Bewerbungen schreibenDas gelungene Anschreiben
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Fast so schwierig wie ein Liebesbrief

Ein gelungenes Anschreiben argumentiert aus der Sicht des Unternehmens, das den Mitarbeiter sucht – und zwar professionell und fundiert. Der Bewerber verkauft seine Arbeitskraft und Kompetenz, nicht mehr. Und weil er den Wert seiner Arbeit kennt, enthält das Anschreiben überdies Gehaltsvorstellungen sowie den möglichen Einstiegszeitpunkt. Der Verweis auf eine Website oder mindestens eine Kontaktnummer, unter der weitere Informationen verfügbar sind, rundet das Schreiben ab.

Uneinigkeit herrscht indes darüber, ob und wie auf den Anzeigentext Bezug genommen werden soll. Die meisten Stellenannouncen sind kaum besser als die dazu gehörigen Bewerbungen: Voller Wortgerümpel, zugemüllt mit nichtssagenden Allgemeinplätze und Floskeln. Zumeist wünschen sich die Unternehmen engagierte, hoch motivierte Mitarbeiter – aber was heißt das? Und was heißt es, wenn sich der Bewerber als solcher ausgibt? Den Bezug zur Ausschreibung wegzulassen, wirkt als habe man sich zu wenig informiert. Besser ist es, zu belegen, dass man die gesuchten Qualifikationen erfüllt und sehr gerne für das Unternehmen arbeiten möchte. Das klingt zum Beispiel so: "Sie verlangen viel von Ihren Ingenieuren. Auch ich verlange viel von mir, wie Sie meinem Abschluss mit Bestnoten entnehmen können." Oder auch so: "Sie suchen eine erfahrene Mitarbeiterin für die Pflegeleitung. In knapp zehn Berufsjahren konnte ich die vergangenen drei Jahre Erfahrungen als Pflegeleiterin sammeln." Oder ganz anders.

Am Ende hängt der Erfolg einer Bewerbung zum Glück nicht allein vom Anschreiben ab. Und auch die meisten Absagen haben eher einen Negativpreis für schlechte Formulierungen verdient.

 
Leserkommentare
  1. Der Satz ist ja wohl grauenhaft. Kann man sich nicht trotz seines tollen Abschlusses und der Konkurrenz am Arbeitsmarkt ansatzweise bescheiden geben?

    Ein Personaler meinte mal zur mir, man solle einfach nur schreiben, dass man sich um die Stelle bewirbt. Das ganze "teamfähig, motiviert, zuverlässig"-Gelaber schreiben eh alle.

    Eine Leserempfehlung
  2. ...man zum Beispiel als Arbeitsloser in Arbeit kommen soll, wenn die Personaler nur Wert auf das legen, was man bisher gemacht hat?

    Wenn ich (angenommen) 2 Jahre arbeitslos bin, kann ich schlecht schreiben, welche bisherige Position ich innehatte.
    Somit fällt schon ein wesentlicher Teil des Anschreibens weg.

    Aber was soll ich dann schreiben, außer, dass ich die Stellenanzeige gelesen hab und aufgrund meiner Ausbildung- und Weiterbildung und diversen Praktika mich in der Lage fühle, die ausgeschriebene Stelle zur vollsten Zufriedenheit auszufüllen?

    Wenn ich doch nun mal "teamfähig, motiviert, zuverlässig" bin, und auch nur das und meine Zeugnisse zu bieten habe, was dann?

    Was soll ich noch tun, um endlich einmal Berufserfahrung zu sammeln, wenn schon das Anschreiben eine halbe Abiturprüfung ist, in den Fächern Kreativität und Formenlehre?

    Ich versteh die Welt nicht mehr...

    Das sind doch nur Tipps für die Leute, die eh schon Arbeit haben.....gebt doch mal Tipps für Berufseinsteiger, die keine Akademiker sind, oder widerspricht das der Klientel dieser Zeitung?

    3 Leserempfehlungen
  3. ...sind ja durch nichts zu ersetzen; also:
    für die Klientel in der Mitte des Lebens, also mit Berufs-
    erfahrung und einer leidlichen Qualifikation zählt
    nach meiner Erfahrung vor allem bei Mittelständlern die
    menschliche Komponente neben den bisher erlangten
    Erfahrungen. Will heißen, paßt er/sie ins Teaam.
    Daraus folgert, daß man möglichst gute Referenzen mitbringt;
    tja, und welcher Einsteiger hat die schon.
    Ich kann mir vorstellen, daß die HR-Mitarbeiter in
    Großunternehmen nach anderen Kriterien vorgehen, habe aber
    selbst keine Erfahrung damit.
    Ohne private Kontakte durch Familie, Freunde usw. ist es für
    Einsteiger extrem schwierig, in eine adäquate Position
    zu gelangen bzw überhaupt erst zur Vorstellung geladen
    zu werden.
    Dennoch, mein einziger Hinweis: authentisch sein und bleiben, und sich evtl einen privaten coach mit Kontakten
    in die Wirtschaft o. den betreffenden Bereich gönnen, der
    hier beim anschieben hilft...

  4. Ich kenne jemanden, der hat sich vor einigen Jahren mit den Sätzen "Ich will den Job! Und zwar sofort!" im Anschreiben beworben - und letzlich auch bekommen.

  5. Es ist recht interessant, dass der Autor zwar mit grossem Nachdruck auf die Bedeutung des 'ersten Satzes' in einem Anschreiben hinweisst und auch die wohl üblichste Formulierung 'Hiermit bewerbe ich mich ...' als völlig untauglich aufzeigt, aber KEIN EINZIGES WORT darüber verliert, was denn nun ein guter erster Satz wäre.
    Was lässt sich wohl daraus schliessen? Das er selbst keine brauchbare Formulierung kennt? Die angeblich für ein Anschreiben zwingend erforderliche Gehaltsvorstellung zeigt, dass der Autor leider keine Ahnung von Bewerbungen und Anschreiben hat, aber ein guter Werbetexter ist.
    Er kann hervorragend ein Bedürfnis erwecken - das nach einem guten Anschreiben und einem guten ersten Satz - doch dann lässt er einen gnadenlos im Regen stehen. Fehlt nur noch am Ende des Beitrags der Hinweis auf kostenpflichtige weitere Ratschläge, die das zuvor geweckte Bedürfnis gegen Bares bedienen.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Hugo_P
    • 06.01.2010 um 11:16 Uhr

    Ist aber ne "Sie" @Autorin ;)!
    Richtig spaßig wirds übrigens bei so genannten "Initiativbewerbungen" mit der Formulierung...

    • Hugo_P
    • 06.01.2010 um 11:16 Uhr

    Ist aber ne "Sie" @Autorin ;)!
    Richtig spaßig wirds übrigens bei so genannten "Initiativbewerbungen" mit der Formulierung...

  6. ... April vorbei,

    da eine Bewerbung anscheinend eh' eine Art Lotterie darstellt, sind die recht platten Ratschläge, die dann auch noch relativiert werden, eigentlich auch überflüssig. Das Ganze zeigt aber einen schon ziemlich erschreckenden Abstand vom wirklichen Leben. Wie übrigens so Einiges hier!

    • Haus9
    • 06.01.2010 um 10:21 Uhr

    Wer in einer Personalabteilung nach den hier beschgriebenen Fakten eine Bewerbung prüft und dann auch noch im Internet nach negtiven Punkten des Bewerbers sucht, betrügt seinen Arbeitgeber um sehr gute Mitarbeiter.
    Bei uns im Betrieb regiert der Menschenverstand, schließlich kann man sich in der Probezeit von Mitarbeitern trennen.

    • lepkeb
    • 06.01.2010 um 11:02 Uhr
    8. #6

    Besser hätte man es nicht formulieren können. Bewerbungen sind nichts als eine große Lotterie.
    Und oftmals stellt sich der Abteilungsleiter oder Chef die Frage, kann der Kandidat mir gefährlich werden?

    @Thema
    Meine Empfehlungen für den ersten Satz vor allen Dingen für Akademiker in D-land: Ich bin hochqualfiziert und möchte für den Mindestlohn von 4.50 Euro die Stunde für ihr Unternehmen arbeiten, damit ist auch jegliche Mehrarbeit abgegolten, da kann kein Personalverantwortlicher widerstehen.

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