Bewerber im Vorstellungsgespräch © Scott Barbour/Getty Images

Besonders Berufseinsteiger müssen sie meistern und fürchten sich vor ihnen: den Assessment-Centern. Im schlimmsten Fall ziehen sich diese Eignungstests, gegliedert in Gruppen- und Einzelaufgaben, gleich über mehrere Tage, unter Beobachtung von mehreren Personalern und dem Firmenchef.

Assessment-Center sind sehr verbreitet. Jedes zweite große Unternehmen veranstaltet sie, um künftige Trainees oder ambitionierte Einsteiger für Akademikerstellen zu rekrutieren. Zumeist laufen die Tests nach einem gängigen Schema ab – kein Wunder, dass es vor Ratgeberliteratur und Beratern wimmelt, die sich nur auf die Vorbereitung für die sogenannten ACs spezialisiert haben. Wer an dem Job wirklich interessiert ist, kommt um eine gründliche Vorbereitung nicht herum. Übertriebenes Engagement kann aber auch schaden, ebenso Schauspielerei und unglaubwürdige Selbstdarstellung, wie viele Personaler großer Unternehmen bestätigen.

Wer es schafft, zum AC eingeladen zu werden, kann schon stolz auf sich sein. Die Tests sind in der Regel sehr zeit- und kostenintensiv, sodass die Firmen nur einige ausgewählte Bewerber einladen. ACs können einige Tausend Euro kosten. Grund genug, sehr motiviert zu sein: Für die Teilnehmer an einem AC ist der Job schon ein Stückchen näher gerückt.

Vor der Anreise zum Test sollte eine gründliche Recherche über das Unternehmen stehen. Die Bewerber sollten Bescheid wissen über die Geschichte des Unternehmens, über maßgebliche Personen, wichtige Produkte und die strategischen Ziele der Firma. Marktposition, Mitbewerber, Kundenstruktur, Auslandsmärkte, Wachstumsfelder, Aktienkurse, Leitbild und Firmenphilosophie gehören ebenso mit dazu. Diese Informationen finden sich auf der Firmenwebsite, in den Imagebroschüren und bei Verbänden der Branche. Hilfreich ist es auch, mit Mitarbeitern aus dem Unternehmen zu sprechen. Einsteiger haben vielleicht Kommilitonen, die bereits an einem AC teilgenommen haben und Informationen über die Aufgaben geben können. Fündig wird man natürlich auch in Internetforen.

Es ist erlaubt, in der Personalabteilung nachzufragen. Manche Unternehmen teilen dies den ausgewählten Kandidaten in der Einladung mit und einige nennen sogar Übungsaufgaben, andere sind zurückhaltender. Für den Tag des Eignungstests gilt prinzipiell alles, was auch für ein normales Vorstellungsgespräch zutrifft. Die Kleidung und das Auftreten sollten dem Anlass und der Position, um die man sich bewirbt, angemessen sein. Aufregung ist ganz normal und gehört dazu – übergroße Angst schadet aber, ebenso wie demonstrative Lockerheit. Ansonsten gilt: natürlich bleiben. Über den Zeitraum von mehreren Stunden oder sogar Tagen schaffen es sowieso nur die wenigsten, sich komplett zu verstellen.