Ausländer auf dem deutschen Arbeitsmarkt Wenn Jobsuche zum Kulturschock wird

Sie sind hoch qualifiziert, voll Tatendrang – und nicht deutsch: Eine Russin, ein Spanier und ein Amerikaner erzählen von ihren Abenteuern auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Stellenanzeigen in einer Zeitung: Die Regeln der Jobbewerbung variieren von Land zu Land. Was bei Bewerbungen in den USA üblich ist, ist in Deutschland gänzlich unbekannt

Stellenanzeigen in einer Zeitung: Die Regeln der Jobbewerbung variieren von Land zu Land. Was bei Bewerbungen in den USA üblich ist, ist in Deutschland gänzlich unbekannt

Irina Gerassimow, Russin*

"In Russland habe ich nach einem gut bezahlten Job gesucht. Der Arbeitsplatz musste nicht unbedingt mit der Ausbildung zusammenpassen. So habe ich nach meinem Wirtschaftsstudium eine Tätigkeit als Sekretärin aufgenommen und machte Karriere im Vertrieb. In Russland wundert es niemanden, wenn Akademiker deutlich unter ihrem Bildungsniveau arbeiten. Hochschulbildung bedeutet in meinem Heimatland vor allem, dass jemand qualifiziert ist und sich in praktisch jede Aufgabe einarbeiten und diese gut erledigen kann.

Als ich nach Deutschland kam, kannte ich die üblichen Bewerbungsverfahren hierzulande nicht. Mir war nicht klar, dass man sich besser nur auf Stellen bewirbt, für die man auch die formale Ausbildung mitbringt. Die Bewerbungsunterlagen müssen der Berufsbezeichnung entsprechen, sonst hat man in Deutschland wenig Chancen auf einen Job. Ich bewarb mich also auf verschiedene kaufmännische Stellenausschreibungen. Erfolgreich war ich leider nicht. Auch nicht als Empfangsdame oder Bürohilfskraft, denn mein Lebenslauf erschien den Arbeitgeber zu hoch qualifiziert. Also probierte ich es mit den Stellen, für die ich eigentlich qualifiziert bin. Doch auch hier kassierte ich Absagen. Gegen die Konkurrenz deutscher Universitätsabsolventen konnte ich mich trotz meiner Fremdsprachenkenntnisse nicht durchsetzen.

Anzeige

Arbeitslos wurde ich dennoch nicht. Ich fand eine Stelle als eine Art 'universelle Büroangestellte' bei einer russischsprachigen Firma. Unter Russen in Deutschland herrschen noch halbwegs russische Regeln."

Miguel Rosario, Spanier*

"Meine deutsche Frau arbeitet als Angestellte in einem Ministerium. Noch vor dem Umzug nach Deutschland war ich fest entschlossen, mir möglichst schnell eine Stelle zu besorgen und mindestens die Hälfte zum Familienbudget beizutragen. Schließlich bin ich Ingenieur. Trotz aller Warnungen meiner Frau habe ich nicht erwartet, dass die Suche nach einer Arbeitsstelle in Deutschland so schwierig werden würde! Ich bewarb mich zunächst bei internationalen Firmen. Immerhin spreche ich Englisch fließend und ich dachte, bei einem internationalem Unternehmen seien meine damals noch mangelhaften Deutschkenntnisse kein Problem. Doch sie waren es. Es fehlten mir außerdem Arbeitszeugnisse, die die Unternehmen gerne sehen wollten. In Spanien spielen Arbeitszeugnisse aber keine so große Rolle bei der Stellensuche. Ehrlich gesagt, verstehe ich ihren Sinn bis jetzt nicht, sie sind ja alle wie Werbeprospekte geschrieben. In Spanien legen wir mehr Wert auf die Kontakte als auf die Zeugnisse. Das ist in Deutschland aber noch nicht so stark verbreitet. Meine Frau wollte zunächst auf keinen Fall ihre Beziehungen spielen lassen, damit ich einen Job fand – und mir fehlten in Deutschland die entsprechenden Businesskontakte.

So waren die ersten Wochen in Deutschland für mich sehr deprimierend. Ich begann einen Deutschkurs und entschied mich, erst einmal eine Arbeit unter meinem Ausbildungsniveau anzunehmen – als Kurierfahrer. Diesen Job bekam ich übrigens über einen Bekannten. Mittlerweile bin ich seit sechs Jahren in Deutschland. Meine Deutschkenntnisse sind viel besser und ich habe ein eigenes Unternehmen gegründet. Das Geschäft läuft immer besser."

Leser-Kommentare
  1. ... wer auf Reisen geht, tut gut daran, sich vorher über die Sitten und Gebräuche der Ureinwohner zu informieren, selbst wenn sie so altertümlich daherkommen, wie die verkrusteten deutschen Arbeitsmarktrituale ... Und einige Deutsche verstehen fremde Herangehensweisen ja eher als als integrationsgefährdende Zumutung denn als Möglichkeit der Horizonterweiterung ;-)

    Aber sei's drum ... der deutsche Arbeitsmarkt steht eh kurz vor einer neuen Ära. Nämlich der Zeit eines branchenübergreifend eklatanten Mangels an qualifizierten Fachkräften, der trotz eines wachsenden unvermittelbaren Hartz-IV-Sockels von den "Einheimischen" weder quantitativ noch qualitativ gedeckt werden kann.

    Das wird einen Sog erzeugen, der sich natürlich auch auf die Bewerbungsspielregeln auswirkt. Denn schon heute sind in den "richtigen" Branchen nicht mehr die Arbeit Suchenden die Bittsteller, sondern die Personaler in den Unternehmen.

    Irina, Miguel und David werden dann ratzfatz einen Job finden. Dass Lieschen Müller aus Gelsenkirchen trotzdem nicht aus Hartz-IV herauskommt steht auf einem anderen Blatt ... offen ist dabei, ob sie den "Ausländern" die Schuld dafür gibt - oder froh ist, dass diese ausreichend Steuern für ihre Sozialleistung zahlen ...

    MfG

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Und einige Deutsche verstehen fremde Herangehensweisen ja eher als als integrationsgefährdende Zumutung denn als Möglichkeit der Horizonterweiterung ;-)"

    Das haben Sie aber sehr schön und höflich ausgedrückt.
    Danke für das Lächeln das Sie mir geschenkt haben :-)

    In den "richtigen" Branchen sind die Arbeitgeber, besonders kleinere Unternehmen, die Bittsteller. Eine Einwanderung (hoch-)qualifizierter Arbeitskräfte ist daher eine Notwendigkeit.

    Allerdings sind gerade hier die "verkrusteten Rituale" weniger stark verbreitet.

    Ich teile die Kritik an Arbeitszeugnissen. Man weiß nie, ob der Arbeitgeber der Verfasser war oder ob der Bewerber (bzw. ein von diesem bekrochener Personaler) sich sein Traumzeugnis selbst zusammengedichtet hat. Andererseits: Wer keine Zeugnisse mitschickt, hat erst recht keine Chance.

    Allerdings sollte ein Bewerber aus dem Ausland genügend Wissen über die Kultur des Gastlandes mitbringen und sich den örtlichen Gegebenheiten anpassen (also Portraitbild, "ordentlicher" chronologischer Lebenslauf, siehe David).

    Sie erwarten, wird wohl noch Jahre brauchen, bis sie eintritt.
    Und wenn, dann werden die Firmen trotzdem und gegen jede Logik versuchen, sie mit gerade noch geeigneten billig-Arbeitskräften zu schließen (siehe "IT-Inder").

    ich bin seit fast 10 jahren hochqualifiziert gebildet, mühe mich von einem billigstjob zum nächsten, imemr prekär bezahlt, sehe trotzdem zu, daß ich auf dem laufenden bleibe. aber chancen, aus diesem prekariats-karussel heraus zu kommen, sehe ich im moment keine. von wegen die arbeitgeber sind die bittsteller. zumidnest momentan sieht es noch so aus, wie ein bekannter immer sagt: BALD MÜSSEN WIR GELD MITBRINGEN, DAMIT WIR ARBEITEN DÜRFEN.
    das ist wirklich nicht mehr normal. und ich würde mir auch zutrauen, beruflich umzusatteln. aber das ist nicht möglich, weil ich mir die RICHTIGEN weiterbildungen nicht leisten kann, umschulungen nicht in meinem qualifikationsniveau unterstützt oder getragen werden, höchstens im niedriglohnbereich hätte ich chancen auf umschulung etc.pp.
    das problem liegt darin, daß wir ein so verflucht arrogantes arbeitslosenverwaltungssystem haben, mit sperre nach oben, keine entwicklung möglich, wenn man da einmal drin sitzt in dieser falle. wäre das anders, säße ich längst nicht mehr halbabhängig von staatsgelder mit prekären aufträgen da, sondern könnte endlich einmal nicht nur existenzsichernd, sondern auch noch gut und sinnvoll arbeiten. so aber... wird das wohl nichts werden.

    "Und einige Deutsche verstehen fremde Herangehensweisen ja eher als als integrationsgefährdende Zumutung denn als Möglichkeit der Horizonterweiterung ;-)"

    Das haben Sie aber sehr schön und höflich ausgedrückt.
    Danke für das Lächeln das Sie mir geschenkt haben :-)

    In den "richtigen" Branchen sind die Arbeitgeber, besonders kleinere Unternehmen, die Bittsteller. Eine Einwanderung (hoch-)qualifizierter Arbeitskräfte ist daher eine Notwendigkeit.

    Allerdings sind gerade hier die "verkrusteten Rituale" weniger stark verbreitet.

    Ich teile die Kritik an Arbeitszeugnissen. Man weiß nie, ob der Arbeitgeber der Verfasser war oder ob der Bewerber (bzw. ein von diesem bekrochener Personaler) sich sein Traumzeugnis selbst zusammengedichtet hat. Andererseits: Wer keine Zeugnisse mitschickt, hat erst recht keine Chance.

    Allerdings sollte ein Bewerber aus dem Ausland genügend Wissen über die Kultur des Gastlandes mitbringen und sich den örtlichen Gegebenheiten anpassen (also Portraitbild, "ordentlicher" chronologischer Lebenslauf, siehe David).

    Sie erwarten, wird wohl noch Jahre brauchen, bis sie eintritt.
    Und wenn, dann werden die Firmen trotzdem und gegen jede Logik versuchen, sie mit gerade noch geeigneten billig-Arbeitskräften zu schließen (siehe "IT-Inder").

    ich bin seit fast 10 jahren hochqualifiziert gebildet, mühe mich von einem billigstjob zum nächsten, imemr prekär bezahlt, sehe trotzdem zu, daß ich auf dem laufenden bleibe. aber chancen, aus diesem prekariats-karussel heraus zu kommen, sehe ich im moment keine. von wegen die arbeitgeber sind die bittsteller. zumidnest momentan sieht es noch so aus, wie ein bekannter immer sagt: BALD MÜSSEN WIR GELD MITBRINGEN, DAMIT WIR ARBEITEN DÜRFEN.
    das ist wirklich nicht mehr normal. und ich würde mir auch zutrauen, beruflich umzusatteln. aber das ist nicht möglich, weil ich mir die RICHTIGEN weiterbildungen nicht leisten kann, umschulungen nicht in meinem qualifikationsniveau unterstützt oder getragen werden, höchstens im niedriglohnbereich hätte ich chancen auf umschulung etc.pp.
    das problem liegt darin, daß wir ein so verflucht arrogantes arbeitslosenverwaltungssystem haben, mit sperre nach oben, keine entwicklung möglich, wenn man da einmal drin sitzt in dieser falle. wäre das anders, säße ich längst nicht mehr halbabhängig von staatsgelder mit prekären aufträgen da, sondern könnte endlich einmal nicht nur existenzsichernd, sondern auch noch gut und sinnvoll arbeiten. so aber... wird das wohl nichts werden.

  2. 2. Danke!

    "Und einige Deutsche verstehen fremde Herangehensweisen ja eher als als integrationsgefährdende Zumutung denn als Möglichkeit der Horizonterweiterung ;-)"

    Das haben Sie aber sehr schön und höflich ausgedrückt.
    Danke für das Lächeln das Sie mir geschenkt haben :-)

    Antwort auf "Natürlich ..."
  3. In den "richtigen" Branchen sind die Arbeitgeber, besonders kleinere Unternehmen, die Bittsteller. Eine Einwanderung (hoch-)qualifizierter Arbeitskräfte ist daher eine Notwendigkeit.

    Allerdings sind gerade hier die "verkrusteten Rituale" weniger stark verbreitet.

    Ich teile die Kritik an Arbeitszeugnissen. Man weiß nie, ob der Arbeitgeber der Verfasser war oder ob der Bewerber (bzw. ein von diesem bekrochener Personaler) sich sein Traumzeugnis selbst zusammengedichtet hat. Andererseits: Wer keine Zeugnisse mitschickt, hat erst recht keine Chance.

    Allerdings sollte ein Bewerber aus dem Ausland genügend Wissen über die Kultur des Gastlandes mitbringen und sich den örtlichen Gegebenheiten anpassen (also Portraitbild, "ordentlicher" chronologischer Lebenslauf, siehe David).

    Antwort auf "Natürlich ..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • sps74
    • 23.02.2010 um 17:15 Uhr

    Ich hatte bisher bei jedem Job mein Arbeitszeugnis selbst verfasst. Es kommt mir so vor, dass es in meiner Branche üblich ist, diese Aufgabe an den Mitarbeiter zu delegieren. Allerdings steht da auch nichts grandioses drin.

    Ich musste halt stets den fachlichen Teil verfassen - ich habe bisher noch nie einen Vorgesetzten, der Ahnung davon hätte, was ich eigentlich mache. Die Beurteilung schrieb der Arbeitgeber dann selbst. Nur in einem Fall, finde ich, hatte hier der Arbeitgeber etwas übertrieben - weil er es auch ehrlich bereut hatte, dass er mich gehen lassen muss.

    Und ich kann mir in der IT keinen Personalleiter, Abteilungsleiter oder Projektleiter vorstellen, der Ahnung hat, was er an fachlichen Details bei einem IT-ler ins Zeugnis schreiben soll.

    • sps74
    • 23.02.2010 um 17:15 Uhr

    Ich hatte bisher bei jedem Job mein Arbeitszeugnis selbst verfasst. Es kommt mir so vor, dass es in meiner Branche üblich ist, diese Aufgabe an den Mitarbeiter zu delegieren. Allerdings steht da auch nichts grandioses drin.

    Ich musste halt stets den fachlichen Teil verfassen - ich habe bisher noch nie einen Vorgesetzten, der Ahnung davon hätte, was ich eigentlich mache. Die Beurteilung schrieb der Arbeitgeber dann selbst. Nur in einem Fall, finde ich, hatte hier der Arbeitgeber etwas übertrieben - weil er es auch ehrlich bereut hatte, dass er mich gehen lassen muss.

    Und ich kann mir in der IT keinen Personalleiter, Abteilungsleiter oder Projektleiter vorstellen, der Ahnung hat, was er an fachlichen Details bei einem IT-ler ins Zeugnis schreiben soll.

  4. Bewerbungen in einem Land als "erlernbare Kultur" vorauszusetzen kommt mir etwas seltsam vor.
    Wieso setzen sich HR Manager oder Unternehmer nicht mit der Kultur anderer Länder auseinander? Wäre das nicht einfacher? Ach nein, das braucht man ja nicht? Wenn deutsche Personalmanager so denken, gibt es offensichtlich ausreichend Fachkräfte in Deutschland. Wenn ein Unternehmen Ausländer einstellen möchte, dann sollte es auch eine international ausgerichtete HR Abteilung haben.

    Welches sind die Gründe ausländische Fachkräfte einzustellen? Ein wichtiger Grund könnte sein, andere und oder neue Sichtweisen zu erhalten, eine internationalere Unternehmenskultur zu entwickeln, die eigenen Kunden im Ausland besser zu verstehen (und deren Kultur) uvm. Wenn man Gründe hat Ausländer einzusetzen, sollte man sich entsprechend vorbereiten. Ein Personalmanagement stellt Menschen ein, damit Aufgaben erfüllt werden. Sie sind keine Integrationsmanager also sollten sie auch vorbereitet sein, dass ein Amerikaner anders bewirbt als ein Deutscher.

    Vielleicht aber natürlich nur ganz vielleicht, sollten Unternehmen bei der Einstellung von Personalmanagern stärker darauf achten, wie international deren Background ist damit die "Juwelen" unter den Auslandsbewerbungen nicht einfach wegen Bewerbungskulturunterschieden in Bewerbungen verloren gehen.

    • sogos
    • 23.02.2010 um 10:26 Uhr

    Ich habe viele Jahre im Ausland, insbesondere im angelsächsischen gewohnt und bin seit kurzem wieder im Deutschsprachigen Raum.
    Hier faellt mir wirklich vieles auf, was unnötig, ineffizient und langsam ist (ich stelle selber ein).
    Bewerbungsphotos ? Die interessanten Personen sehe ich sowieso beim Vorstellungsgespräch.
    Arbeitszeugnis: um Himmels Willen, was ist das denn ? Ich bin es gewohnt mit Referenzen zu arbeiten. Am Telefon können mir die ehrlich und direkt tausend mal mehr sagen als ein Arbeitszeugnis, dass absolut nichtssagend ist.
    Geschwindigkeit: warum braucht es in DACH Monate, um jemanden einzustellen ?
    Bewerbungsschreiben: Mich interessiert nicht die Grundschule des Bewerbers, sondern, welche Arbeitsrelevanten Erfahrungen er hat. Apropos Bewerbung: wissen die Leute Leute eigentlich, was "Werben" bedeutet ? ich wundere mich nicht, dass es Leute gibt, die 100 Bewerbungen schreiben und nicht eingeladen werden. Schrotgewehrmethode, noch nicht mal die Stellenbeschreibung lesen (90% der Bewerbungen haben nicht mal ansatzweise die Qualifikationen) oder den zukünftigen Arbeitgeber googlen. Da gibt es meine Email und Telefonnummer, Fragen stellen tun die dann nicht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "warum braucht es in DACH Monate, um jemanden einzustellen?"

    Weil es in bestimmten Branchen ganz einfach an geeigneten Bewerbern mangelt. Ein ungeeigneter Bewerber wäre nur ein Kostenfaktor, dann stellt man lieber keinen ein und wartet ab. Ich kenne Firmen, die freie Stellen z.T. über ein Jahr lang nicht besetzen können.

    "warum braucht es in DACH Monate, um jemanden einzustellen?"

    Weil es in bestimmten Branchen ganz einfach an geeigneten Bewerbern mangelt. Ein ungeeigneter Bewerber wäre nur ein Kostenfaktor, dann stellt man lieber keinen ein und wartet ab. Ich kenne Firmen, die freie Stellen z.T. über ein Jahr lang nicht besetzen können.

  5. Leider leider ist es wahr die Personalabteilung haben da so Ihre verfilzten Vorstellungen und verachten gesunden Menschenverstand. Auf gestylte Lebensläufe und das Maximale legen sie großen Wert - und fallen damit oft auf die Schnauze.

    In Deutschland einmal Pech gehabt, dann immer Pech und bist ein Taugenichts. -- So gesehen hat der arbeitswillige in den USA viel mehr Chancen. Da heißt es, " Kannst Du die Arbeit!"
    Die Goldmedaille will man nicht - aber bei uns, ja!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich kann Herrn Sukowsky nur zustimmen! Ich selbst kann von dieserlei Dinge ein Liedchen singen.

    Ich bin fest davon überzeugt das wir weniger arbeitlose hätten, wenn wir in Deutschland nicht dieses Bewerbungstheater hätten.

    Es hat mich oft gejuckt einfach ein Blatt mit den Worten "Ich will arbeiten!" in die Mappe zu legen.

    Stattdessen verbraucht man viel Zeit und Resourcen um diese Mappe zu fertigen die am Ende zerknittert zurück kommt.

    Es ist ja völlig richtig, was sagt diese Mappe eigentlich aus? Gar nichts! Sie ist eine Maske.

    Meine Frau kommt aus der Ukraine, sie hat Architektur studiert und mit Diplom abgeschlossen. Als sie erfuhr wie man hier nach Arbeit sucht war sie schockiert. So uneffizient und langwierig. Man gibt sich stundenlang Mühe eine ordentliche Bewerbung zu machen und bekommt nicht mal ein Gespräch. Das ist äusserst demotivierent.

    Sie hat dann ähnlich wie Irina Gerassimow aus dem Artikel, einen Job über das Forum germany.ru gefunden. Sie arbeitet seit dem wieder ihrem gelernten Beruf als Architekin.

    Alles im allem kann man sagen das die deutschen Bewerbungsrituale aus der Steinzeit stammen müssen! Ein Blick über die Grenzen könnte auch hier -wo man für jeden Pups ein Zertifikat braucht- vieles einfacherer machen.

    Ich kann Herrn Sukowsky nur zustimmen! Ich selbst kann von dieserlei Dinge ein Liedchen singen.

    Ich bin fest davon überzeugt das wir weniger arbeitlose hätten, wenn wir in Deutschland nicht dieses Bewerbungstheater hätten.

    Es hat mich oft gejuckt einfach ein Blatt mit den Worten "Ich will arbeiten!" in die Mappe zu legen.

    Stattdessen verbraucht man viel Zeit und Resourcen um diese Mappe zu fertigen die am Ende zerknittert zurück kommt.

    Es ist ja völlig richtig, was sagt diese Mappe eigentlich aus? Gar nichts! Sie ist eine Maske.

    Meine Frau kommt aus der Ukraine, sie hat Architektur studiert und mit Diplom abgeschlossen. Als sie erfuhr wie man hier nach Arbeit sucht war sie schockiert. So uneffizient und langwierig. Man gibt sich stundenlang Mühe eine ordentliche Bewerbung zu machen und bekommt nicht mal ein Gespräch. Das ist äusserst demotivierent.

    Sie hat dann ähnlich wie Irina Gerassimow aus dem Artikel, einen Job über das Forum germany.ru gefunden. Sie arbeitet seit dem wieder ihrem gelernten Beruf als Architekin.

    Alles im allem kann man sagen das die deutschen Bewerbungsrituale aus der Steinzeit stammen müssen! Ein Blick über die Grenzen könnte auch hier -wo man für jeden Pups ein Zertifikat braucht- vieles einfacherer machen.

    • Kvasir
    • 23.02.2010 um 10:31 Uhr

    kassieren mitunter etliche Absagen, bevor sie einen Job finden. Zudem sagt der Artikel wenig über die tatsächliche Qualifikation der 3 Personen aus. Wer weiß - vielleicht haben tatsächlich die Inhalte der Bewerbungen und nicht die Form und Art und Weise zu Absagen geführt.

    Zudem gehört es nun einmal zum guten Ton, dass man sich über die Sitten im Lande informiert. Eine Bewerbung mit Foto in den USA führt ebenso zu Absagen wie eine ohne Foto in Deutschland.

    Auf den Univeristäten in Europa (zumindest auf einigen) wird einem kulturelle Kompetenz schon drillmäßig eingetrichtert. Dazu gehört auch die Anpassung an lokale Verhältnisse. Vielleicht hätte eine derartige Ausbildung auch den 3 Bewerbern des Artikels gut getan.

  6. "warum braucht es in DACH Monate, um jemanden einzustellen?"

    Weil es in bestimmten Branchen ganz einfach an geeigneten Bewerbern mangelt. Ein ungeeigneter Bewerber wäre nur ein Kostenfaktor, dann stellt man lieber keinen ein und wartet ab. Ich kenne Firmen, die freie Stellen z.T. über ein Jahr lang nicht besetzen können.

    Antwort auf "Bewerbungen"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wieso ist ein Bewerber, bei dessen Eignung man sich nicht 100% sicher ist, ein Kostenfaktor? Im ersten halben Jahr arbeitet man doch ohnehin auf Probe und kann jederzeit wieder entlassen werden - das Risiko liegt da doch ganz auf Seiten der Bewerber.

    In Irland z.B. gibt es ganz andere interkulturelle Huerden, bei der Stellensuche. Meiner Erfahrung nach wird einem dort nie gesagt, dass man als nicht fuer die Stelle passend angesehen wird. Man hoert enthusiastische Preisungen der Qualifikationen, die man vorgelegt hat, es wird einem mehrfach versichert, man sei auf der Liste der Bewerber "ganz oben, first position" - und dann hoert man nie wieder etwas und erhaelt auch keine Absage. Alles verlaeuft sich irgendwie im Sande - bei den ersten telefonischen Nachfragen heisst es, man sei ganz klar noch sehr gut im Rennen - danach wird es offenbar als unhoeflich angesehen, sich weiter telefonisch nach dem Status des Bewerbungsverfahrens zu erkundigen. Dass man die Stelle nicht bekommen hat erfaehrt man nur dadurch, dass sie nicht mehr ausgeschrieben ist.

    Wieso ist ein Bewerber, bei dessen Eignung man sich nicht 100% sicher ist, ein Kostenfaktor? Im ersten halben Jahr arbeitet man doch ohnehin auf Probe und kann jederzeit wieder entlassen werden - das Risiko liegt da doch ganz auf Seiten der Bewerber.

    In Irland z.B. gibt es ganz andere interkulturelle Huerden, bei der Stellensuche. Meiner Erfahrung nach wird einem dort nie gesagt, dass man als nicht fuer die Stelle passend angesehen wird. Man hoert enthusiastische Preisungen der Qualifikationen, die man vorgelegt hat, es wird einem mehrfach versichert, man sei auf der Liste der Bewerber "ganz oben, first position" - und dann hoert man nie wieder etwas und erhaelt auch keine Absage. Alles verlaeuft sich irgendwie im Sande - bei den ersten telefonischen Nachfragen heisst es, man sei ganz klar noch sehr gut im Rennen - danach wird es offenbar als unhoeflich angesehen, sich weiter telefonisch nach dem Status des Bewerbungsverfahrens zu erkundigen. Dass man die Stelle nicht bekommen hat erfaehrt man nur dadurch, dass sie nicht mehr ausgeschrieben ist.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service