BewerbungsgesprächGute Antworten auf fiese Fragen

"Sind Sie bei Ihrem jetzigen Job unglücklich?" – ZEIT ONLINE gibt einen Überblick über beliebte Fangfragen in einem Jobinterview und die richtige Antwort darauf von Claudia Obmann

Frau in einem Jobinterview mit einer Personalerin

Ordentlich ausgequetscht: Manche Personaler fragen besonders scharf. Das ist ein Test. Wer locker bleibt und geschickt kontert, macht einen guten Eindruck  |  © Peter Macdiarmid/Getty Images

1. Alternative Frage: "Warum möchten Sie sich beruflich verändern? Entspricht das jetzige Gehalt nicht Ihren Vorstellungen? Oder reizt Sie bei uns das internationale Umfeld?"

Darum geht´s: Der Personaler will Ihre Überzeugungen aufspüren – und er sucht keinen Mitarbeiter, der nur durch ein hohes Gehalt zu motivieren ist. Aber: Weder die eine noch die andere dargebotene Antwortvariante muss die Sachlage tatsächlich treffen. Vermutlich gibt es noch zig weitere Gründe für einen Arbeitgeberwechsel. Nennen Sie lieber einen, der sich mit dem Bedarf des neuen Arbeitgebers deckt.

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Clevere Antwort: "Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden auf meiner jetzigen Stelle. Mein Einsatz bei der Firma x hat gezeigt, dass ich Mitarbeiter gut motivieren kann. Der Krankenstand ist in meinem Team um 15 Prozent gesunken und die Fluktuation hat sich bei 3 Prozent eingependelt. Ich suche nach einer Herausforderung, bei der ich mich in ähnlicher Weise engagieren kann, und wünsche mir ein Umfeld, in dem ich mich selbst auch noch weiterentwickeln kann."

2. Suggestivfrage: "Sie arbeiten doch lieber im Team, wie die meisten anderen auch, oder?"

Darum geht´s: Diese Frageart ist eine getarnte Vermutung und scheint praktischerweise die Antwort gleich mitzuliefern. Doch Vorsicht, allzu leicht ist man in die Mainstream-Falle getappt. Erst prüfen, welche Arbeitsweise die jeweilige Stelle erfordert.

Clevere Antwort: Das hängt ganz von der Aufgabenstellung ab. Manche Ziele lassen sich wie beim Sport nur in einer gemeinsamen Anstrengung erreichen, in dem man sich gegenseitig den Ball zuwirft. Dann wiederum gibt es Aufgaben, die man schneller und besser allein bewältigt. Das ist eine Frage der Selbstmotivation und Disziplin.

3. Triadische Fragen: "Mit welchen Worten würde Ihr Lebenspartner Ihre größte Schwäche beschreiben?"

Darum geht´s: Hier werden nicht anwesende Dritte wie Partner, Freunde, Kollegen oder Vorgesetzte in das Gespräch einbezogen, um weitere Charaktermerkmale wie die Fähigkeit zu Selbstkritik zutage zu fördern und nebenbei noch die Beziehungsfähigkeit zu ergründen.

Clevere Antwort: "Das ist eine gute Frage. Mein Partner würde wahrscheinlich sagen, dass ich manchmal sehr direkt sein kann. Das stimmt auch, denn ich bringe die Dinge gern auf den Punkt. Ich habe mir aber angewöhnt, mehr zu hinterfragen und anderen mehr Zeit zu geben."

4. Provokative Frage: "Man munkelt, dass Ihr derzeitiger Arbeitgeber wirtschaftliche Schwierigkeiten hat, Sie wollen also schnellstens das sinkende Schiff verlassen?"

Darum geht´s: Der Personaler möchte Sie aus der Reserve locken, um Ihre Frustrationstoleranz und Ihre Loyalität zu prüfen. Wer beleidigt oder aggressiv reagiert, hat verloren!

Clevere Antwort: "Sie wissen ja, dass gern über Wettbewerber geredet wird. Ich persönlich kann nichts Schlechtes über meinen Arbeitgeber sagen. Und mal ehrlich: Würde ich das tun, würde mich das aus charakterlichen Gründen für die Aufgabe in Ihrem Haus disqualifizieren."

5. Hypothetische Frage: "Welchen alternativen Lebensplan können Sie sich für sich vorstellen?"

Darum geht´s: Der Personaler checkt, ob der Job für Sie womöglich nur eine Übergangslösung ist.

Leserkommentare
    • Lassek
    • 20. Januar 2010 16:10 Uhr

    10 Strategien mit denen Sie garantiert jede Frau rumkriegen.

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    Die 10 größten Ernährungsmythen entlarvt.

    Wie gut kennen Sie die Stars? Testen Sie Ihr Wissen und ordnen Sie den Stars ihre Lebensgefährten zu!

    Irgendwie erinnern mich neuere ZEIT-Überschriften leider immer mehr an solche oder ähnliche Artikel bei web.de, gmx oder mens health. ZEIT ist zwar noch geringfügig anspruchsvoller, aber die Tendenz ist nicht gut. Und das schlimmst daran: Ich klicke drauf und lese es!

    2 Leserempfehlungen
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    • alguien
    • 22. Januar 2010 18:12 Uhr

    @1: Jeder Blogger weis, dass sich genau solche Artikel ("die 10 besten/schlechtesten/etc Irgendwas") besonders gut verkaufen, bzw viel gelesen werden. Die ZEIT muss ja auch Geld verdienen. ;)

  1. Bei diesen Artikeln, fragt man sich immer wieder, [ entfernt: Bitte verzichten Sie auf angreifende Beiträge. Danke. Die Redaktion/m.e. ], um die Tätigkeit des Personalers auszuüben. Es ist schlicht ekelerregend, wie teilweise in Vorstellungsgesprächen mit Menschen umgegangen wird.

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    ist doch nix neues.
    nebenbei bewirken sie damit auch nur, dass man ihnen das erzählt, was sie hören wollen.

    ein bewerbungsgespräch ist nichts anderes mehr als vorm nikolaus ein gedicht aufsagen und hinterher das geschenkchen kassieren.

    einfach mitspielen.

  2. Solche Tipps taugen höchstens für Bewerber die verzweifelt IRGENDEINEN Job suchen, oder die vorhaben auf Tournee zu gehen.

    Warum sollte ich einem Personalen eine Person vorspielen, die ich nicht bin? Um einen Job zu bekommen denn ich gar nicht will? Oder um innerhalb der Probezeit vor die Tür gesetzt zu werden und plötzlich ganz ohne Job zu sein?

    Ok, vielleicht bin ich nicht teamfähig, vielleich begeistert mich eine Reise nach Grönland nicht ganz so sehr wie man es sich für die ausgeschriebene Stelle wünscht --- was z.T. soll ich dann mit einem Job der diese Fähigkeiten erfordert? Mein potentieller Arbeitgeber und ich würden nur Zeit und Geld verschwenden.

    2 Leserempfehlungen
  3. Suggestivfrage: "Sie arbeiten doch lieber im Team, wie die meisten anderen auch, oder?"
    Antwort : "Das kommt sehr auf das Team an."
    .............
    Triadische Fragen: Mit welchen Worten würde Ihr Lebenspartner Ihre größte Schwäche beschreiben?
    Antwort : "Ich hoffe das er sich darüber ausschweigt---"
    .............

    • xu
    • 22. Januar 2010 14:05 Uhr

    Hypothetische Frage: "Welchen alternativen Lebensplan können Sie sich für sich vorstellen?"

    Ihnen mal richtig eine reinzuhauen und den letzten humanen Betrieb suchen, wo Vorgesetzte und Personalentscheider Menschen sind.

  4. ...Personalchefs, was hier geboten wird. Oder glaubt der Autor wirklich, dass ein Bewerber in einem Gespräch solche Dinge Schwafelantworten durchziehen kann, ohne dass es der Interviewer merkt?
    Ich bin kein Personalchef, aber wenn einer zu mir kommt und mir immer nur die Dinge erzählt, die 100% konform sind mit dem was man Idealfall nennt, kommt mir ein Verdacht, dass er zwar Karrieregeil, aber nicht fähig ist, im Unternehmen konstruktiv zu arbeiten.
    Am besten, denke ich, ist es bei einem Bewerbungsgespräch, zu einer offenen und angenehmen Atmosphäre beizutragen und auch relativ offen über die eigenen Ansichten zu sprechen. Ein Studienkollege von mir hat einmal versucht bei einem Gespräch auf die Frage nach seinen eigenen Fehlern geantwortet "er sei ungeduldig". Dies war eine der klassischen der 90er Jahre, die uns über Jahre im Studium als "perfekte Antwort" gepredigt worden war. Der Interviewer hat ihm gesagt er solle sich was besseres einfallen lassen und alles ging den Bach runter.
    Ein anderer hat hingegen auf dieselbe Frage geantwortet "dass sein Schreibtisch manchmal so schlimm aussehe wie der des Interviewers", was auch stimmte. Er hat die Stelle gekriegt und obendrein war die Atmosphäre hervorragend.

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    angepaßten Schleimer! Deshalb passen alle diese Antworten haargenau!

    • alguien
    • 22. Januar 2010 18:12 Uhr
    7. @1:

    @1: Jeder Blogger weis, dass sich genau solche Artikel ("die 10 besten/schlechtesten/etc Irgendwas") besonders gut verkaufen, bzw viel gelesen werden. Die ZEIT muss ja auch Geld verdienen. ;)

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "ZEIT-Niveau?"
    • X12
    • 22. Januar 2010 23:59 Uhr

    Vielleicht sollten dt. Personaler erst mal Skripte mit den präferierten nichtssagenden Antworten den Bewerbern zuschicken, die man vorher -in deutsch, englisch und französisch - auswendig lernen kann.

    Viele sind ja der naiven Meinung, dass man sich dem Unsinn einfach entziehen kann. Wer aber heutzutage jung und arbeitssuchend ist, muss auf einer Schleimspur ins Unternehmen rutschen, sonst kriegt man den Job nicht. Das Auswahlgedöns hat mit der Tätigkeit eh nix zu tun.

    Im angelsächsischen Ausland, wo die Arbeitslosenquote und das Machtgefälle weniger gravierend ist, sieht das oft anders aus. Da erklärt erst mal der Personaler den Job und der Bewerber erklärt, ob er das überhaupt machen kann und will.

    Wie schätzen Sie sich auf einer Skala von 1 bis 10 ein? Unter 7 und die 10 ist schlecht. Liebe Personaler, fragt doch gleich, wie man sich auf einer Skala von 7 bis 9 einschätzt!!!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Karriere.de
  • Schlagworte Bewerbungsgespräch | Gehalt | Krankenstand
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