Bewerbungen meistern Anleitung für ein erfolgreiches VorstellungsgesprächSeite 2/2
Auch bevor Stift mitsamt Notizblock auf den Tisch gelegt wird, sollte kurz nachgefragt werden. Natürlich wird kein Personalchef dem Bewerber verweigern, sich Notizen zu machen – schließlich zeigt der Interviewte damit sein aufrichtiges Interesse an dem Job und Unternehmen. Dennoch ist es eine Geste des Respekts gegenüber dem Gastgeber, die es zu beachten und einzuhalten gilt. "Es ist auch wichtig darauf zu achten, welcher Stuhl angeboten wird. Wird kein Sitzplatz zugeteilt, ist es ratsam, auch hier kurz nachzufragen", rät die Bewerbungstrainerin. Wenn das Gespräch in einem kleinen, engen Raum stattfindet, sollte der Bewerber versuchen, die Intimsphäre zu wahren und mindestens einen Meter Abstand zum Gesprächspartner einhalten.
Wer jedoch zu distanziert auftritt, tappt ebenfalls in ein Fettnäpfchen. Eher introvertierte Menschen neigen bei Nervosität dazu, sich noch ruhiger und abwartender zu verhalten. Das könnte als Desinteresse oder unangebrachte Schüchternheit verstanden werden. Ein gesundes Mittelmaß an Einhaltung der Konventionen, aufgewecktem Interesse und Offenheit ist also gar nicht so einfach zu finden.
3. Immer darauf achten: Höflich bleiben!
Zur gebührenden Höflichkeit gehört das Aufstehen bei der Begrüßung. "Besonders Frauen denken an diese Höflichkeitsfloskel oft nicht", hat Stief beobachtet. Zur Höflichkeit gehört auch, sich noch einmal bei der Begrüßung mit Vor- und Zunamen vorzustellen – auch wenn den Gesprächspartnern diese Daten natürlich bekannt sein dürften.
Entgegen einiger Meinungen ist es kein Zeichen von Unhöflichkeit, wenn man angebotene Getränke beim Bewerbungsgespräch ausschlägt. Stief sieht hier unter Umständen sogar einen möglichen Vorteil für den Bewerber: "Ist man beim Bewerbungsgespräch sowieso schon nervös und hält dann auch noch mit zittrigen Händen eine Kaffeetasse, kann das nach hinten losgehen. Der Personalchef wird einem daraus bestimmt keinen Strick drehen, aber für das eigene Selbstbewusstsein ist dieses, für andere offensichtliche Zeichen von Unsicherheit bestimmt alles andere als förderlich", sagt die Trainerin.
Irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem der Bewerber gefragt wird, ob er selbst noch Fragen hat. Diese Chance sollte man ergreifen – aber bitte mit konkreten, inhaltlichen und relevanten Fragen. Die Aufforderung sollte nicht als Einladung verstanden werden, alles noch mal loszuwerden, was man schon immer wissen wollte. Auch Fragen wie: "Wie hoch wäre mein Gehalt, wie viel Urlaub bekomme ich?" zeugen eher von Schmerzfreiheit statt von Taktgefühl. Diese Fragen werden bitte erst nach einer Zusage geklärt.
Das Ende des Jobinterviews ist ebenfalls voller Fallstricke. Auch bei der Verabschiedung sollte auf die Gepflogenheiten geachtet werden: Dem Gegenüber zu danken, aufzustehen und die Hand zu geben – und dabei in das Gesicht des Anderen zu schauen, gehört dazu. Als erstes danach zu fragen, wann die Entscheidung fällt dagegen nicht. Hier gehen die Meinungen auseinander: Eigentlich ist es Sache des Arbeitgebers dem Bewerber mitzuteilen, wann mit einer Entscheidung zu rechnen wäre. Tut er dies nicht, darf nachgefragt werden – aber höflich.
Wer sich souverän mit einem Dankeschön und Lächeln verabschiedet, hat schon mal einiges richtig gemacht. Wenn es dennoch eine Absage gibt, sollte man aber nicht verzweifeln. Ausschlaggebend für die Stellenbesetzung sind viele Faktoren. Und Übung macht ja bekanntlich den Meister.
- Datum 09.11.2009 - 10:15 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Da hat man selbst als Mittelständler jahrelang Leute angestellt um dann zu erfahren, auf was man alles hätte achten sollen bei der Auswahl der Bewerber.
Ich kann ihnen ein kleines Geheimnis verraten: Vergessen sie alles was in diesem Beitrag steht, es wird niemals auch nur eine Rolle bei der Vergabe des Arbeitsplatzes spielen. Diese Artikel sichern letzendes nur den Arbeitsplatz der "Bewerbungstrainer" und bringen die Bewerber dazu sich wie dressierte Äffchen zu benehmen.
Fragen sie doch einfach einmal ihren Bewerbungstrainer, ob er schon mal für eine Anstellung verantwortlich war und wenn ja, warum er dann den Job gewechselt hat.
Immer wieder klicke ich aus Neugier solche Artikel in der ZEIT (und in der Süddeutschen) an, nur um mich ebenfalls immer wieder zu wundern, wie viele weltfremde Regeln dort postuliert werden. Der Bewerber sollte sich tunlichst nicht damit belasten und lieber seinen Kopf frei machen, sich konzentrieren und seinen Instinkten gehorchen. Er müsste schon Schauspieler sein, um mit einer angenommenen Rolle zu überzeugen, denn sein Gegenüber ist Profi - im Herausfinden, was der Bewerber ihm wirklich zu bieten hat. Er wäre dumm, würde er sich auf angelesene Oberflächlichkeiten verlassen.
Ein echtes Training bringt jedoch bestimmt etwas. Da sollte es dann aber um Wirkung und Ausstrahlung gehen und nicht um Benimmregeln.
Immer wieder klicke ich aus Neugier solche Artikel in der ZEIT (und in der Süddeutschen) an, nur um mich ebenfalls immer wieder zu wundern, wie viele weltfremde Regeln dort postuliert werden. Der Bewerber sollte sich tunlichst nicht damit belasten und lieber seinen Kopf frei machen, sich konzentrieren und seinen Instinkten gehorchen. Er müsste schon Schauspieler sein, um mit einer angenommenen Rolle zu überzeugen, denn sein Gegenüber ist Profi - im Herausfinden, was der Bewerber ihm wirklich zu bieten hat. Er wäre dumm, würde er sich auf angelesene Oberflächlichkeiten verlassen.
Ein echtes Training bringt jedoch bestimmt etwas. Da sollte es dann aber um Wirkung und Ausstrahlung gehen und nicht um Benimmregeln.
Immer wieder klicke ich aus Neugier solche Artikel in der ZEIT (und in der Süddeutschen) an, nur um mich ebenfalls immer wieder zu wundern, wie viele weltfremde Regeln dort postuliert werden. Der Bewerber sollte sich tunlichst nicht damit belasten und lieber seinen Kopf frei machen, sich konzentrieren und seinen Instinkten gehorchen. Er müsste schon Schauspieler sein, um mit einer angenommenen Rolle zu überzeugen, denn sein Gegenüber ist Profi - im Herausfinden, was der Bewerber ihm wirklich zu bieten hat. Er wäre dumm, würde er sich auf angelesene Oberflächlichkeiten verlassen.
Ein echtes Training bringt jedoch bestimmt etwas. Da sollte es dann aber um Wirkung und Ausstrahlung gehen und nicht um Benimmregeln.
Selbst die belanglosesten Selbstverständlichkeiten müssen anscheinend mittlerweile in der Zeitung erwähnt werden.
Einer unserer Studenten erschien neulich in Alltagskleidung zu einem Vorstellungsgespräch für einen Doktorandenjob mit anschließend geplanten Führungsaufgaben. Wundert es eigentlich irgend jemanden, dass er deshalb nicht genommen wurde? Grundlegende Höflichkeitsformen wie das Nennen von Namen und Titeln sollte man überhaupt nicht erwähnen müssen.
Das war ja'n super Artikel!!! Bitee macht weiter so...!!! toll, Zeit.
Bin ich denn der Hofnarr, der seinen König ein wenig unterhalten möchte? Da könnte sich der "Chef" auch auf den Kopf stellen, niemals würde ich ihn mit "Herr Doktor" anreden (schon garnicht, wenn der Herr Doktor auf seinen Doktor in einem unwissenschaftlichen Laberfach besteht). Wieso wird man dazu aufgefordert sich dermaßen unterzuordnen, mit diesen belanglosen Kleinigkeiten, die in dem Artikel erwähnt werden? Und wenn man das dann auch noch alles mit einem "Berwebungscoach" (womit kann man bloß alles Geld verdienen?) trainiert, dann ist das doch alles Schauspiel und Heuchelei. So ein langweiliger Unsinn.
Leute, verkauft euch nicht unter Wert...
Aber der "Herr Doktor" soll dann schon unter Wert verkauft werden, gell?
Aber der "Herr Doktor" soll dann schon unter Wert verkauft werden, gell?
Jeder mit Personalverantwortung weiß, das die Realität anders ist.
Ich kenne kein Vorstellungsgespräch, bei dem es nicht auch um Geld und Urlaub gegangen ist. Denn das sind im Rahmen des Angebotes zum "Verkaufs der eigenen Arbeitskraft" die natürlichen Gegenleistungen.
Entweder die Firma stellt ihre Vorstellungen in den Raum oder der Bewerber soll und muss danach fragen oder sein Ziel darstellen - spätestens am Ende des Gespräches, damit die Dimensionen klar werden - für beide Seiten. Gefeilscht wird dann später.
Aber all das gilt eh nur für eher leitende, gehobenere Positionen.
Beim kleinen Arbeiter wird der fertige Vertrag vorgelegt, der zumeist akzeptieren ist - oder eine andere Person bekommt den Job.
Aber der "Herr Doktor" soll dann schon unter Wert verkauft werden, gell?
Liebe ZEIT-Leser,
vielen Dank für eure wunderbaren Kommentare zu diesem Dressur-Artikel zum probaten Verhalten im Ernstfall eines Vorstellungsgesprächs. Die innere Rebellion gegen das Gelesene setzte bei mir spätestens ein als ich las, dass ich für die bevorstehende Maloche in einem neuen Job nicht fragen darf, wie wiel Geld es dafür gibt und wie viele Tage im Jahr ich auch mal etwas anderes machen darf.
Dieser Artikel suggeriert, dass man froh und dankbar sein muss überhaupt einen Job zu bekommen - daher bloß kuschen und nicht unangenehm auffallen. Bullshit. Seid authentisch und menschlich. Umgebungen, die das nicht gestatten sollten erst gar nicht von Menschen "bearbeitet" werden.
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