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Unsinn oder neuer Trend? Mit einer Videobewerbung versuchen sich Jobanwärter bestmöglich in Szene zu setzen. Was davon zu halten ist und wie man es macht.

Und Action: Immer mehr Menschen machen von einer Videobewerbung Gebrauch

Und Action: Immer mehr Menschen machen von einer Videobewerbung Gebrauch

Ein Wochenende lang blieb in der Wohngemeinschaft von Manuel Hummel die Küche kalt. Denn der Student brauchte die einzige weiße Wand in seiner Wohnung, um sein erstes Bewerbervideo zu drehen. Das Video ist Marke Eigenbau, und das Resultat ist beachtlich. Es vermittelt schon in den ersten Sekunden einen guten Eindruck vom 22-jährigen Wirtschaftswissenschaftler. Gefilmt hat sich der Student mit der integrierten Kamera seines Laptops, den Bildschirm nutzte er als Videoprompter. Das Ergebnis können Personaler nun im Internet begutachten. Dort sucht der Student per Video ein Praktikum in Großbritannien.

Übertrieben und unsinnig oder ein neuer Trend, der bald zur Mindestanforderung für Jobbewerber werden könnte? In Großbritannien sind Videobewerbungen verbreiteter als hierzulande, wenngleich auch in Deutschland immer mehr Bewerber zur Kamera greifen. Immer mehr Personalabteilungen richten sich auf die neuen Formate ein. Der Bewerbungsprozess zieht ins Netz. Stellenanzeigen sind aus Zeitungen in Internetbörsen und auf Unternehmenshomepages gewandert. Arbeitgeber präsentieren sich da per Film. Jobmessen finden virtuell statt. Online-Formulare und E-Mail-Bewerbungen haben die Mappen ersetzt. Unternehmen laden zu Online-Assessment-Centern und Interviews per Video-Telefon.

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So geht's:
  • Lächeln Sie: In einem Video kann man sich als sympathischer Kollege präsentieren. Achten Sie auf Ihre Körpersprache, Mimik und Stimme. Tragen Sie Business-Garderobe, pudern Sie sich das Gesicht, damit es nicht glänzt, und leuchten Sie das Bild gut aus. Als Drehort reicht ein helles Büro.
  • Bereiten Sie sich vor: Arbeiten Sie an Ihrem Text. Sagen Sie, warum gerade Sie diesen Job haben sollten, aber verheddern Sie sich nicht in Details. Sprechen Sie langsam und deutlich. Üben Sie mit Freunden. Ihr Clip sollte maximal zwei Minuten lang sein.
  • Machen Sie es dem Personaler leicht: Komprimieren Sie Ihr Video im gängigen Dateiformat. Schicken Sie dem Jobanbieter eine CD-Rom oder einen Link. Stellen Sie Ihr Video nicht in Spaßforen wie Youtube.
  • Denken Sie an die Zukunft: Im Internet bleibt alles sichtbar. Laden Sie deshalb nur Filme hoch, die Sie auch in fünf Jahren nicht in Erklärungszwang bringen.

Die Vorteile der Videobewerbung liegen für die Unternehmen auf der Hand: "In einer Videobewerbung hören die Personaler nicht nur, was ein Kandidat sagt, sie hören auch, wie er das tut, und sie hören seine Stimme", sagt Bewerbungsberater Gerhard Winkler. Je nach Branche und Job zeigt sich auch, wie gut sich der Bewerber mit neuen Medien auskennt. Und natürlich sind solche Videobewerbungen auch ein neues Geschäftsmodell für Bewerbungstrainer, Berater, Coaches oder VJs. Derzeit machen Bewerber vor allem von den Filmchen Gebrauch, um sie als Selbst-Imagefilm auf ihre Website zu stellen. Nur wenige schicken selbst gedrehte Clips als DVD gebrannt als "sprechende" dritte Seite als Zugabe zur Bewerbung mit ein.

Die eigentlichen Daten, Lebenslauf und Zeugnis, müssen die Kandidaten weiter in bewährter Form liefern. Auch Manuel Hummel hat neben sein Video einen Lebenslauf gestellt. Der Student hat sich für den Film entschieden, weil er für ein Vorstellungsgespräch nicht ins Ausland reisen möchte. Dem Unternehmen, bei dem er sich bewirbt, spart er auf diese Weise die Reisekosten. Zugleich kann sich die Firma einen Eindruck von seinen Sprachkenntnissen machen.

Manuel Hummel beispielsweise hat vor dem Studium vier Monate als Musiker in Großbritannien verbracht. Hört man seinen britischen Akzent, achtet man auf seine distinguierte Mimik, wie er gerade mal eine Augenbraue in die Höhe zieht, so nimmt man dem 22-Jährigen, der statt Krawatte ein Einstecktuch trägt, seine Begeisterung für die britische Lebensart sofort ab. Die trockene Aussage "English: advanced level", die am Ende seines Lebenslaufes leicht überlesen wird, füllt sich auf diese Weise mit Leben und wird zum wichtigen Einstellungsfaktor.

An seinem Text saß er eine Woche lang, das Video nahm er am Wochenende auf. Es ist zwei Minuten lang und gliedert sich in drei Abschnitte: ein Elevator Pitch, eine Schnellpräsentation seiner Vorzüge und Stärken. Gedreht hat er das Video mit der Software eines speziellen Anbieters, auf dessen Site der Film auch hochgeladen werden kann. Den Link zum Film verschickt der Student mit seinen Bewerbungen. Die Dienste des Anbieters sind nicht ganz kostenlos: Ein Jahr lang ist das Video zu sehen, zudem hat der 22-Jährige einen Fragenkatalog sowie ein Musterdrehbuch bekommen. Rund 40 Euro hat er dafür bezahlt.

Leser-Kommentare
  1. heißt nicht immer:
    Siegen lernen!

    Dieser ganze Bewerbungs-Schwach- und -Wahnsinn kostet einen Haufen Geld und bringt vielleicht eine Stelle.

    Jeder glaubt, er sei der Beste und der oder die Größte, Beste und Schönste.

    Alle sind sie teamfähig, flexibel, Tag und Nacht bereit, kommunikativ und und und ...

    Vor Jahren hatte ich mich im ZDF-Shop in der Friedrichstraße in Berlin beworben - genommen wurde ich nicht.
    Der Shop existiert dort auch schon Jahre nicht mehr.

    Bei einem Besuch in der Friedrichstraße sah ich mir den Shop damals an und musste feststellen, dass die Mitarbeiter dort ein sehr trauriges Bild abgaben.

    Die wurden erst mobil, als meine Tochter und ich den "Mainzelmännchen"-Figuren bedrohlich näher kamen.
    Schon setzte sich eine Mitarbeiterin in Bewegung - endlich.
    Zwar nicht freundlich, aber dafür hatte ich schon Angst, dass ich mit meinem Kind verhaftet werden würde - nur weil ich so ein "Männeken" berührte.

    Damals fragte ich mich auch, wie die Damen wohl an diese Stelle gekommen waren?

    Dieses ganze Bewerbungs-Prozedere nach "hoch wissenschaftlich-psychologischen" Vorgaben ist oft der reinste Ulk.

    Dass ich auf dem deutschen Arbeitsmarkt bisher noch überlebt habe, dass verdanke ich meiner Ehrlichkeit und den Arbeitgebern, die auch ehrlich mit mir waren.

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    Es ist absolut unverstaendlich, was Sie ueberhaupt sagen wollen. Maenneken beruehrt? Wie Mainzelmaennchen? Was meinen Sie ueberhaupt. Das einzige, was ich erkennen kann, ist, dass Sie wohl von Videobewerbungen nicht viel halten. Aber warum genau, ist mir nicht klar.

    Es ist absolut unverstaendlich, was Sie ueberhaupt sagen wollen. Maenneken beruehrt? Wie Mainzelmaennchen? Was meinen Sie ueberhaupt. Das einzige, was ich erkennen kann, ist, dass Sie wohl von Videobewerbungen nicht viel halten. Aber warum genau, ist mir nicht klar.

  2. Es ist absolut unverstaendlich, was Sie ueberhaupt sagen wollen. Maenneken beruehrt? Wie Mainzelmaennchen? Was meinen Sie ueberhaupt. Das einzige, was ich erkennen kann, ist, dass Sie wohl von Videobewerbungen nicht viel halten. Aber warum genau, ist mir nicht klar.

    Antwort auf "Von Bohlen lernen"
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    Ich denke, "wendelin89" wollte uns damit sagen, dass er diese ganze Wie-verkauf-ich-mich-am-besten-Selbstdarstellungsmasche und die immer komplexer werdenden (psychologischen) Einstellungsverfahren (Stichwort: "Assessment Center") für prognostisch wenig valide hält. Die Chance, einen guten Bewerber zu finden, verbessert sich wohl eher durch die Ehrlichkeit auf beiden Seiten, da das die Passung von Firma und Mitarbeiter erhöht. Ich denke, das wollte er uns damit sagen. Teamfähig, flexibel und motiviert sind wir doch alle, nicht?

    Nur weil einer im Bewerbungsgespräch nett lächelt, heißt das nicht, dass er das auch im Umgang mit den Kunden macht.

    Ehrlich wärt am längsten. Recht hat er. Im Großen und Ganzen.

    Ich denke, "wendelin89" wollte uns damit sagen, dass er diese ganze Wie-verkauf-ich-mich-am-besten-Selbstdarstellungsmasche und die immer komplexer werdenden (psychologischen) Einstellungsverfahren (Stichwort: "Assessment Center") für prognostisch wenig valide hält. Die Chance, einen guten Bewerber zu finden, verbessert sich wohl eher durch die Ehrlichkeit auf beiden Seiten, da das die Passung von Firma und Mitarbeiter erhöht. Ich denke, das wollte er uns damit sagen. Teamfähig, flexibel und motiviert sind wir doch alle, nicht?

    Nur weil einer im Bewerbungsgespräch nett lächelt, heißt das nicht, dass er das auch im Umgang mit den Kunden macht.

    Ehrlich wärt am längsten. Recht hat er. Im Großen und Ganzen.

  3. Machen Sie es dem Personaler leicht: Komprimieren Sie Ihr Video im gängigen Dateiformat. Schicken Sie dem Jobanbieter eine CD-Rom oder einen Link. Stellen Sie Ihr Video nicht in Spaßforen wie Youtube.
    Seit wann ist youtube ein Spaßforum?
    Was ist ein gängiges Dateiformat?
    Wieso soll man es Personalern leicht machen?
    Um das in dem Betrieb gängige Dateiformat herauszufinden könnte man ja mal zum Spass fragen, welches Programm die zum Video gucken haben. Da wäre mann dann schon raus aus dem Bewerberpool.
    Was ist das eigentlich für ein schlechter Artikel ?
    Die Recruiter Leute aus den HR Abteilungen benehmen sich einfach nur peinlich, meinen Sie wären Halbgötter mit nem Psychologiediplom, aber was die nicht vergessen sollten ist, das so mancher Bewerber nur ein mystery man ist der im Auftrag des Vorstands mal prüft wie sich denn das Unternehmen im Bewerbergespräch darstellt. Und da fallen fast alle HRler durch.
    In Deutschland auf Augenhöhe mit HR Leuten zu kommen ist leider immer noch ein Ding der Unmöglichkeit ohne Klappleiter. Aber wie gesagt, den Eindruck den ein Unternehmen durch seine HR Leute bei Bewerbern hinterlässt
    ist oft sehr miserabel, und selbst wenn eine Einstellung in Frage kommt fragt man sich als Bewerber oft: Will ich mich überhaupt in einem Unternehmen engagieren wo solche Leute die gatekeepers sein sollen? Ich schätze das muss sehr bald sehr radikal umgedacht werden, weil sonst Angebot und Nachfrage nicht mehr aufeinandertreffen, im Marktplatz HRAbteilung.

  4. Ich denke, "wendelin89" wollte uns damit sagen, dass er diese ganze Wie-verkauf-ich-mich-am-besten-Selbstdarstellungsmasche und die immer komplexer werdenden (psychologischen) Einstellungsverfahren (Stichwort: "Assessment Center") für prognostisch wenig valide hält. Die Chance, einen guten Bewerber zu finden, verbessert sich wohl eher durch die Ehrlichkeit auf beiden Seiten, da das die Passung von Firma und Mitarbeiter erhöht. Ich denke, das wollte er uns damit sagen. Teamfähig, flexibel und motiviert sind wir doch alle, nicht?

    Nur weil einer im Bewerbungsgespräch nett lächelt, heißt das nicht, dass er das auch im Umgang mit den Kunden macht.

    Ehrlich wärt am längsten. Recht hat er. Im Großen und Ganzen.

  5. GENAU, das isses!

    Während meines Studiums habe ich zwei Ausbildungsfächer belegt:

    Pädagogik und Psychologie. (Militärwissnschaften)

    Wer dort genau aufgepasst hat, der ist imstande und lässt jeden "Vorgesetzten" alt aussehen.

    Bei mir ist es so, dass ich nach den ersten drei Sätzen schon merke, ob mir mein Gegenüber "Märchen" auftischt oder wirklich im "Stoff" steht.

    Mit über 30 Jahren Berufserfahrung und einer Menge solcher "Bewerbungen", kann ich mir ausrechnen, ob es mit einem Job klappt oder nicht.

    Unehrliche Firmen gibt es genauso viele, wie unehrliche Bewerber.

    Ehrlichkeit zahlt sich schon lange in diesem Staat nicht mehr aus, denn dieser Staat, der schreit förmlich danach, beschi..en zu werden - von Jedem!

    Oder warum wählte ein Teil des Volkes ausgerechnet "Guido"?

    Jeder Vernunft begabte Mensch konnte sich an zwei Fingern abzählen, dass die FDP nur ihr Klientel bedienen wird - der Rest des Volkes bleibt außen vor - genau wie bei jeder Bewerbung!

  6. ZEIT-Online sollte die Zusammenarbeit mit karriere.de überdenken. Der Artikel ist, wenn man sich mal das Video-Beispiel ansieht, mehr als fragwürdig. Warum?

    1.) Der CV des Bewerberbs ist voller Fehler in punkto Grammatik, Interpunktion sowie der Groß- und Kleinschreibung. Dass Herr Hummel seinen "A-Level" in Stuttgart gemacht hat, dürfte unwahrscheinlich sein, diesen gibt es nämlich nicht in Deutschland.
    2.) Das Video ist
    a.) technisch schlecht umgesetzt (z.B. Tonqualität, Bildqualität, Ausschnitt und Licht)
    b.) wohl kaum ein Beweis für gute Englisch-Fähigkeiten. Wie im Artikel selbst vermerkt, liest er ab. Wie soll er da gutes Englisch beweisen können?
    c.) lediglich ein halb-vorgelesener Lebenslauf. Die Vorteile die es einem Personaler bringen soll, sind marginal. Nur ein Hör- & Visualeindruck entsteht. Der im Text beschriebene Akzent und die "Begeisterung für die britische Lebensart" sind nirgendwo ersichtlich.
    d.) außerdem nicht schick, da der Beispiel-Anbieter nur ein begrenzt professionell erscheinendes Webseiten-Layout anbietet.

    Hummel möchte sich das Gespräch vor Ort sparen, aber sein Video kann, egal wie gut er es macht, gerade dies nicht ersetzen. Ein persönlicher Eindruck via Video ist nun mal qua Definition unmöglich.

    Der Artikel beleuchtet weder das Thema gründlich genug, noch stellt er die richtigen Fragen und er bewertet das gezeigte Beispiel falsch. Ein journalistischer Totalausfall.

    Warum wurde dieser Artikel anscheinend nicht ausreichend geprüft?

  7. Ich kann mich WiWaToS nur anschließen, weder der Artikel noch das darin verwendete Beispiel untermauern die Sinnhaftigkeit und die Stärken eines Bewerbungsvideos.

    Die Karriere-Seite der ZeitOnline bringt manchmal den ein oder anderen guten Artikel zum Vorschein, nur gehört dieser definitiv nicht dazu.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Karriere.de
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