten dringend Erste Hilfe benötigen, sei es, weil ein Kollege durch einen Arbeitsunfall in eine bedrohliche Lage gerät.

Deshalb sind Arbeitgeber auch verpflichtet, Mitarbeiter als Ersthelfer auszubilden, Erste-Hilfe-Material zur Verfügung zu stellen, einen Alarmplan zu erstellen, die sofortige Erste Hilfe zu gewährleisten, für einen sachkundigen Transport von Verletzten zu sorgen, jede Erste-Hilfe-Maßnahme zu dokumentieren sowie eben auch ihre Beschäftigten zu unterweisen und zu informieren.

Um das alles gewährleisten zu können, müssen Handwerksbetriebe mit bis zu 20 anwesenden Beschäftigten einen Ersthelfer verpflichten. Sind mehr Arbeitnehmer anwesend, etwa auf einer Baustelle, müssen sogar zehn Prozent aller anwesenden Beschäftigten entsprechend ausgebildet sein. Die Unternehmen lassen in der Regel aber alle Beschäftigten einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren, da sie so gewährleisten können, das immer ausreichend Ersthelfer anwesend sind.

Damit Arbeitnehmer auch wissen, was sie im Ernstfall zu tun haben, steht am Anfang ein Grundlagenkurs, in dem Beschäftigte lernen, Unfälle richtig einzuschätzen sowie die korrekten Hilfsmaßnahmen durchzuführen. Nach diesem Grundlagenkurs sind Ersthelfer verpflichtet, alle zwei Jahre ihr Wissen aufzufrischen.

Weil diese Kurse eine Pflichtveranstaltung sind, sind Arbeitgeber nicht nur verpflichtet, diese zu bezahlen, sondern sie auch als Arbeitszeit einzustufen. Im Klartext: Der Kurs, den Sie zu absolvieren haben, zählt als Arbeitszeit und muss entsprechend vergütet werden.