Vorstellungsgespräch: Die fiesen Fragen der Personalchefs
Im Bewerbungsgespräch stellen Personalchefs dem Kandidaten gern Fallen. Sie wollen wissen, wie souverän der Kandidat reagiert oder wie loyal er ist. Was zu beachten ist:
© Mark Ralston/AFP/Getty Images

"Und wieso wollen Sie ausgerechnet bei uns arbeiten?" – Die Fragen in einem Vorstellungsgespräch können schwierig sein
Lara Mengens erstes Gespräch nach ihrer Initiativbewerbung bei einer Privatbank war bestens gelaufen. Schon drei Tage nach dem zwanglosen Treffen rief der neue Vorgesetzte in spe an und sagte: "Unser Geschäftsführer möchte Sie auch gern mal kennenlernen". "Ich war begeistert von der netten Art und optimistisch, dass ich gute Chancen auf meinen Traumjob habe", sagt Mengen.
Umso überraschter war die junge Bankerin, als sie beim nächsten Treffen eine dritte Tasse auf dem Konferenztisch entdeckte: Unangekündigt nahm auch der Personalmanager des Finanzinstituts am vermeintlich harmlosen Kennenlern-Gespräch teil. Und der wollte es dann plötzlich genau wissen: "Warum wollen Sie ihren bisherigen Arbeitgeber verlassen?", fragte er die Bewerberin. Und erbat gleich darauf Mengens Selbsteinschätzung auf einer Skala von 1 bis 10. "Besonders unangenehm war mir aber seine unverblümte Frage nach meiner Gehaltsvorstellung. Darauf war ich noch gar nicht vorbereitet", sagt die 30-Jährige.
Genau das bezwecken Personaler. Mit Überrumpelungstaktik und Fangfragen versuchen sie das herauszufinden, was nicht in den Bewerbungsunterlagen steht: Sie wollen sehen, ob ein Kandidat außerhalb der Routine ins Straucheln gerät. Es geht ihnen aber auch um Motive und Motivation, um persönliche Eigenschaften wie Selbstbewusstsein, Integrität und analytische Fähigkeiten. Darüber hinaus wollen sie soziale Kompetenzen wie Engagement, Disziplin, Integrationsfähigkeit und Loyalität abklopfen. Kurz: Sie wollen alles aufspüren, was verhindern könnte, dass ein neuer Mitarbeiter erfolgreich für ihre Firma tätig wird.
Aus diesem Grund interessiert den künftigen Arbeitgeber auch die Familiensituation oder der Gesundheitszustand eines Bewerbers. Auch wenn direkte Fragen nach privaten Plänen wie Heirat oder Kinderwunsch, Krankheit oder Behinderung, Beruf des Lebenspartners oder Vereins-, Partei- oder Religionszugehörigkeit verboten sind, versuchen mache Personalprofis durch das Hintertürchen, den Stand der Dinge auszuloten. Das hat beispielsweise Helge Henersdorf erlebt. "Ich hoffe, Ihre Partnerin hat keine Einwände, wenn Sie regelmäßig einige Wochen auf Geschäftsreise sind?", wollte der Personalleiter eines Chemiekonzerns von dem jungen Biologen wissen, der sich auf eine Stelle beworben hatte. Was geht den Arbeitgeber in spe an, was die Lebenspartnerin dazu sagt? Die Frage ist streng genommen nicht zulässig – und der Bewerber muss sie auch nicht wahrheitsgemäß beantworten. Überprüfen kann der Personaler den Wahrheitsgehalt einer Antwort auf eine solch private Frage sowieso kaum.
Um hinter die Bewerber-Fassade zu blicken, inszenieren Personalmanager von Unternehmen in manchen Fällen sogar das gefürchtete Stressinterview. Diese Methode wird häufig bei der Einstellung von Nachwuchskräften bei Polizei und Justizvollzug verwendet: Durch unangenehme, unverständliche oder sogar sinnlose Fragen und Wiederholungen werden die Frustrationstoleranz und die Stressresistenz des Bewerbers auf die Probe gestellt. Durch Provokationen oder gezielte Unterbrechungen schaffen sie ein Klima, das das Selbstbewusstsein des Bewerbers und seine Bereitschaft zur sachlichen Gesprächsführung herausfordern.
Manche Personalverantwortliche konfrontieren den Bewerber mit Unterstellungen oder Gerüchten wie "Wir haben aus Ihren Unterlagen den Eindruck gewonnen, dass Sie sich aus Verlegenheit bei uns bewerben. Was sagen Sie dazu?" oder "In Ihrer letzten Stellung wurde Ihnen ja nahegelegt zu gehen. Warum?" Um dann noch einen drauf zu setzen: "Es erstaunt uns, dass Sie sich trotz Ihrer mangelnden Qualifikation bei uns bewerben. Wie sind Sie nur auf diese Idee gekommen?" Wer hier die Nerven verliert und beleidigt oder gar aggressiv reagiert, hat verloren. Gut gekontert wäre die Gegenfrage: "Wie kommen Sie darauf?" – und eine ruhige, sachliche Klarstellung, in welcher der Bewerber mit Argumenten überzeugt, warum er der Richtige für den Job ist.
Reine Stressinterviews sind glücklicherweise selten. Dafür kann es aber vorkommen, dass im gemischten Interview einzelne stressige Fragen eingestreut werden. "Vor allem, wenn Sie sich für einen Job mit enormem Leistungsdruck wie zum Beispiel im Vertrieb bewerben, sollten Sie darauf vorbereitet sein, sich berufstypischen Stressfragen stellen zu müssen", sagt Mathias Kesting, Psychologe und Geschäftsführer bei einem großen Dienstleister für Personalmanager.
Um nicht ins Schwitzen zu geraten, sondern als Punktsieger aus dem Rededuell hervorzugehen, müssen Bewerber analysieren, wie die Frage hinter der Frage des Personalmanagers lautet und clever antworten. Welche Fragen vorkommen können und was darauf, gute Antworten sind, erfahren Sie hier.
(Zuerst erschienen auf Karriere.de)









immer schön treten lassen.
Ist es wirklich der Loyalität eines Angestellten dienlich, wenn von Tag 1 an Krieg herrscht?
Wenn er entweder mit dem Gefühl des Hasses (wenn man ihn vorgeführt hat) oder des Triumphes ("dem blöden Personalchef hab ich schön was vorgespielt") von seinem Anstellungsgespräch heimkehrt?
Kapitalismus ist was merkwürdiges!
Welche Fragen vorkommen können und was darauf, gute Antworten sind, erfahren Sie hier. der link verweist auf die schoene 404 seite..
@Sebjan23: Danke für den Hinweis. Wir haben den Fehler behoben und bitten um Entschuldigung.
@Billion: Danke ebenfalls für den Hinweis.
mit herzlichen Grüßen,
Tina Groll, ZEIT ONLINE, Redakteurin
@Sebjan23: Danke für den Hinweis. Wir haben den Fehler behoben und bitten um Entschuldigung.
@Billion: Danke ebenfalls für den Hinweis.
mit herzlichen Grüßen,
Tina Groll, ZEIT ONLINE, Redakteurin
Das ist wahrscheinlich schon der erste Streßtest...
Bei diesen Artikeln, fragt man sich immer wieder, wie charakterlich verkommen ein Mensch sein muss, um die Tätigkeit des Personalers auszuüben. Es ist schlicht ekelerregend, wie teilweise in Vorstellungsgesprächen mit Menschen umgegangen wird.
Die einzig souveräne Reaktion auf solche Fragen ist aufzustehen, den Herrschaften freundlich zu sagen, dass man für ein Unternehmen, in dem so ein Kasperletheater durchgeführt wird, nicht arbeiten möchte und das ganze abzuhaken.
Genau mein Gedanke, aber wer kann sich heute noch ein Rückgrat leisten? ( Die "Personalberater" jedenfalls nicht. )
Genau mein Gedanke, aber wer kann sich heute noch ein Rückgrat leisten? ( Die "Personalberater" jedenfalls nicht. )
Genau mein Gedanke, aber wer kann sich heute noch ein Rückgrat leisten? ( Die "Personalberater" jedenfalls nicht. )
http://www.zeit.de/karrie...
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