Leerstellen und andere Tücken
Lücken im Lebenslaufleben
Die Optik stimmt und auch der Inhalt, nur leider das perfekte Lebenslaufleben nicht? Hier ist ein Paradigmenwechsel angesagt, der sich zunehmend auch bei den schärfsten Personalern durchsetzt. Natürlich sollte eine Chronologie lückenlos sein – das heißt jedoch nicht, dass Bewerber niemals arbeitslos gewesen sein dürfen. Familienphasen und Bewerbungsphasen, Orientierungszeiten und Freiräume sollten auch als solche benannt werden – jedoch aktiv. Solange jede Erwerbsunterbrechung gut begründet ist, kann die Leerstelle sogar dazu beitragen, den Bewerber positiv zu profilieren. Eine Orientierungszeit im Ausland zeigt Flexibilität und Internationalität, eine Familienphase spricht dafür, dass soziale Kompetenzen und auch Organisationsgeschick trainiert wurde. Wer länger arbeitslos war, hat sich möglicherweise fortgebildet – auch diese Aspekte sollten unterstrichen werden. Generell gilt: Wer offen, selbstbewusst und aktiv mit Leerstellen im Lebenslauf umgeht, hat bessere Chancen. Gelogen werden sollte auf keinen Fall.
Schönen oder nicht?
Und was ist mit dem wahren Stand der Fremdsprachenkenntnisse? Sie sollten weitgehend wahrheitsgemäß eingeschätzt werden und können idealerweise mit einem entsprechenden Zertifikat wie TOEFL-Test oder IELTS-Test belegt werden. Wer Muttersprachler-Niveau angibt, aber lediglich nach dem Weg in einer Fremdsprache fragen kann, lügt. In manchen Bewerbungsprozessen wird das Fremdsprachenniveau getestet, manchmal fragt nur der künftige Chef in spe und manchmal wird gar nicht geprüft, ob das angegebene native-speaker-Niveau in Suaheli tatsächlich der Wahrheit entspricht. Peinlich wird es spätestens dann, wenn es im Job gefragt, aber nicht beherrscht wird. Das Niveau wird gemeinhin in den Abstufungen: Muttersprache, fließend in Wort und Schrift sowie Grundkenntnisse angegeben.
Das Foto
Der Anti-Diskriminierung sei Dank ist das Foto nicht mehr Pflicht. Jedoch wollen die meisten Personaler schon einen ersten Eindruck vom Bewerber haben und die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch erhöhen sich in der Regel, wenn man dem aussagekräftigen Lebenslauf auch ein Foto beifügt und zwar ein aktuelles. Der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Manche Fotostudios machen zumeist eine ganze Fotoserie vom Bewerber und bieten die unterschiedlichsten Formate an. Wer sich beispielsweise in einer kreativen Branche mit einer schmalen 16:9-Optik präsentiert, kann schon einmal die Aufmerksamkeit im Bewerbungsstapel auf sich lenken.
Checkliste
Ganz zum Schluss sollte sich das Augenmerk auf mögliche Fehler lenken: Sind alle Daten korrekt, fehlen Datum, Ort und Unterschrift auch nicht? Ist alles gut leserlich und verständlich – und hat der Lebenslauf auch keine Rechtschreib- und Grammatikfehler? Und schließlich ausdrucken, idealerweise auf Qualitätspapier oder als pdf-Datei ausspielen und der Bewerbung hinzufügen.
- Datum 19.10.2009 - 16:06 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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"Ist alles gut leserlich und verständlich – und hat der Lebenslauf auch keine Rechtschreib- und Grammatikfehler?"
Das gilt natürlich auch für einen Zeitungsartikel. Und deswegen sollte man bei einer Empfehlung wie dieser :
"Eine Bewerbungshomepage rundet die perfekte Bewerbung ab, zeigt Engagement und hohe Kompetenz und peppt auch das leidliche Lebenslaufverfassen auf."
das "leidliche" vielleicht durch "leidige" ersetzen.
Dann all die durchaus klugen Ratschläge des Artikels helfen nichts, wenn wenn der Lebenslauf nur leidlich verfasst wird.
Ansonsten ein sehr lesenswerter Artikel.
[Gekürzt. Vielen Dank für Ihren Hinweis. Achten Sie bitte dennoch auf Ihre Wortwahl. Danke. / Die Redaktion as]
Bei der Bewerbungshompage sollte man vielleicht noch hinzufügen: Bedenklich oder zumindest nur Passwort-geschützt. Sonst könnte die Firma denken: Wie blöd ist der denn, seine persönlichen Daten ins Netz zu stellen
Darf ich fragen, WAS an meiner Wortwahl Ihnen nicht gefallen hat?
Ich habe zwar auf den Fehler hingewiesen aber andererseits den Artikel gleich zweimal gelobt.
Da ist mir dann nicht ganz klar, warum Sie mir mit einem herablassenden "Achten Sie bitte auf Ihre Wortwahl" begegnen.
Aber vielleicht klären Sie mich ja auf.
...da verstehe ich die Redaktion auch nicht und bin ebenfalls auf Aufklärung gespannt.
...da verstehe ich die Redaktion auch nicht und bin ebenfalls auf Aufklärung gespannt.
gibt es auch nicht.
Vielen Dank für Ihren Hinweis.
Bewerbungen immer von möglichst vielen Leuten gegenlesen lassen, nicht nur wegen der Rechtschreibfehler. Dieser Hinweis (und das ist einer der besten) fehlt glaube ich in diesem Artikel. Vier Augen sehen mehr als zwei. Allein machen sie dich ein. Es gibt keine besseren Kritiker als Konkurrenten. Naja, und so weiter.
Gegenlesen lassen, von Freunden, Eltern, Kindern, Kollegen oder gar Profis (notfalls sogar beim Arbeitsamt). Das nicht zu tun ist der sträflichste Fehler nicht nur von Bewerbern, sondern von Autoren jeglicher Texte ;-)
Vielleicht in diesem Zusammenhang interessant, was ein Insider zu Lebensläufen schreibt:
http://www.schwabing.org/...
Die "dritte Seite" habe ich schon vor 13 Jahren in einer Bewerbung benutzt. Damals wurde das von "Hesse/Schrader" propagiert. Von "in jüngster Zeit" kann eigentlich keine Rede mehr sein.
Und, ja, ich kann sagen: diese "dritte Seite" hat sich absolut bewährt! Ich jabe jede Stelle bekommen, die ich haben wollte.
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