Die Rätsel müssen Schritt für Schritt gelöst werden
Eine wichtige Rolle in dem Spiel der Unternehmensberatung spielen Piraten, die – so der Plot – eine geheimnisvolle Vereinigung gegründet haben. Aber was haben Piraten mit der realen Arbeit der Firma zu tun? "Wir suchen starke Persönlichkeiten, die für etwas einstehen", erklärt Pommer mit Blick auf den Heldenstatus. Schon Steve Jobs verglich sein Macintosh-Team in den achtziger Jahren, als Apple zu den ersten Computerherstellern zählte, mit einer Bande Piraten und trug ein Sweatshirt mit dem Slogan "Lasst uns Piraten sein!".
Die erste Nachricht der fiktiven Piraten-Vereinigung erhielten ausgewählte Studenten der Uni Köln und drei weiterer Hochschulen in Deutschland Mitte Oktober. Sie entsprechen der Zielgruppe der Unternehmensberatung. Viele haben bereits an Recruiting-Events teilgenommen oder engagieren sich verstärkt in universitären Organisationen, zum Beispiel in Fachschaften. Die meisten von ihnen bekamen eine E-Mail mit dem Betreff "Flaschenpost" oder ein Päckchen mit einem Schiffchen in einer Schneekugel oder einem in schwarzes Tuch gewickelten Säbel. Ein paar wurden von dem geheimnisvollen Mann mit der Maske während der Limousinenfahrt per Videobotschaft aufgefordert, der Vereinigung beizutreten. Andere wie Kathrin Rieger, die sich im Internet registrierten, mussten ein Netzwerk aus Firmen und Personen entlarven.
Die Aufgaben sind komplex und erfordern sehr viel Kreativität und Hartnäckigkeit. Da müssen Rätsel gelöst werden, Codes geknackt, Buchstaben- und Zahlenkombinationen gefunden werden. Wer zum Beispiel auf die Idee kam, diese Kombinationen bei Google-Maps einzugeben, gelangte zum geografischen Institut der Uni Köln. Dort, an der Rezeption, lag das nächste Rätsel. Und so ging es weiter, Aufgabe für Aufgabe.
ARGs kommen ursprünglich aus den USA, der Pionier aus dem Jahr 2001 heißt The Beast und war eine Kampagne für den Film A.I. Künstliche Intelligenz von Steven Spielberg. Das erste deutsche ARG Rettet den Fußball wurde von einem Studententeam konzipiert und gewann den Best Brains Awards 2006 der Telekom. Das Unternehmen kürte innovative Ideen für Events zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland und sponserte deren Umsetzung. Danach folgten weitere Spiele.
Die Unternehmensberatung hat ihr Spiel gemeinsam mit einer auf virales Marketing spezialisierten Agentur entwickelt und durchgeführt. "Die Geschichte und die Aufgaben machen etwa zwei Drittel des ARGs aus, der Rest hängt von den Spielern ab", erklärt Patrick Möller, Mitarbeiter der Agentur. Es kann zum Beispiel passieren, dass keiner von ihnen herausfindet, dass sich hinter den Buchstaben- und Zahlenkombinationen Google-Maps-Koordinaten verbergen. Dann greift die Agentur ein. "Wir haben ein Team von vier Mitarbeitern, das die Entwicklung des Spiels 24 Stunden an sieben Tagen die Woche verfolgt und, wenn nötig, weitere Hinweise gibt." Keine leichte Aufgabe: Weltweit spielen 3500 Studenten aus Deutschland, den Niederlanden, der USA, Australien und anderen Ländern mit.
Wenn sie eingreifen, müssen sie vorsichtig vorgehen. "Das Design eines ARG ist von erheblicher Bedeutung, denn die Marke muss authentisch abgebildet werden", sagt Experte Gerald Uhlich. "Übertreibungen oder Beschönigungen, wie bei normaler Werbung üblich, werden schnell entlarvt und erzeugen negative Effekte."
Ein ARG kann also besonders erfolgreich sein, wenn die Initiatoren zunächst anonym bleiben. Dann besteht aber das Risiko, dass sich die Spieler bei Auflösung getäuscht und instrumentalisiert fühlen. Im schlimmsten Fall verpufft die Werbewirkung und die Marke wird erheblich beschädigt. Uhlich plädiert für ARGs mit "offenem Visier". Beim ersten ARG der Unternehmensberatung entdeckten die Spieler erst kurz vor Schluss, wer dahintersteckt. Diesmal war es von Anfang an klar. Gut so, findet Studentin Kathrin Rieger: "Andernfalls wäre ich kritischer gewesen und hätte vielleicht nicht mitgespielt."
Sie schaffte sie es zum angekündigten Showdown. Die 25 aktivsten Spieler wurden im Rahmen der letzten Aufgabe nach Berlin-Mitte in ein stillgelegtes Abwasserwerk gelockt. Im schummrigen Licht zwischen Kesseln und Treibrädern warteten einige Berater auf sie. Es folgten zwei Vorträge. Nach der Spannung des Spiels war das lockere Get-together mit Buffet und Musik allerdings kaum der Höhepunkt. Es ähnelte zu sehr den altbekannten Recruiting-Workshops. Kathrin Riegers Fazit trübt der müde Abschluss jedoch nicht: "Das war wirklich mal was Besonderes!"
(Zuerst erschienen auf Karriere.de)
- Datum 19.03.2010 - 14:24 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Karriere.de
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Mc Kinsey und Co suchen also die intelligentesten und kreativsten Menschen in Deutschland. Sie sollten studiert haben, aber ihr Wissen ist nicht wichtig, alles was sie wissen müssen, lernen sie bei Mc K. Entscheidend ist allein ihr herausragender Intellekt. Die Limousine auf dem Campus ist dabei das Versprechen des hohen Gehalts.
Später fahren die Herrenmenschen dann in ihren eigenen schwarzen Sportwagen vor, betreten eine fremde Firma und analysieren blitzschnell, dass hier Arbeiter entlassen werden müssen.
Ich zweifele nicht an der Sinnhaftigkeit einer externen Unternehmensberatung.Aber es ist ein Unterschied, ob man Menschen entlässt, weil man eine Firma selbst aufgebaut hat, oder ob man sie auf die Straße setzt, weil man (angeblich) zur genitischen Elite der Gesellschaft gehört.
Justus, Peter und Bob unterwegs im Auftrag von Roland Berger oder so .... lach mich tot!
Das Problem isr wahrscheinlich, dass die Mitarbeiter in den Firmen die Aufträge dann auch als Alternate Reality Game wahrnemen.
Nur das echte Menschen dadurch entlassen werden .... und die Bezahlung ist natürlich in echtem und nicht in Spielgeld!!
Und die Lösungsstrategien werden dann später wahrscheinlich auch ergoogelt!! Cool. Das ist ja wie im Da Vinci Code.
Aber warum der nze Aufwand? Wir haben früher Monopoly gespielt.
Es ist nicht leicht gute Leute zu finden, die arbeiten dann auch im wirklichen Leben ohne Arbeitsplätze zu gefährden. So werden eben junge Leute gefunden, die alten hätte Monopoly aber auch nicht wirklich in den Job geholt;)
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